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Präsidentenwahl in der DR Kongo

Am Sonntag haben rund 26 Millionen Wähler in einer Stichwahl über den künftigen Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo entschieden. Noch immer ist die Lage gespannt: Die Anhänger von Amtsinhaber Kabila und seinem wichtigsten Konkurrenten Bemba lieferten sich bereits vor Wochen blutige Kämpfe.

Die Stichwahl wurde nötig, weil der amtierende Präsident Joseph Kabila bei den ersten freien Wahlen in der DR Kongo seit 46 Jahren mit rund 45 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit verfehlt hatte. Der Zweitplatzierte, der ehemalige Rebellenführer und Vizepräsident Jean-Pierre Bemba, erhielt etwa 20 Prozent der Stimmen. Große Chancen auf einen Wahlsieg darf er sich allerdings nicht ausrechnen: Favorit Kabila konnte sich in den vergangenen Monaten die Unterstützung der stärksten Konkurrenten der ersten Wahlrunde sichern.

Die Anhänger der Kandidaten stehen sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Bereits im August, nach Bekanntgabe der Ergebnisse, lieferten sich die etwa 6.000 Mann starke Präsidentengarde Kabilas und die etwa 1.000 Männer der Leibwache Bembas schwere Gefechte. Dabei kamen mindestens 25 Menschen ums Leben. Die zur Absicherung der Wahlen im Kongo stationierte EU-Truppe "EUFOR" musste eingreifen, die Kämpfe ebbten nach einigen Tagen ab.

Für einen möglichst gewaltfreien Ablauf der Stichwahl sollen die schon lange im Kongo stationierte UN-Friedenstruppe "MONUC" mit 17.000 Mann und die gut 2.000 Soldaten der EU-Militärmission "EUFOR" sorgen. Die EU-Truppe steht unter Leitung der Bundeswehr, die 780 Soldaten stellt. Zusätzlich zur EU-Truppe sind rund 1.500 Blauhelme in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa stationiert worden.

Am 19. November werden die Ergebnisse der Stichwahl bekannt gegeben. Viel wird dann von der Reaktion des Verlierers abhängen. Die Europäische Union wird ihre 2000 Soldaten planmäßig am 30. November wieder aus dem zentralafrikanischen Kongo abziehen.

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