Erde

Heinrich Heine

Er war ein deutscher Dichter, den sein Heimatland ins Pariser Exil trieb. Ein Europäer, der die Revolution feierte und Frankreich und Deutschland näher brachte. Sein Freigeist und Witz entflammen bis heute: Am 17. Februar ist der 150. Todestag Heinrich Heines.

Heinrich Heine (1831)
Bild: public domainHeinrich Heine (1831)
Bild: public domain
1797 wird Christoph Johann Heinrich Heine in Düsseldorf geboren. Nach einer gescheiterten Laufbahn als Bankkaufmann und Tuchhändler studiert er Jura in Bonn, Göttingen und Berlin. Bereits 1821 erscheinen erste Gedichte; seinen literarischen Erfolg begründen die 1826 begonnenen "Reisebilder" sowie sein bis heute populärster Lyrikband "Buch der Lieder", der 1827 veröffentlicht wird. Als Jude, überzeugter Demokrat und polemischer Satiriker zunehmend angefeindet und zensiert, flieht Heine 1831 nach Paris, wo er bis zu seinem Tod 1856 bleibt. In Zeitungskorrespondenzen und Werken wie "Französische Zustände" oder "Über Deutschland" macht er die verfeindeten Nachbarn miteinander vertraut. 1835 werden seine Werke auf Beschluss des Frankfurter Bundestages in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten. Schon länger erkrankt und von der Revolution enttäuscht, bricht Heine 1848 in Paris zusammen und verbringt die letzten acht Jahre seines Lebens zunehmend gelähmt und gequält in seiner "Matratzengruft".

Auch 150 Jahre nach seinem Tod ist einer der meistübersetzten Dichter noch nicht ganz in seiner Heimat angekommen; Verleumdung und Zensur standen seiner Anerkennung immer wieder im Weg. Keinen anderen Dichter traf die Zensur des Dritten Reiches so schwer und nachhaltig. Die Nationalsozialisten ließen Heines Bücher verbrennen und seine Denkmäler entfernen, sein berühmtestes Gedicht "Loreley" erschien in Lesebüchern mit der Angabe "Autor unbekannt". Bis 1967 standen die "Reisebilder" wegen ihrer erotischen Freizügigkeit auch auf dem Index der katholischen Kirche. Heines politischer Freigeist und beißender Spott treffen seine Gegner offenbar bis heute ins Mark.


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