Rentenpolitik

Altersarmut

Altersarmut war in Deutschland (und vielen anderen Ländern) bis weit in die Mitte des letzten Jahrhunderts hinein ein weit verbreitetes Problem. Insbesondere mit der dynamisierten bruttolohnbezogenen Rente seit 1957 hat sich die Einkommenslage der Älteren absolut und relativ nachhaltig verbessert. Die Einkommensarmut im Alter ist zurückgegangen.

Aber: Die Altersarmut steigt wieder an. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Basis Mikrozensus) lag im Jahr 2014 die Armutsrisikoquote der über 65jährigen bei 14,4 Prozent. Dass damit die Quote der Gesamtbevölkerung von 15,4 Prozent noch leicht unterschritten wird, ist nur ein schwacher Trost. Denn es ist immer zu bedenken, "dass für ältere Menschen die Möglichkeiten, eine bereits eingetretene Hilfebedürftigkeit aus eigenen Mitteln und Kräften dauerhaft zu überwinden, sehr begrenzt sind" (Deutscher Bundestag 2011, S. 37).

Quellentext

Kampf gegen Altersarmut

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vom Dezember 2013 heißt es: "Altersarmut verhindern - Lebensleistung würdigen".

Hilfsbedürftige nehmen am 26. Mai 2008 eine gespendete Mahlzeit bei der Sozialeinrichtung "Kieler Mahlzeit" in Kiel ein.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Was ist Altersarmut? Maßstäbe, Indikatoren und Messverfahren

Um die Frage nach Existenz und Ausmaß von Altersarmut zu beantworten, muss zunächst definiert werden, was unter Armut verstanden wird. Erst wenn die Armutskriterien benannt worden sind, lässt sich empirisch ermitteln, welche quantitativen Dimensionen Armut im Alter derzeit hat und voraussichtlich in Zukunft aufweisen wird. Diese Kenntnis wiederum ist Voraussetzung für eine Diskussion über Erfordernis und Zielrichtung von Reformstrategien.

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Offenburg: Arbeitende Frau in einem Projekt für wohnungslose oder in Armut gefallene Frauen.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Altersarmut und Grundsicherung

Wird Einkommensarmut im Alter am Grundsicherungsstandard (Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung) gemessen, bleibt strittig, ob die Angewiesenheit auf (in der Regel aufstockende) Grundsicherungsleistungen Ausdruck von Armut oder nur von erfolgreich "bekämpfter" Armut ist.

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Blick in eine Kleiderkammer in Bochum-Wattenscheid

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Relatives Armutsmaß: Armutsrisikoquoten

Armut ist immer relativ - zum Wohlstandsniveau der jeweiligen Gesamtpopulation. Als Standard in der Politik wie in der Wissenschaft gilt dabei, wenn es um die Messung der Bevölkerungsanteile in Armut (bzw. im Armutsrisiko) geht, die zwischen den EU-Mitgliedsstaaten vereinbarte Definition des relativen Armutsrisikos, die vorrangig mit dem Indikator der Armutsrisikoquote abgebildet wird.

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Die Zukunft des Generationenvertrags

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Wie können langfristig ein angemessenes Rentenniveau, eine tragbare Beitragsbelastung der Arbeitseinkommen und ein Schutz vor Altersarmut gesichert werden? Ebert fordert eine Reform des Rentensystems, bei der die Finanzierungsbasis verbreitert und die solidarische Umverteilung gestärkt wird.Weiter...

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Mediathek

Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

In diesem Film erfahren Sie, wie Sie sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung zurecht finden. Alle Inhalte des Films sind in Deutscher Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

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