Arzt läuft durch Krankenhausflur

16.12.2013 | Von:
Thomas Gerlinger

Ausblick

Wie ist die Situation und zukünftige Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung in Stadt und Land einzuschätzen? Gibt es Anlass zur Hoffnung, angesichts der Vielzahl von Maßnahmen und Aktivitäten? Sind die bestehenden Herausforderungen in absehbarer Zeit zu lösen?

Landarztpraxis im SauerlandLandarztpraxis im Sauerland (© picture-alliance, Klaus Rose)

Viele der genannten Maßnahmen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes und der Initiativen anderer Akteure erscheinen sinnvoll. Inwieweit sie tatsächlich Wirkung erzielen, wird sich vermutlich erst mittelfristig herausstellen. Allerdings sind bereits jetzt erhebliche Zweifel angebracht, ob es mit ihnen gelingen wird, die Gefahren einer Unterversorgung vor allem in ländlichen Gebieten abzuwenden.

Zum einen standen weitergehende Vorschläge im Raum, von denen sich die Oppositionsparteien, aber auch die Krankenkassen einen stärkeren Abbau der Überversorgung in Ballungszentren versprechen. Dazu gehörte z.B. der Vorschlag, den Kauf geschlossener Praxen in überversorgten Gebieten durch die KVen zu einer verpflichtenden Regelung zu machen und es nicht bei einer Kann-Regelung zu belassen. Eine Verpflichtung der KVen für den Aufkauf solcher Praxen würde die existierende Versorgung abbauen. Zugleich ist damit die Hoffnung verbunden, den Strom der niederlassungswilligen Ärzte in Richtung auf unterversorgte oder von Unterversorgung bedrohte Regionen lenken zu können.

Zum anderen ist es fraglich, ob die großen Hoffnungen, die sich auf die Wirkung finanzieller Anreize richten, wirklich berechtigt sind. Angesichts der verbreiteten Skepsis im Hinblick auf Leben und Arbeit in ländlichen Regionen müssten für viele Ärzte die finanziellen Anreize schon sehr stark sein, um sie zu einer dortigen Niederlassung zu bewegen.

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Autor: Thomas Gerlinger für bpb.de
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