Erde

Klimawandel bedroht Weltmeere

Sturmfluten, Hurrikans und saure Weltmeere - in einem Gutachten für die Bundesregierung warnen Wissenschaftler eindringlich vor den Folgen der globalen Erwärmung.

Malediven: Vom Untergang bedroht
Foto: stock.xchngMalediven: Vom Untergang bedroht
Foto: stock.xchng
"Land unter" für die Malediven, Sankt Petersburg, Venedig und New York: Bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel um einen Meter ansteigen. Das sagt ein Sondergutachten des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderung (WBGU) der Bundesregierung voraus. Küstennahe Landschaften und Inselgruppen auf Meeresniveau würden überschwemmt; langfristig wären auch Küstenregionen in Nordeuropa betroffen.

"Zu warm, zu hoch, zu sauer", so fasst das Gutachten die Zukunft der Weltmeere zusammen. Ursache sei die Ansammlung von Treibhausgasen, insbesondere von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre. Die Treibhausgase halten die Wärmestrahlung der Sonne in der Erdatmosphäre, wodurch die Erdtemperatur steigt und das Eis von Arktis, Antarktis und Gletschern schmilzt; zusätzlich dehnt sich das Wasser der Meere durch die Erderwärmung direkt aus. So erhöhte sich der Meeresspiegel im 20. Jahrhundert global um anderthalb bis zwei Zentimeter pro Jahrzehnt. Im vergangenen Jahrzehnt soll es sogar einen Anstieg von drei Zentimetern gegeben haben, so das Gutachten.

Der hohe von Menschen verursachte CO2-Ausstoß beeinflusst die Meere auch auf andere Weise: Jährlich gelangen mehrere Milliarden Tonnen des Gases in die Atmosphäre, 40 Prozent davon nehmen die Weltmeere als Kohlensäure auf und versauern dadurch schrittweise. Das gefährde die Fischbestände der Weltmeere und schädige kalkbildende Organismen wie Muscheln, Schnecken und Korallen. Schon in 30 bis 50 Jahren könnten die tropischen Korallenriffe verschwunden sein. Auch Wirbelstürme gewinnen durch den erhöhten CO2-Ausstoß an Zerstörungskraft.

Die Forscher des WBGU fordern daher, den Ausstoß von CO2 weltweit deutlich zu senken. Die vom Menschen freigesetzten Treibhausgase sollten bis 2050 gegenüber 1990 etwa halbiert werden. Außerdem sollten mindestens 20 bis 30 Prozent der globalen Meeresfläche unter Schutz gestellt, die Überfischung gestoppt und Regelungen für Flüchtlinge aus gefährdeten Küstengebieten getroffen werden.

Mehr zum Thema

Mojib Latif

Der menschliche Einfluss auf das Klima

Der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre war seit Jahrhunderttausenden nicht mehr so hoch wie heute. Dass der Mensch für diesen Anstieg verantwortlich ist, kann nicht mehr ernsthaft bestritten werden. Weiter...