Arbeitsmarktpolitik Dossierbild

11.8.2014 | Von:
Jürgen Kühl

Dienstleistungs- und Industriearbeit

Gegenwärtig arbeiten drei von vier aller Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor und haben einen großen Anteil an der gesamten Wertschöpfungskette. Seit 1970 hat sich die Dienstleistungsbeschäftigung verdoppelt. Die Industriearbeit im Produzierenden Gewerbe (ausser Bauwirtschaft ) war hingegen um dreieinhalb Millionen Arbeitsplätze rückläufig. In der Aufschwungsphase kam eine Viertelmillion an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung neu hinzu. Welche Auswirkungen hatte dies?

Fahrzeugpflege vor der Auslieferung, hier bei VW in Hannover. Oft werden einfachere Dienstleistungen, die nicht zum Kerngeschäft der Firmen gehören, aus Gründen der Arbeitskosten, der Tarifbindung und Personalvertretung in wirtschaftsnahe Bereiche ausgelagert.Fahrzeugpflege vor der Auslieferung, hier bei VW in Hannover. Oft werden einfachere Dienstleistungen, die nicht zum Kerngeschäft der Firmen gehören, aus Gründen der Arbeitskosten, der Tarifbindung und Personalvertretung in wirtschaftsnahe Bereiche ausgelagert. (© picture-alliance/dpa)


Mit der Ausweitung des historisch gewachsenen Begriffs "Dienstleistungssektor" wird oft der Prozess der "Tertiarisierung"[1] beschrieben. Dies trifft aber weder die quantitative und qualitative Heterogenität der Dienstleistungen noch die vielfältigen gegenseitigen Verflechtungen von Dienstleistungs- und Industriearbeit. Produktionsbezogene Dienstleistungen, die auch noch dem Produzierenden oder Verarbeitenden Gewerben vorgeschaltet, beigeordnet oder nachgestellt sind, setzen Industriearbeit voraus und durchdringen sie immer mehr, sodass man von einer Symbiose sprechen kann. Schätzungsweise handelt es sich bei bis zur Hälfte der Dienstleistungsstunden um Zuarbeit für die Industrie. Sie heißen funktional betrachtet deshalb auch industrieinduzierte Dienstleistungen.

Unternehmensdienstleistungen umfassen u.a. Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienste sowie wirtschaftliche, wissenschaftliche und freiberufliche Dienstleistungen, die ihrerseits stark in den Produktionsbereich hineinreichen. Handel, Verkehr, Logistik und Gastgewerbe mit über zehn Millionen teils guten Arbeitsplätzen, aber auch vielen schlechten Jobs, lassen sich zu einem Bereich zusammenfassen. Eigenständig ist auch der Öffentliche Dienst mit seinen Verwaltungen und Sozialversicherungen. Schließlich sind die personenbezogenen Dienstleistungen - Erziehung und Unterricht/ Gesundheits- und Sozialwesen/ Kultur, Kunst und Unterhaltung - und andere private Dienstleistungen trotz ihrer Vielfalt als wichtige Bereiche der Daseinsvorsorge gemeinsam zu betrachten.

Der Rückgang der Industriebeschäftigung beruht zu einem guten Teil auf Auslagerungen von einfachen Diensten, die früher in den Produktionsunternehmen direkt angesiedelt waren. So werden konjunkturelle und strukturelle Beschäftigungsrisiken zur Sicherung der Stammbelegschaften der Arbeitnehmerüberlassung überantwortet. Große Industrieunternehmen werden durch Übernahme von Forschungs-, Design- und Entwicklungsarbeiten zu Anbietern von Dienstleistungen. Verstärkend kommt hinzu, dass die eigene Produktion untrennbar mit Dienstleistungen verbunden wird, wie zum Beispiel Planung, Projektierung, Genehmigungsverfahren, Finanzierung, Schulung des Bedienungspersonals, Wartung und Reparatur sowie Entsorgung und Recycling. Gerade weil die deutsche Wirtschaft alles dies aus einer Hand anbieten kann, ist ihr ein vorderster Platz im Export sicher. Werden diese Dienstleitungen nicht selbst vorgehalten, zumal sie ja nicht lagerbar sind, muss ihr Verbund organisiert sein.

Während produktionsbezogene Dienstleistungen meist hoch produktiv, gut bezahlt und mit den Standards der Industriearbeit ausgezeichnet sind, expandieren im Handel und Gastgewerbe sowie in vielen personenbezogenen oder privaten Dienstleistungen niedrig bezahlte, atypisch bis prekäre und geringfügige Arbeitsverhältnisse. Teilzeitarbeit ist zu vier Fünfteln Frauenarbeit, vor allem in vielen, auch niedrig bezahlten Dienstleistungen. Andere Unternehmensdienstleistungen wie Leiharbeit oder Finanzdienste werden ebenfalls kritisch erörtert und es wird über eine Dienstleistungspolitik debattiert, die ordentliche Arbeitsbedingungen und Entlohnungen wie sie für die Industrie und die zugehörige Dienstleistungsarbeit gelten, auch für alle anderen Dienstleistungen erreichen will.

Industrieinduzierte Dienstleistungen als Treiber des Strukturwandels

Seit Anfang der 1990er Jahre verlor das Produzierende Gewerbe in Deutschland rund dreieinhalb Millionen Beschäftigte. Selbst wenn gut zwei Millionen auf die Transformation der Industrie in den neuen Ländern entfiel und die Re-Industrialisierung dort wieder Industriearbeit einbrachte, der Abwärtstrend ist unverkennbar. Gegenläufig dazu konnte das Verarbeitende Gewerbe im laufenden Aufschwung bald 300.000 Arbeitsplätze zulegen.

Die langfristige Abnahme der Industriebeschäftigung hat vor allem drei Ursachen: Erstens wurden nach PROGNOS[2] mit der neuen Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 rd. 350.000 frühere Industriearbeitsplätze den Dienstleistungen zugeschlagen. Zweitens haben vor allem größere Industrieunternehmen einfachere Dienstleistungen, die nicht zu ihrem Kerngeschäft gehören, aus Gründen der Arbeitskosten, der Tarifbindung und Personalvertretung in wirtschaftsnahe Bereiche ausgelagert. Zu denken ist an Reinigung, Wach- und Sicherheitsdienste, Kantinen und Catering sowie einfache Bürotätigkeiten. Auch der Abbau von Personal auf unverzichtbare Stammbelegschaften und der Ausgleich von Absatzschwankungen durch Leiharbeit zählen dazu. Drittens kaufen Betriebe des Produzierenden Gewerbes immer mehr hochwertige Dienstleistungen, die sie früher noch selbst erstellt haben, von anderen Dienstleistern ein. Schließlich betten sie ihre Produkte immer mehr in vorgeschaltete und nachgelagerte Dienstleistungen ein, seien sie selbst erzeugt, seien sie zugekauft, weil nur solche Bündelungen nachgefragt werden.

Zahl der Unternehmen in ausgewählten Branchen 2011Zahl der Unternehmen in ausgewählten Branchen 2011 (PDF-Icon Grafik zum Download: 59 KB) (© bpb)
Die Tabellen und Grafiken beschreiben für die wichtigsten Wirtschaftsbereiche (ohne Finanz- und Versicherungsdienste) die Zahl der Unternehmen, der tätigen Personen und der Bruttowertschöpfung pro Person sowie die jüngste Beschäftigungsentwicklung von 2010 bis Mitte 2013 getrennt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU mit bis zu 250 Beschäftigten oder bis zu 50 Millionen Jahresumsatz) und Großunternehmen.

Danach umfasst das Verarbeitende Gewerbe mit 5.400 Großunternehmen fast vier Millionen tätige Personen und in 202.400 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kommen noch einmal 3,2 Millionen hinzu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung expandierte bis 2013 kräftig. Ähnliche Ausmaße erreicht noch der Bereich Handel, die Instandhaltung und die Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 4.700 Großunternehmen und 577.000 KMU, in denen zusammen 6,3 Millionen Personen arbeiten. In allen anderen "Dienstleistungsbereichen" gibt es sehr viele KMU und sehr wenige Großunternehmen.

Zahl der Unternehmen in ausgewählten Branchen 2011

Ausgewählte BranchenKMU1Größere Unternehmenzusammen
Verarbeitendes Gewerbe202.4005.417207.800
Handel, Instandhaltung, Reparatur Kfz.577.0454.716581.800
Verklehr, Lagerei88.73197389.700
Gastgewerbe221.850353222.200
Information, Kommunikation92.20166892.869
Grundstücke- und Wohungswesen196.639192196.831
Freiberufliche Wissenschaftliche und technische Dienstleistungen371.854707372.561
Sonstige Dienstleistungen130.8371.896132.732
Alle ausgewiesenen Branchen1.881.55714.9221.896.493

1KMU sind kleine und mittlere Untenehmen mit bis zu 250 Beschäftigten oder bis zu 50 Millionen Jahresumsatz.
Quelle: Zusammenstellung aus Söllner, R. (2014): Die wirtschaftliche Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, Wirtschaft und Statistik, Januar, S. 40-51.

Tätige Personen in ausgewählten Branchen 2011

Ausgewählte BranchenKMU1Größere Unternehmenzusammen
Verarbeitendes Gewerbe3.196.8003.939.1007.135.900
Handel, Instandhaltung, Reparatur Kfz.4.019.0002.295.9006.314.900
Verklehr, Lagerei996.700985.9001.982.500
Gastgewerbe1.759.260219.5101.978.770
Information, Kommunikation575.750469.8101.045.560
Grundstücke- und Wohungswesen424.57951.739476.317
Freiberufliche Wissenschaftliche und technische Dienstleistungen1.602.384479.1292.081.512
Sonstige Dienstleistungen1.356.5221.538.1422.894.664
Alle ausgewiesenen Branchen13.933.9959.979.23023.913.225

1KMU sind kleine und mittlere Untenehmen mit bis zu 250 Beschäftigten oder bis zu 50 Millionen Jahresumsatz.
Quelle: Zusammenstellung aus Söllner, R. (2014): Die wirtschaftliche Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, Wirtschaft und Statistik, Januar, S. 40-51.

Tätige Personen in ausgewählten Branchen 2011Tätige Personen in ausgewählten Branchen 2011 (PDF-Icon Grafik zum Download 58 KB) (© bpb)
Für die Produktion sind Unternehmen und Erwerbstätige in den Bereichen Verkehr, Logistik und Lagerei mit fast zwei Millionen Beschäftigten, in den Bereichen Information und Kommunikation mit über einer Million Erwerbstätigen und im Bereich der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit über zwei Millionen Personen in Arbeit von besonderer Bedeutung.

Der Produktivitätsvorteil von Großunternehmen wird an der Bruttowertschöpfung je tätiger Person in allen Bereichen sichtbar. Hier wirken die Vorteile der Betriebs- und Losgröße, der Automatisierung, der Arbeitsteilung sowie der Serien- und Massenfertigung. Nur in den Bereichen Information und Kommunikation sowie im Grundstücks- und Wohnungswesen, die besondere Bedingungen haben, ist die Wertschöpfung pro Kopf noch größer als im Verarbeitenden Gewerbe. Im Gastgewerbe, in dem ebenfalls viele Personen tätig sind, beträgt das hier näherungsweise gewählte Produktivitätsmaß lediglich ein Viertel der Industrieproduktivität. In den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Leasing, Arbeitnehmerüberlassung, Wach- und Sicherheitsdienste werden 42% der Bruttowertschöpfung pro Kopf im Verarbeitenden Gewerbe erzielt. Nicht ausgewiesen ist die Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern mit 36 600 Tätigen. Die Produktivitätsunterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen werden auch durch die Umsätze je tätiger Person bestätigt. Spitzenreiter ist hier der Großhandel vor dem Verarbeitenden Gewerbe. Große Differenzen in der Arbeitsproduktivität bedingen letzten Endes auch beträchtliche Entlohnungsunterschiede.

Bruttowertschöpfung je Person in Euro in ausgewählten Branchen 2011

Ausgewählte BranchenKMU1Größere Unternehmenzusammen
Verarbeitendes Gewerbe46.63486.59668.697
Handel, Instandhaltung, Reparatur Kfz.35.15051.73541.197
Verklehr, Lagerei41.17250.08545.604
Gastgewerbe15.43523.43616.322
Information, Kommunikation63.306135.43595.716
Grundstücke- und Wohungswesen119.343248.624133.388
Freiberufliche Wissenschaftliche und technische Dienstleistungen53.78869.08757.307
Sonstige Dienstleistungen30.39726.84728.510

1KMU sind kleine und mittlere Untenehmen mit bis zu 250 Beschäftigten oder bis zu 50 Millionen Jahresumsatz.
Quelle: Zusammenstellung aus Söllner, R. (2014): Die wirtschaftliche Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, Wirtschaft und Statistik, Januar, S. 40-51.

Die Größenverteilung der Unternehmen blieb von 2005 bis 2011 weitestgehend unverändert. Auch in den KMU selbst, denn darin sind sogar vier Fünftel Kleinstunternehmen, die bis zu neun tätige Personen und bis zu zwei Millionen Euro Jahresumsatz haben. Diese Kleinteiligkeit hat i.d.R. erhebliche Auswirkungen auf die Produktivität, die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen, die dort alle weit unterdurchschnittlich ausfallen.

Bruttowertschöpfung in ausgewählten BranchenBruttowertschöpfung in ausgewählten Branchen (PDF-Icon Grafik als Download 71 KB) (© bpb)
Das Verarbeitende Gewerbe ist und bleibt die wichtigste Branche in der Gesamtwirtschaft. Es erbringt fast ein Viertel der Wertschöpfung, bietet ein gutes Sechstel der Arbeitsplätze an, erzielt je rd. 90 % der Exporte und der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie drei Viertel des Innovationsaufwands, so das Institut der deutschen Wirtschaft (DIW). Nach dessen Angaben kaufen Unternehmen dieses Bereichs immer mehr Vorleistungen, insbesondere von Dienstleistern. Als Faustregel entfallen auf 1.000 Euro Wertschöpfung 600 Euro zusätzliche Wertschöpfung im Vorleistungsverbund. Andererseits besteht im Verarbeitenden Gewerbe ein Zehntel der Wertschöpfung aus selbst erstellten Dienstleistungen, z.B. technische Lösungen, Software und Unterstützung bei Montage, Wartung und Reparatur in der Nutzungsphase gelieferter Maschinen und Anlagen. Industrieunternehmen bieten beträchtlich viele und spezifische Dienstleistungen an, sodass das DIW vermutet, die Mehrheit der Mitarbeiter sei nicht in der Produktion, sondern mit Dienstleistungsaufgaben beschäftigt. Gerade das Verarbeitende Gewerbe habe demnach eine "Drehscheibenfunktion" und stehe im Zentrum der Wertschöpfungsprozesse, in die immer mehr Dienstleistungen einbezogen würden. Die Unternehmen kauften mehr, insbesondere Dienstleistungen, bei anderen Unternehmen ein, als sie selbst dorthin liefern. Allerdings sei statistisch nicht ausreichend belegt, was die Produktionsunternehmen selbst an Dienstleistungen erstellen und die Branchengrenzen würden immer mehr verschwimmen.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in ausgewählten Branchen am 30.06.2013Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in ausgewählten Branchen am 30.06.2013 (PDF-Icon Grafik zum Download 57 KB) (© bpb)
Als weitere Faustregel kann gelten, dass auf zwei klassische Industriefirmen ein industriell produzierender Dienstleister entfällt. Industrie und die dort geleistete Arbeit seien keine Gegensätze zu Dienstleistungen, sondern "integrierte Leistungsbündel", seien gefragt und bei Umsatz und Beschäftigung überdurchschnittlich erfolgreich. Man spricht deshalb auch von hybrider Wertschöpfung, also der intelligenten Verbindung von Industrie (-arbeit) und Dienstleistungen. Das gebündelte Angebot bindet die Kunden auch enger an das Hauptprodukt, die Dienstleistungen umhüllen es wie ein schützender Mantel und sichern Anschlussaufträge in der Wartung und Reparatur, im Tele-Service, in der Weiterbildung der Bedienungen und schließlich in der Entsorgung oder im Recycling.

Vorgelagert sind Marktanalysen, Beratungs- und Planungsleistungen, Hilfen bei der Finanzierung und Genehmigungsverfahren sowie assistierte Probeläufe und Vorabschulungen der benötigten Beschäftigten erforderlich. Werbung, Leasing und Garantieleistungen kommen hinzu. All das sind industrieinduzierte Dienstleistungen, die im Verbund mit dem Produkt anzubieten sind, aber selten allein, meist in Kooperation mit vielen anderen Wirtschaftsdienstleistern. Kunden werden in die Weiterentwicklung der vor- und nachgelagerten Dienstleistungen einbezogen. Alle diese Dienstleistungen gewinnen als Ursprung von Innovationen stark an Bedeutung. In den Industrieunternehmen verbleiben hauptsächlich spezifische, für das Kerngeschäft unverzichtbare Dienstleistungen.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2011 - Mitte 2013

Ausgewählte Branchen2010201230.06.2013
Verarbeitendes Gewerbe6.293.ooo6.530.0006.537.000
Handel, Instandhaltung, Reparatur Kfz.4.047.0004.194.0004.169.000
Verklehr, Lagerei1.411.0001.490.0004.169.000
Gastgewerbe832.000886.000922.000
Information, Kommunikation827.000883.000907.000
Finanz-, Versicherungsleistungen1.007.0001.011.0001.004.000
Grundstücke- und Wohungswesen209.000222.000229.000
Freiberufliche Wissenschaftliche und technische Dienstleistungen1.584.0001.751.0001.849.000
Sonstige Dienstleistungen1.808.0001.989.0002.001.000
Alle ausgewiesenen Branchen18.018.00018.956.00019.132.000

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik

Industrielle Wertschöpfung ist insbesondere immer mehr von Dienstleistungen der Information und Kommunikation abhängig und deshalb sehr arbeits- und IT-intensiv. Hochwertige und hochspezialisierte Dienstleistungsarbeit ist durch die I&K-Revolution (Informations- und Kommunikationstechnologien) in der globalisierten Welt grenzenlos verfügbar, ohne dass Personen 'wandern' müssen. Dem blühenden Außenhandel mit Gütern stehen auch wegen der geringen Kosten immer mehr Dienstleistungen zur Seite. Auch hier ist die Dienstleistungsarbeit die treibende Kraft im Strukturwandel durch Globalisierung.

Info

Sektorale Unterscheidung

Die sektorale Unterscheidung zwischen Dienstleistungen und Produktion verliert zunehmend an Trennschärfe. Das Programm "Forschung für Produktion und Dienstleistungen für morgen - Innovationen für Arbeitsplätze der Zukunft" verzahnt demzufolge die bisherige Forschungsförderung in den Bereichen Produktion und Dienstleistungen, um die zunehmende Entwicklung zu hybriden Leistungen von Produkten und Dienstleistungen aufzugreifen.

Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2014 der Bundesregierung, Maßnahmenanhang Nr. 33


Fußnoten

1.
vgl. zum Begriff Glossar auf bpb.de: Spezifische Form des wirtschaftlichen Strukturwandels, in dessen Verlauf Dienstleistungen zum relativ oder absolut wichtigsten Zweig wirtschaftlicher Aktivitäten werden. Der Begriff fußt auf der Einteilung wirtschaftlicher Aktivitäten in drei Sektoren: Land- und Forstwirtschaft, Industrie (verarbeitendes Gewerbe einschließlich des Baugewerbes) und Dienstleistungen (Handel, Banken, Versicherungen, private und öffentliche Dienstleistungen).
2.
PROGNOS ist ein Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen in Europa.
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Autor: Jürgen Kühl für bpb.de
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