Rentenpolitik

Die Geschichte der Rentenversicherung in Deutschland

Der vorliegende Abschnitt gibt einen Überblick über die Geschichte der Rentenversicherung in Deutschland. Dabei beschränkt sich die Darstellung nach 1945 auf die Bundesrepublik Deutschland, die Entwicklung in der DDR wird nur am Rand thematisiert (vgl. ausführlicher Schmähl (2011a); zur Überleitung und Rentenangleichung seit dem Mauerfall Renten in den neuen Bundesländern).

Die Kenntnis der Geschichte der Rentenversicherung und ihrer Einbettung in die Geschichte Deutschlands ist aufschlussreich, da sich ihre heutige Erscheinungsform einerseits nur aus ihrer historischen Entwicklung verstehen lässt.

Anderseits zeigt die historische Entwicklung auch, wie sehr gerade Reformen der Sozialversicherungssysteme, hier der Alterssicherung, in ihre Zeit, in die ökonomische und politische Entwicklung, eingebunden und von diesen abhängig sind. Nicht zuletzt wiederholen sich die Argumente und Debatten um die Sozialversicherung und ihre Reformen. Man kann − oder könnte zumindest − aus der Geschichte lernen.

Das 750-jährige Jubiläum der Sozialversicherung

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Traditionen der Alterssicherung/Vorläufer

Eine Betrachtung der historischen Wurzeln und der Entwicklung seit dem "Gesetz betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung" von 1889 ist wichtig, da manche Grundelemente der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bereits mit ihrer Konstituierung gelegt wurden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer "Pfadabhängigkeit" der Geschichte von Sozialsystemen.

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Otto von Bismarck

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Bismarcks Sozialgesetze

Am 22. Juli 1889 wurde das Gesetz betreffend die Invaliditäts- und Alterssicherung der Arbeiter verabschiedet. Bezugsberechtigt waren nur Arbeiter bis zu einer bestimmten Einkommensobergrenze sowie sehr gering verdienende Angestellte. Für kleine Selbstständige wurde die freiwillige Versicherung ermöglicht.

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Bettelnder Kriegsinvalide in Berlin, 1923: Trotz einiger Rentenerhöhungen blieben die Renten gering und konnten mit den Preissteigerungsraten nicht mithalten, ein Problem, das sich in der Nachkriegszeit potenzierte.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Die Entwicklung bis 1945 – eine wechselhafte Geschichte

Die Entwicklung der Alterssicherungssysteme zwischen ihrer Einführung und dem Ende des Zweiten Weltkriegs war - den Umbrüchen in den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen folgend - sehr wechselhaft. Dennoch haben sich in dieser Zeit (und darüber hinaus) einige der Grundelemente (und die entsprechenden Debatten) aus den Anfangsjahren erhalten bzw. pfadabhängig fortentwickelt.

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Auszahlung der Rente auf dem Hauptpostamt Bonn 1957: Die Rentenreform 1957 lässt die Rentner an der Wohlstandsentwicklung teilhaben.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Nachkriegsgeschichte und die Entwicklung bis 1990

Finanzprobleme, niedrige und anfangs noch weiter gekürzte Renten und eine verbreitete Altersarmut kennzeichneten auch nach dem Kriegsende für Jahre in den vier Besatzungszonen bzw. in den ersten Jahren der Bundesrepublik Deutschland und der DDR die Lage der Rentner.

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Rentner mit Hund in Neuruppin: 1989 verabschiedete der Deutsche Bundestag eine erneute, größere Rentenreform, die aber wegen des Mauerfalls und der Deutschen Einheit erst 1992 wirksam wurde.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Von 1990 bis heute

1989 verabschiedete der Deutsche Bundestag eine erneute, größere Rentenreform, die aber wegen des Mauerfalls und der Deutschen Einheit erst 1992 wirksam wurde. Mit dem Rentenreformgesetz 1992 wurde das neue SGB VI zeitgleich in den neuen Ländern eingeführt.

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Wie können langfristig ein angemessenes Rentenniveau, eine tragbare Beitragsbelastung der Arbeitseinkommen und ein Schutz vor Altersarmut gesichert werden? Ebert fordert eine Reform des Rentensystems, bei der die Finanzierungsbasis verbreitert und die solidarische Umverteilung gestärkt wird.Weiter...

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