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Verbraucherbildung

Der Kunde ist König - wenn er seine Rechte kennt. Seit 1983 macht der Weltverbrauchertag am 15. März auf grundlegende Verbraucherrechte aufmerksam. Doch die Kenntnis der eigenen Rechte allein genügt nicht. Was müssen Verbraucher heute wissen?

Schwierige Kaufeintscheidung
Foto: Griszka NiewiadomskiSchwierige Kaufeintscheidung
Foto: Griszka Niewiadomski
Wer einkauft, sieht sich einer Fülle von Angeboten und Versprechungen gegenüber. Es gibt Sonderangebote, die keine sind, und Kaufverträge, bei denen das Wesentliche im Kleingedruckten steht. Vor Fehlkäufen oder nachteiligen Verträgen schützt nur ein umfassendes Wissen um die Produkte und die eigenen Rechte. Darum versuchen die deutschen Verbraucherzentralen am Weltverbrauchertag 2006 das Bewusstsein für "Verbraucherbildung" zu schärfen. Verbraucherbildung soll dazu befähigen, als Verbraucher eigenverantwortlich zu handeln, den Einflüssen von Werbung und Marketing zu widerstehen und die eigenen Interessen politisch zu vertreten. Dazu gehört neben reinen Produktinformationen auch das Wissen um Produktionsbedingungen, die sozialen und ökologischen Hintergründe von Preisen und die Folgen der eigenen Konsumgewohnheiten und Kaufentscheidungen.

Der Weltverbrauchertag geht auf eine Rede von John F. Kennedy zurück. Am 15. März 1962 formulierte er erstmals vier grundlegende Verbraucherrechte: das Recht auf Sicherheit und sichere Produkte, das Recht auf umfassende Information, das Recht auf freie Wahl und das Recht, gehört zu werden. Diese Ideen wurden von den Vereinten Nationen 1985 als "Richtlinien für den Verbraucherschutz" erweitert und verabschiedet. Die Bundesregierung bereitet derzeit ein neues Verbraucherinformationsgesetz vor. Mit dem seit 2002 geplanten Gesetz sollen Behörden in Zukunft leichter von sich aus die Öffentlichkeit informieren dürfen; Verbraucherinnen und Verbraucher sollen ein Recht auf Zugang zu behördlichen Informationen über Produkte und Unternehmen erhalten.

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