Arzt läuft durch Krankenhausflur

16.12.2013 | Von:
Thomas Gerlinger

Didaktische Konzeptionierung

Hier wird ein Überblick über die einzelnen Kapitel und über das behandelte Thema der Lerntour gegeben. Es werden Lernziele genannt und am Schluss erfolgt eine Zusammenfassung.

Arzt beim HausbesuchDie Versorgung mit Ärzten stellt insbesondere für ländliche Regionen ein bedeutendes Zukunftsproblem des deutschen Gesundheitswesens dar. Nicht ein Ärztemangel liegt vor, sehr wohl aber eine ungleiche Verteilung von Ärzten. (© imago/Jochen Tack)

Überblick über die Inhalte des Moduls und die Lerntour

Die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema der Gesundheitspolitik geworden. Schon heute ist in zahlreichen ländlich strukturierten Gebieten ein Ärztemangel festzustellen. Dies betrifft vor allem die neuen Bundesländer, aber auch in den alten Bundesländern macht sich dieses Problem bereits bemerkbar. Insbesondere der Mangel an Hausärzten ist groß.

Dieses Modul gibt einen Überblick über die Hintergründe dieser Problematik und über die politischen Bemühungen, den Gefahren einer Unterversorgung entgegenzuwirken.

Kapitel 1 erläutert wichtige Hintergründe für die Entstehung von Unterversorgung. Hier geht es insbesondere um die Entwicklung von bevölkerungs- und Arztzahlen. Dabei wird auch auf künftige Entwicklungstrends eingegangen.

Kapitel 2 befasst sich mit der aktuellen Verteilung von Ärzten in Deutschland. Dabei wird herausgearbeitet, dass ein Nebeneinander von Unter- und Überversorgung existiert. Das Problem liegt also nicht in einer zu geringen Zahl von Ärzten, sondern in deren unangemessener Verteilung. Dabei wird auch deutlich, dass eine Unterversorgung nicht nur in ländlichen Regionen existiert bzw. droht, sondern auch in ärmeren Vierteln von Großstädten.

Das folgende Kapitel befasst sich mit den Ursachen dieser Ungleichverteilung. Dabei wird eine Reihe von Einflussfaktoren benannt: u.a. die Mängel in der bisherigen Bedarfsplanungspraxis, die Einkommensverteilung zwischen den Ärzten, der Mangel an hausärztlichem Nachwuchs und die aus Sicht vieler Ärzte geringe Attraktivität des Lebens in ländlichen Regionen. Dabei wird auch der Inhalt der novellierten Bedarfsplanungsrichtlinie erläutert, die der Gemeinsame Bundesausschuss in Umsetzung des Versorgungsstrukturgesetzes Ende 2012 verabschiedet hat.

Kapitel 4 legt dar, welche Maßnahmen das 2011 verabschiedete und 2012 in Kraft getretene Versorgungsstrukturgesetz vorsieht, um den Gefahren einer Unterversorgung entgegenzuwirken. Es beinhaltet ein breites Spektrum von Instrumenten, darunter eine Reform der Bedarfsplanung, die Schaffung finanzieller Anreize für Ärzte und die Entwicklung neuer Versorgungskonzepte für ländliche Regionen. Dabei wird auch der Inhalt der novellierten Bedarfsplanungsrichtlinie erläutert, die der Gemeinsame Bundesausschuss in Umsetzung des Versorgungsstrukturgesetzes Ende 2012 verabschiedet hat.

Das abschließende Kapitel legt dar, welche weiteren Maßnahmen unterhalb dieses gesetzlichen Rahmens von unmittelbar beteiligten Akteuren ergriffen werden, vor allem von Kommunen, Landkreisen und Landesregierungen sowie von Kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen und Ärztekammern. Dazu zählen z.B. besondere Formen finanzieller Anreize, wie z.B. die Vergabe von Stipendien für Studierende der Medizin, wenn diese sich als Hausärzte in einer ländlichen Region niederlassen, oder die Bereitstellung von Praxisräumen oder die Vergabe besonderer Kredite.

Lernziele



Dieses Modul verfolgt folgende Lernziele:
  • Die Nutzer dieses Moduls sollen Grundkenntnisse über die Entwicklung von Bevölkerungszahlen und von Arztzahlen sowie über deren regionale Verteilung erwerben.
  • Sie sollen das Verfahren der Bedarfsplanung sowie die Intervention bei Über- und Unterversorgung kennenlernen.
  • Sie sollen erkennen, dass wir es in Deutschland in erster Linie mit einer unangemessenen Verteilung von Ärzten, nicht aber, mit einem generellen Mangel an Ärzten zu tun haben.
  • Sie sollen die Ursachen für den in einigen Regionen aufgetretenen oder sich abzeichnenden Ärztemangel verstehen.
  • Sie sollen die vom Gesetzgeber ergriffenen Maßnahmen gegen den Ärztemangel kennenlernen und bewerten können.

Zusammenfassung

Die Versorgung mit Ärzten stellt insbesondere für ländliche Regionen ein bedeutendes Zukunftsproblem des deutschen Gesundheitswesens dar. Dabei haben wir es, bezogen auf die gesamte Bundesrepublik, nicht mit einem Ärztemangel zu tun, sehr wohl aber mit einer ungleichen Verteilung von Ärzten.

In den kommenden Jahrzehnten dürften sich die Voraussetzungen für die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen aller Voraussicht nach weiter verschlechtern. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Soziodemographischer Wandel, Strukturschwächen des Gesundheitswesens und Mängel in der Steuerung des Versorgungssystems greifen ineinander.

Ebenso vielschichtig wie die Ursachen sind die aus der entstandenen Situation sich ergebenden Probleme sowie die Ansatzpunkte zu ihrer Lösung. Mittlerweile existiert eine kaum noch zu überblickende Vielfalt an Initiativen, Vorschlägen und Maßnahmen, an denen Bund, Länder, Kommunen, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen beteiligt sind.

Mit dem Versorgungsstrukturgesetz versucht der Gesetzgeber, diesen Tendenzen entgegenzuwirken. Dafür wendet er eine Vielzahl von Steuerungsinstrumenten an, die von einer Reform der Bedarfsplanung über finanzielle Anreize zur Ausübung ihrer Tätigkeit in unterversorgten Regionen bis hin zu neuen Versorgungsmodellen reichen. Aber auch Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen sowie Kommunen und Länder bemühen sich darum, vor allem durch finanzielle Anreize für die Aufnahme ärztlicher Tätigkeit in dünn besiedelten Regionen zu schaffen.

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Autor: Thomas Gerlinger für bpb.de
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