Arzt läuft durch Krankenhausflur

16.12.2013 | Von:
Thomas Gerlinger

Weitere Schritte

Unabhängig vom GKV-Versorgungsstrukturgesetz gibt es bereits seit Jahren verschiedenste Instrumente und Akteure die versuchen, einer Unterversorgung entgegenzuwirken. Hier wird ein kurzer Überblick gegeben.

Notarzt im Bereitschaftsdienst.Notarzt im Bereitschaftsdienst. Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (flickr/a_kep)
Ganz unabhängig vom GKV-Versorgungsstrukturgesetz gibt es bereits seit Jahren Anstrengungen anderer Akteure, die mit eigenen Instrumenten versuchen, einer Unterversorgung entgegenzuwirken. Mittlerweile existiert eine kaum noch zu überblickende Vielfalt an Initiativen, Vorschlägen und Maßnahmen, an denen Bund, Länder, Kommunen, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen beteiligt sind.

Zum einen zielen eine Reihe von Maßnahmen darauf, formale Hürden für die ärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen zu beseitigen. So hat der Bundesgesetzgeber die 1992 beschlossene Altersgrenze für die vertragsärztliche Tätigkeit für Ärzte in unterversorgten Zulassungsbezirken aufgehoben und die Anstellung von Ärzten durch niedergelassene Kollegen erleichtert.

Zum anderen versuchen Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen in manchen Regionen, aber auch Kommunen und Länder, finanzielle Anreize für die Aufnahme ärztlicher Tätigkeit in benachteiligten Regionen zu schaffen. Dabei gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte. Akteure der Selbstverwaltung sowie Länder und Kommunen unterstützen des Öfteren Ärzte bei der Praxisübernahme oder -einrichtung finanziell. Einzelne Länder, so z.B. Sachsen-Anhalt, gewähren Studierenden der Medizin, die sich bereit erklären, später als Arzt im Land tätig zu sein, ein Stipendium oder ein Darlehen zur Finanzierung des Studiums. Auch einzelne Landkreise greifen zu derartigen Instrumenten.

Allerdings sind solchen Aktivitäten auch enge Grenzen gesetzt. Die Haushaltssituation bei Ländern und Kommunen lässt in der Regel ein größeres finanzielles Engagement nicht zu. Eine durchgreifende Anhebung der Landarzthonorare gerät in Widerspruch zu den Interessen anderer Arztgruppen. Über die Wirksamkeit dieser und ähnlicher Maßnahmen ist wenig bekannt, weil es an systematischen Evaluationen mangelt. Einstweilen geschieht auf diesem Feld noch vieles nach dem Muster "trial and error“.

Manche Bemühungen richten sich auch auf die Entwicklung neuer Organisationsformen für die medizinische Versorgung, die z. T. auch neue Formen der Arbeitsteilung zwischen den Gesundheitsberufen beinhalten. Zu bundesweiter Bekanntheit hat es das Projekt "Agnes“ gebracht. Hier geht es darum, ob und wie bislang ärztliche Tätigkeiten durch besonders qualifizierte Gesundheits- und Krankenpfleger ausgeübt werden können.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/ Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autor: Thomas Gerlinger für bpb.de
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.