Rentenpolitik

16.11.2016 | Von:
Gerhard Bäcker
Ernst Kistler

Was ist Rehabilitation?

Mit dem Abschluss der Akutbehandlung einer Krankheit oder eines Unfalls durch den niedergelassenen Arzt oder durch das Krankenhaus ist zwar in der Regel der akute Krankheitsprozess zum Stillstand gebracht, in vielen Fällen jedoch noch nicht gewährleistet, dass auch die Gesundheit wieder voll hergestellt ist und dass eine unbehinderte Wiedereingliederung in das berufliche und gesellschaftliche Leben erfolgen kann. Oft ist eine Rehabilitation nötig.

Künstliche Hände und Füße und ein Roboter-Arm auf einer Messe für Orthopädie- und RehatechnikMit Leistungen zur Rehabilitation werden umgangssprachlich Leistungen zur Teilhabe bezeichnet. (© picture-alliance/dpa)


Viele Krankheiten sind langwieriger und schwerwiegender Natur, beinhalten die Gefahr einer dauerhaften, chronischen Beeinträchtigung und/oder von gesundheitlichen Nebenfolgen bzw. Nachfolgeerkrankungen. Dies trifft insbesondere auf die "modernen Volkskrankheiten", die chronisch-degenerativen Erkrankungen wie Krebs, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen u. a., aber auch auf Suchterkrankungen und psychische Erkrankungen zu. Nicht selten droht die Gefahr einer dauerhaften Behinderung und/oder einer Erwerbsminderung. Diese Gefahr zu verringern, bleibende Gesundheitsschäden zu vermeiden und die Wiedereingliederung in das berufliche und gesellschaftliche Leben nach einer Krankheit zu erleichtern, ist Aufgabe der Rehabilitation.

Rehabilitation kommt damit für all diejenigen Menschen in Frage, die aufgrund ihrer Erkrankung in der Gefahr stehen, dass eine dauerhafte Beeinträchtigung droht oder ihr bereits vorhanden ist. Ihr Ziel ist die Wiederherstellung des besterreichbaren Standes ihres Leistungsvermögens und die Wiedereingliederung in das berufliche und soziale Leben. Rehabilitation ist also zugleich auch Prävention und zielt vom Grundsatz her auf alle Altersgruppen.

Als Grundsätze der Rehabilitation gelten:
  • Integration in die Gesellschaft;
  • Rehabilitation vor Rente;
  • Individuelle Hilfe, die auf die konkrete Bedarfssituation abstellt;
  • Nahtloser Übergang von medizinischer Behandlung und Rehabilitation;
  • Frühzeitige Intervention, um Fehlentwicklungen in einem möglichst frühen Stadium zu korrigieren und die Wirksamkeit der Therapie zu erhöhen;
  • Finalität d.h. notwendige Hilfen werden jedem Betroffenen unabhängig von der Ursache zuteil, auch wenn unterschiedliche Träger zuständig sind.

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Autoren: Gerhard Bäcker, Ernst Kistler für bpb.de
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