Rentenpolitik

Hinterbliebenenrenten

Leistungen für Hinterbliebene (Witwer-, Witwen- und Waisenrenten), auch als Renten wegen Todes bezeichnet, stellen trotz der ansonsten starken Äquivalenz zwischen Beiträgen und gezahlten Renten in der Gesetzlichen Rentenversicherung wichtige Elemente des solidarischen Ausgleichs dar.

Hinterbliebenenrenten

Die Hinterbliebenenrenten machen 2012 fast 23 Prozent aller gezahlten Renten und gut 17 Prozent der gesamten Rentenausgaben aus. Die durchschnittliche Höhe der Witwenrenten liegt in den alten Bundesländern bei 576 Euro - und damit höher als die durchschnittliche Altersrente von Frauen, die nur 508 Euro erreicht.

Entfällt durch den Tod des Mannes sein Einkommen oder seine Rente, geraten die Familienangehörigen, die Ehefrau und die Kinder, häufig in eine existentielle Notlage.

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Funktion von Hinterbliebenenrenten

Auch heute noch unterscheiden sich Männer und Frauen stark hinsichtlich ihrer Erwerbsbeteiligung. Die Berufstätigkeit von Frauen, gerade von Ehefrauen und Müttern, nimmt seit Jahren zu. Das traditionelle Modell der Hausfrauen- und Versorgerehe, bei dem die Frau sich ausschließlich um den Haushalt und die Kindererziehung kümmert und kein eigenes Einkommen hat, dominiert heute nicht mehr. Aber von der Gleichstellung der Geschlechter sind wir noch weit entfernt. Weiter...

Anfang des letzten Jahrhunderts wurde schrittweise eine Witwen- und Waisenabsicherung eingeführt.

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Ein historischer Rückblick

Renten wegen Todes waren in der ursprünglichen Bismarck'schen Invaliditäts- und Alterssicherung für Arbeiter von 1889/91 noch nicht vorgesehen. Es gab jedoch bereits lange zuvor in Vorläuferformen der Sozialversicherung (bei Bergleuten und Handwerkskassen, lokalen Unterstützungskassen) vereinzelte entsprechende Regelungen. Weiter...

Die Witwen- bzw. Witwerrente hängt in ihrer Höhe vor allem von dem Rentenanspruch des/der Versicherten und vom Alter des/der Hinterbliebenen ab.

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Rentenarten, Anspruchsvoraussetzungen und Rentenberechnung

Hinterbliebenenrenten erhalten Witwen, Witwer und Waisen, wenn der/die verstorbene Versicherte die allgemeine Wartezeit erfüllt hat. Diese allgemeine Wartezeit beträgt fünf Jahre, zu denen neben Beitragszeiten auch Ersatzzeiten und Zeiten aus einem eventuellen Versorgungsausgleich gerechnet werden. Weiter...

Lohnabrechnung

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Einkommensanrechnung und Berechnungsbeispiele

Eigene Einkommen der/des Hinterbliebenen werden auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Diese Einkommensanrechnung wurde 1986 eingeführt und mit der Rentenreform 2001 ausgeweitet. Einbezogen sind nahezu alle Einkommensarten so vor allem Erwerbseinkommen, Lohnersatzleistungen, Grundsicherungsleistungen, eigene Renten sowie Einkommen aus Kapital, Vermietung und Verpachtung. Weiter...

Voraussetzung für das Rentensplitting ist, dass beide Partner beantragen, dass die in der Ehezeit gemeinsam erworbenen Rentenansprüche zwischen ihnen aufgeteilt werden.

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Rentensplitting statt Hinterbliebenenrente

Im Fall der Einkommensanrechnung kann das Berechnungsverfahren bei der Hinterbliebenenrente zu einer ungerechten bzw. einer als ungerecht empfundenen Ungleichbehandlung zwischen den Ehepartnern führen. Wird nämlich der Mann nach dem Tod seiner Frau Witwer, dann stellt sich seine Gesamtversorgungslage deutlich besser dar als im umgekehrten Fall, bei dem die Frau Witwe wird. Weiter...

Rentner auf Bank am Neptunbrunnen in Berlin

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Fallzahlen und Ausgaben: Strukturen und Entwicklungstrends

Im Jahr 2012 waren fast 23 Prozent aller Rentenzahlungen solche für Renten wegen Todes. Betrachtet man die Entwicklung der Hinterbliebenenrenten im Zeitverlauf, so zeigt sich seit 1990 in den alten Bundesländern ein leichter Rückgang und in den neuen Bundesländern eine weitgehende Konstanz der Empfängerzahlen. Da die Zahl der Altersrenten aber gleichzeitig zunimmt, sinkt die relative Bedeutung der Hinterbliebenenrenten kontinuierlich. Weiter...

Die Witwenrente wird noch für viele Jahre ein ganz wesentliches Element der Einkommenssicherung älterer Frauen bleiben.

Die Gesetzliche Rentenversicherung: Leistungen und Finanzierung

Höhe und Verteilung der Witwenrenten

Aufgrund ihres abgeleiteten Charakters sind Witwenrenten letztlich immer ein Spiegelbild der Verteilungsverhältnisse der originären Männerrenten, allerdings auf einem deutlich abgesenkten Niveau. Je nach Höhe der Rente des Verstorbenen stellt sich heute das Niveau der Witwensicherung in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) höchst unterschiedlich dar. Weiter...