Erde

Neues Angebot im Atomstreit

Im Atomstreit mit dem Iran hat der EU-Außenbeauftragte Javier Solana am Dienstag der Regierung in Teheran ein neues Angebot der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands unterbreitet. Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani versprach die Vorschläge zu prüfen.

Das Angebot soll den Iran dazu bewegen, künftig auf die Urananreicherung zu verzichten. Die internationale Gemeinschaft fürchtet, der Iran könnte unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms Kernwaffen entwickeln. Der Iran wies diese Vorwürfe zurück und beharrt auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die Internationale Atomenergie-Organisation hatte den Streitfall geprüft und im März an den UN-Sicherheitsrat weitergereicht. Am Donnerstag vergangener Woche einigten sich die fünf ständigen Mitglieder des Rates USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland über das Angebot an den Iran.

Laridschani erklärte nach einem zweistündigen Gespräch mit Solana, dass das Angebot positive Aspekte, aber auch "Zweideutigkeiten" enthalte. Er lobte jedoch die Bereitschaft, den Konflikt auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Details des Angebots sind bislang nicht bekannt. Aus Diplomatenkreisen heißt es, das Angebot enthalte neben politischen und wirtschaftlichen Anreizen auch die Androhung von Sanktionen seitens des UN-Sicherheitsrates, falls der Iran nicht kooperiere. Russischen Angaben zufolge zählt ein Militärschlag jedoch nicht dazu.

Außerdem soll der Iran einen Leichtwasserreaktor sowie Garantien zur Lieferung von Nuklearbrennstoff erhalten. Die "New York Times" berichtet, dass der Vorschlag auch wichtige Handelserleichterungen der USA enthält. Demnach soll dem Iran erstmals seit 27 Jahren wieder der Import von modernen Boeing-Flugzeugteilen für seine alternde Flugzeugflotte gestattet werden.

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