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Tag der Deutschen Einheit

Der Tag der Deutschen Einheit erinnert an die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Zeit zur Bilanz: Der Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit sieht trotz vieler positiver Entwicklungen Probleme bei der wirtschaftlichen Vereinigung.

Das Brandenburger Tor in Berlin: Symbol der Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands
Foto: stockchng.comDas Brandenburger Tor in Berlin: Symbol der Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands
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Vergangenen Mittwoch stellte der Beauftragte für die neuen Bundesländer, Wolfgang Tiefensee, den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit vor. Seit 1997 beschreibt die Bundesregierung darin jährlich zum Tag der deutschen Einheit die Entwicklung in Ostdeutschland. Vielen Fortschritten bei der Modernisierung von Infrastruktur, der Hochschulen und beim Aufbau wettbewerbsfähiger Firmen stünden "eine Reihe von Fehlentwicklungen und Problemen" gegenüber. Trotz massiver finanzieller Aufbauhilfe, die seit 1990 in die neuen Bundesländer geflossen ist, fehle auch 16 Jahre nach der Wiedervereinigung ein Wirtschaftswachstum, das sich selbst trage. Laut Tiefensee wuchs die ostdeutsche Wirtschaft in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt nur um ein Prozent, 2005 stagnierte sie gar. Mit Folgen für den Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sei im Osten mit 18,7 Prozent im Schnitt doppelt so hoch wie im Westen. Dennoch beklagten einige Städte einen Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt.

Ein strukturelles Problem stelle die demografische Entwicklung dar. Laut Bericht verloren die neuen Länder inklusive Berlin zwischen 2001 und 2004 jährlich etwa 100.000 Einwohner. Ein Drittel davon mache die Abwanderung in die alten Länder aus, wobei insbesondere junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren von Ost nach West ziehen. 2004 betrug der Anteil dieser Gruppe 54 Prozent der Abwanderung insgesamt.

Die schwierige wirtschaftliche Situation könnte mit ein Grund dafür sein, dass die Deutschen auch 2006 ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Nationalfeiertag haben. Misst man einer Forsa-Umfrage aus diesen Tagen Bedeutung bei, dann ist für gut zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) der Tag kein Anlass zum Feiern. Als arbeitsfreien Tag beibehalten möchten ihn aber dennoch gut 80 Prozent der insgesamt 1005 repräsentativ Befragten.

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