Arzt läuft durch Krankenhausflur

16.12.2013 | Von:
Thomas Gerlinger

Didaktische Konzeptionierung

Überblick über die Inhalte des Moduls und die Lerntour



Pillenschachtel (© picture alliance / JOKER )

Die Integration von Versorgungsstrukturen zählt zu den großen Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen, denn die einzelnen Versorgungsbereiche sind hier in besonderer Weise voneinander abgeschottet. Seit den 1990er Jahren unternimmt der Gesetzgeber verstärkte Bemühungen, diese Abschottung zu überwinden.

Dieses Modul gibt einen Überblick über diese Bemühungen und den Stand ihrer Umsetzung. In einem ersten Schritt werden der Begriff der integrierten Versorgung sowie die Gründe für die Stärkung der integrierten Versorgung erläutert (Kapitel 1).

Kapitel 2 geht auf die gesetzlichen Maßnahmen zur Förderung einer integrierten Versorgung ein. Dabei werden die unterschiedlichen Steuerungsinstrumente und Handlungsfelder näher erläutert. Im Mittelpunkt stehen hier die Verträge zur integrierten Versorgung, strukturierte Behandlungsprogramme (Disease Managment Programme) und Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung.

Kapitel 3 befasst sich mit der Umsetzung dieser Maßnahmen. Hier stehen die verschiedenen Instrumente und Handlungsfelder der Integration im Mittelpunkt.

Das abschließende Kapitel legt dar, auf welche Hindernisse die Integration der Versorgung stößt. Dazu zählt die Orientierung von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen an finanziellen Eigeninteressen, das Festhalten insbesondere auf der Seite der Ärzte an gewachsenen institutionellen Zuständigkeiten oder auch das fortbestehende Nebeneinander von Einzel- und Kollektivverträgen.

Lernziele



Dieses Modul verfolgt folgende Lernziele:
  • Die Nutzer dieses Moduls sollen die Notwendigkeit einer verstärkten Integration der Versorgung verstehen.
  • Sie sollen die gesetzlichen Maßnahmen, die auf einer Überwindung der Abschottung von Versorgungssektoren zielen, kennenlernen.
  • Sie sollen sich mit den verschiedenen Handlungsfeldern, auf denen sich eine Versorgungsintegration vollzieht, vertraut machen.
  • Sie sollen die unterschiedlichen Formen, in denen sich eine Integration vollziehen soll, kennenlernen.
  • Sie sollen sich Kenntnisse über den Stand der Umsetzung einer Versorgungsintegration aneignen und die Hindernisse in diesem Prozess verstehen.

Zusammenfassung

Der Begriff "Integrierte Versorgung" bezeichnet die umfassende und koordinierte Bearbeitung aller Gesundheitsprobleme über den gesamten Versorgungsweg von der Primärversorgung bis zur Rehabilitation und Pflege. Der Integrationsbedarf wird durch die Spezialisierung der modernen Medizin erhöht. Außerdem steigt durch den demographischen Wandel voraussichtlich die Zahl der Krankheiten, an denen ein Mensch gleichzeitig leidet (Multimorbidität). Damit wächst auch die Zahl der Spezialisten, die an der Behandlung eines Menschen beteiligt sind. Der daraus sich ergebende Integrationsbedarf ist in allen modernen Gesundheitssystemen anzutreffen. Allerdings ist er in Deutschland besonders ausgeprägt, weil das deutsche Gesundheitswesen in besonderer Weise durch eine Abschottung der unterschiedlichen Versorgungsbereiche gekennzeichnet ist.

Seit den 1990er Jahren bemüht sich der Gesetzgeber verstärkt um eine Integration der Versorgungsstrukturen und Verläufe. In diesem Zusammenhang hat er der Selbstverwaltung aus Ärzten und Krankenkassen eine Reihe von Instrumenten an die Hand gegeben. Dazu zählen neue Freiheiten in der Vertragsgestaltung und finanzielle Anreize für die Beteiligten, einschließlich den Patienten.

Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Versorgungsformen und Versorgungseinrichtungen entstanden. Dazu zählen z.B. Disease Management Programme, die hausarztzentrierte Versorgung und Medizinische Versorgungszentren. Umstritten ist allerdings, ob und inwieweit diese Neuerungen auch zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität geführt haben.

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Autor: Thomas Gerlinger für bpb.de
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