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Lehrstellenmangel in Deutschland

Die Lehrstellenlücke in Deutschland wächst. In diesem Jahr wollen rund 770.000 Jugendliche eine Lehre beginnen. 49.500 Jugendliche haben aber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Viele von ihnen werden in diesem Jahr leer ausgehen, denn es stehen nur noch 15.000 freie Plätze zur Verfügung.

Seit der Wiedervereinigung waren noch nie so viele Bewerberinnen und Bewerber bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) als unvermittelt gemeldet. Zum Ende des Ausbildungsjahres am 30. September waren es 9.000 Suchende mehr als im Vorjahr. Das teilte die BA am Mittwoch in Nürnberg mit. Ein Grund dafür sei, dass Bewerber, die im Jahr zuvor leer ausgegangen seien, sich erneut um eine Stelle bemühen würden. Außerdem wollten immer mehr Absolventen der Gymnasien nach dem Abitur ebenfalls eine Ausbildung machen. Sollten viele Bewerber in den kommenden Wochen keinen Ausbildungsplatz finden, ist eine ähnlich dramatische Situation auf dem Lehrstellenmarkt im nächsten Jahr programmiert.

Insgesamt gab es in diesem Jahr 763.100 Bewerberinnen und Bewerber. Nach Angaben der BA konnten 94 Prozent der Jugendlichen versorgt werden, aber weniger als die Hälfte von ihnen unterschrieben einen Ausbildungsvertrag (48 Prozent). Etwa 80.000 entschlossen sich weiter zur Schule zu gehen oder ein Studium anzufangen. Gut 86.000 nahmen einen Job an. Mehr als 110.000 traten ihren Wehr- oder Zivildienst an.

Die Anzahl der gemeldeten Lehrstellen nahm im Vergleich zum Vorjahr um 12.000 auf 459.000 ab. Die Zahl der Bewerber hingegen habe um 22.199 zugenommen. BA-Vorstand Heinrich Alt sagte, dass in Industrie und Handel die Zahl der Lehrstellen um 11.700 auf 303.300 gestiegen sei - ein Plus von vier Prozent. 143.800 Ausbildungsverträge seien im Handwerk abgeschlossen worden – 2.300 Verträge, also 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Spitzenverbände der Wirtschaft erklärten, dass sie ihren Verpflichtungen des 2004 geschlossenen dreijährigen Nationalen Ausbildungspakts nachgekommen seien. Darin heißt es, dass die Arbeitgeber jedes Jahr 30.000 neue Lehrstellen und 25.000 Praktikumsplätze für Einstiegsqualifikationen schaffen wollen. Die Arbeitgeber sind jedoch nicht verpflichtet, ihre Angebote der Bundesagentur zu melden. Wie viele Lehrstellen in Deutschland tatsächlich fehlen, kann deswegen nicht genau benannt werden.

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