Erde

Tag der erneuerbaren Energien

"Mit der Sonne leben, unserer Kinder wegen!" Unter diesem Motto findet am Samstag der 11. Tag der erneuerbaren Energien in Deutschland statt. Er steht im Zeichen der Abhängigkeit von Atomstrom und Energieimporten.

Solarstrom: Künftig eine wichtige Energiequelle?
Foto: Fernando FazzaneSolarstrom: Künftig eine wichtige Energiequelle? Foto: Fernando Fazzane
Schimmernde Solarzellen auf dem Dach einer Schule im Schwarzwald, Windparks vor der Küste Schleswig-Holsteins oder die erste Solartankstelle in Bochum – drei von vielen Orten, an denen Neugierige an diesem Samstag sich ein Bild von erneuerbaren Energien machen können. Dann öffnen Hunderte Anlagen zur Nutzung von Sonne, Wind, Erdwärme, Wasserkraft und Bioenergie quer durch Deutschland zum elften Mal ihre Türen für Besucher. 1996 rief die Stadt Oederan im Klein-Erzgebirge den bundesweiten Aktionstag ins Leben; im vergangenen Jahr nahmen mehr als 700 Anlagenbetreiber teil.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch stieg 2005 auf 10,2 Prozent an - das sind rund 62 Mrd. Kilowattstunden (kWh). Deutlich mehr als im Jahr 2000, wo nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) lediglich 6,7 Prozent des Stroms umweltfreundlich erzeugt wurden. Nach den Vorstellungen des BMU könnte bis 2020 bereits ein Viertel des Stroms in Deutschland mit erneuerbaren Energien erzeugt werden. Rund 170.000 Menschen arbeiteten 2005 mit erneuerbaren Energien.

Die Diskussion über die klimaschützenden Energien steht aktuell im Zeichen der Abhängigkeit von Energieimporten und Atomstrom. So sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel im Rahmen der Berliner Tagung "Tschernobyl 1986-2006": "Für die Zukunft unseres Energiesystems kommt, gemeinsam mit einer besseren Energieeffizienz, den erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle zu. Atomkraft ist ein Auslaufmodell". Gleichzeitig sorgte der Streit zwischen dem staatlichen russischen Gaskonzern Gasprom und der Europäischen Union zu Verstimmungen beim Treffen von Bundeskanzlerin Merkel mit dem russischen Präsidenten. Gasprom-Chef Alexej Miller hatte zuvor angedeutet, Gas auch an China und Kanada zu liefern, wenn die EU der Expansion des Konzerns in Westeuropa Steine in den Weg legen würde. Der russische Präsident Putin versprach unterdessen die "sichere Lieferung" von Gas und Öl nach Deutschland und Europa.

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