Rentenpolitik

Rentenschichtung


16.11.2016
Wie schon bei den alten Bundesländern so lässt sich auch für die neuen Bundesländer die Verteilung (Schichtung) der Rentenzahlbeträge (für alle Versichertenrenten im Rentenbestand, einschließlich Erwerbsminderungsrenten) darstellen.

Bundestagsbesucher verfolgen die Debatte über den Bericht zur Lage der älteren Generation in der Deutschland am Freitag, 28. Januar 2005, im Bundestag in Berlin.Für einen "Neid" von West- auf Ostdeutsche geben die Renten in Ostdeutschland keinen Anlass: In den neuen Bundesländern sind andere Alterseinkünfte (wie Betriebsrenten und Renten aus privater Vorsorge) wesentlich weniger verbreitet und im Schnitt niedriger als im Westen. (© AP)


Auch in den neuen Ländern zeigt sich − wenngleich abgeschwächt im Vergleich zu den alten Ländern − , dass Frauen geringere Renten als die Männer erhalten. Die Männerrenten liegen stärker im Bereich der oberen Mitte, die Frauenrenten eher in der unteren Mitte (vgl. Abbildung "Verteilung der Versichertenrenten im Bestand"). Während bei den Männern 47,9 Prozent aller Versichertenrenten 1.050 Euro und mehr betragen, sind dies bei den Frauen nur 15,9 Prozent. Von gut der Hälfte der Frauen (51,2 %) werden Renten bezogen, die zwischen 600 und 900 Euro liegen. In den alten Ländern kommen Renten in dieser Höhe aber nur 27,2 Prozent der Frauen zu Gute.

Verteilung der Versichertenrenten im Bestand, neue Bundesländer 2014Verteilung der Versichertenrenten im Bestand, neue Bundesländer 2014 (PDF-Icon Grafik zum Download 51 KB) (© bpb)
Verteilung der Versichertenrenten von Frauen im Bestand, neue und alte Bundesländer 2014Verteilung der Versichertenrenten von Frauen im Bestand, neue und alte Bundesländer 2014 (PDF-Icon Grafik zum Download 132 KB) (© bpb)


Allerdings sind bei den Frauenrenten in den neuen Ländern auch sehr niedrige Rentenzahlbeträge recht selten. Eine Versichertenrente von weniger als 450 Euro erhalten 10,5 Prozent der Frauen. Gegenüber den Verhältnissen in den alten Bundesländern (hier sind es 47,5 %) ergeben sich damit gravierende Unterschiede, die in der Abbildung "Versichertenrenten von Frauen, neue und alte Bundesländer im Vergleich" zum Ausdruck kommen.

Verteilung der Versicherungsjahre von Männern und Frauen, neue Bundesländer 2014Verteilung der Versicherungsjahre von Männern und Frauen, neue Bundesländer 2014 (PDF-Icon Grafik zum Download 136 KB) (© bpb)
Wie bereits erwähnt: Es sind die Versicherungsjahre, die hier den entscheidenden Ausschlag geben. Nahezu zwei Drittel (64,7 Prozent) der ostdeutschen Rentnerinnen (Rentenbestand) weisen 40 und mehr Versicherungsjahre auf (Abbildung "Verteilung der Versicherungsjahre von Männern und Frauen 2014, neue Bundesländer").

Ist diese Besserstellung der Frauen in den neuen Bundesländern "gerecht", werden sie "bevorzugt"? Tatsache ist, dass hinter den Renten insgesamt, hinter den Frauenrenten im Besonderen, unterschiedliche Erwerbsbiografien stehen, die sich in der späteren Rentenhöhe widerspiegeln. Das ist nicht ungerecht, sondern Folge der lohnbezogenen Rente.

Für einen "Neid" von West- auf Ostdeutsche geben diese Zahlen außerdem auch deswegen keinen Anlass, da zu bedenken ist, dass in Ostdeutschland andere Alterseinkünfte (wie Betriebsrenten und Renten aus privater Vorsorge) wesentlich weniger verbreitet und im Schnitt niedriger sind als im Westen (vgl. Einkommensquellen und Einkommensarten im Alter).


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Autoren: Gerhard Bäcker, Ernst Kistler für bpb.de
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