Erde

Tag gegen Kinderarbeit

Weltweit müssen 218 Millionen Kinder arbeiten, so Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Besonders betroffen ist Afrika mit mehr als 50 Millionen Kindern. Dennoch glaubt die ILO, dass die schlimmsten Formen der Kinderarbeit im Bergbau oder der Chemischen Industrie in den kommenden zehn Jahren weitgehend beseitigt werden können.

Insbesondere bei den 5- bis 14-Jährigen haben gerade diese Arbeitsformen im Zeitraum von 2000 bis 2004 um 33 Prozent abgenommen, berichtet die ILO, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Insgesamt sei die Kinderarbeit in diesem Zeitraum um elf Prozent (auf 218 Mio.) zurückgegangen. Fortschritte wurden vor allem in Lateinamerika und der Karibik, aber auch in Asien erzielt. "Die Zahlen sind immer noch erschreckend hoch", stellt Frank Hagemann fest, der bei der ILO für die Erstellung der Kinderarbeitsstatistik verantwortlich ist.

Wie verlässlich die Zahlen tatsächlich sind, darüber streiten die Experten. In der Textil- und Teppichindustrie ist die Zahl der Kinderarbeiter zwar rückläufig. Grund dafür sind Kampagnen für fairen Handel, politische Entscheidungen und Gesetze. Auch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht bis zum Alter von 14 Jahren kann laut ILO-Studie dazu beitragen, die Kinderarbeit zu reduzieren.

Aber nicht immer geht es Kindern besser, wenn sie etwa ihren Job in der Textilindustrie verlieren. Persönliche Not und ein Mangel an Bildungsangeboten sorgen oftmals dafür, dass schlechter bezahlte Tätigkeiten angenommen werden müssen – zum Beispiel als Landarbeiter oder in Haushalten. Wie viele Kinder dort arbeiten, lässt sich schwer schätzen. So setzt sich die internationale Bewegung arbeitender Kinder, in der auch Kinder und Jugendliche vertreten sind, nicht für ein Verbot der Kinderarbeit ein, sondern für bessere Arbeitsbedingungen und das Recht auf Arbeit. Sie wollen über Maßnahmen zur Überwindung der wirtschaftlichen Ausbeutung von Kindern mitentscheiden. Ihre Forderungen sollen laut ILO-Bericht beim Kampf gegen die Kinderarbeit zukünftig stärker berücksichtigt werden.

Um auf die Folgen und Ursachen von Kinderarbeit aufmerksam zu machen, ist der 12. Juni seit vier Jahren internationaler Tag gegen Kinderarbeit.

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