Rentenpolitik

Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge

Zur Kernaufgabe eines jeden Alterssicherungssystems zählt die Zahlung von Altersrenten. Im Unterschied zu Erwerbsminderungsrenten hängt der Anspruch auf eine Altersrente nicht vom Gesundheitszustand und der beruflichen Leistungsfähigkeit ab, sondern vom Erreichen einer Altersgrenze. Die Altersgrenze wirkt somit wie ein Markstein: Die Erwerbstätigkeit kann (muss aber nicht) aufgegeben werden und der Lebensunterhalt wird durch die Rente und nicht mehr durch das Erwerbseinkommen bestritten.

Entscheidende Frage ist dabei, mit welchem Alter die Altersgrenze erreicht wird. Die Festlegung der Altersgrenze ist letztlich eine politische Entscheidung und diese Entscheidung hat für den Einzelnen, aber auch für die Finanzierbarkeit der Sicherungssysteme eine große Bedeutung. In Deutschland lag über viele Jahre hinweg die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren. Diese Altersgrenze wird seit 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Zu untersuchen ist, ob tatsächlich alle so lange arbeiten können und wie es um die gesundheitliche und berufliche Leistungsfähigkeit mit vorrückendem Lebensalter steht. Wie hat sich die Erwerbstätigkeit der Älteren in den letzten Jahren entwickelt, welcher Teil der Älteren bleibt länger im Beruf und bezieht später eine Altersrente? Wie groß ist aber auch das Risiko, im höheren Erwerbsalter arbeitslos zu werden und zu bleiben? Neben der Regelaltersgrenze gibt es spezielle Altersgrenzen, die unter bestimmten Bedingungen einen vorzeitigen Rentenbezug ermöglichen. Auch besteht die Möglichkeit, statt des abrupten Übergangs von der Arbeit in die Rente einen gleitenden Übergang zu wählen. Was bedeutet dies für die ArbeitnehmerInnen?

Schild: Rente ab 67

Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge

Die Heraufsetzung der Altersgrenzen

Beginnend ab 2012 wird bis 2029 das gesetzliche Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht. Diese Erhöhung der Regelaltersgrenze lässt sich als entscheidender Schritt zur Überwindung der Frühverrentungspolitik bezeichnen, die die Situation in Deutschland seit Anfang der 1970-er Jahre geprägt hatte. Weiter...

Älterer Arbeitnehmer in Metallbaufirma. Nur rund jede dritte neue Altersrente beginnt unmittelbar aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung heraus.

Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge

Ältere auf dem Arbeitsmarkt

Die Politik der Anhebung der Altersgrenzen ist mit der Erwartung verbunden, dass nicht nur der Bezug einer Altersrente später einsetzt, sondern dass die Arbeitnehmer auch länger arbeiten. Die Erwerbsbeteiligung jenseits des 60. Lebensjahrs soll steigen. Es ist zu prüfen, ob diese Erwartung eingetreten ist, ob es auch genügend Arbeitsplätze für die Älteren gibt oder ob die Arbeitslosigkeit gerade für Ältere zu einem Problem wird. Weiter...

Titel: Fliesenleger bei der Arbeit
Bildrechte: Verwendung weltweit
Besondere Hinweise: Das Bild darf nur in einem positiven redaktionellen
Zusammenhang verwendet werden!
Rechtevermerk: picture alliance / dpa Themendienst
Fotograf: Markus Scholz
Notiz zur Verwendung: picture alliance / dpa Themendienst
Caption: Fliesenlegermeister Christian-Joachim Bock verlegt am 09.04.2014 in
Hamburg Fliesen in einer zukünftigen Küche. Foto: Markus Scholz

Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge

Leistungsfähigkeit im Alter und betriebliche Personalpolitik

Die Senioren werden fitter − Gilt das auch für die Anforderungen in der Arbeitswelt? Dabei zeigt sich: Die Auffassung, dass Ältere per se weniger leistungsfähig sind, trifft nicht zu. Auf der anderen Seite ist aber auch nicht zu übersehen, dass viele Ältere gerade bei bestimmten Tätigkeiten und Berufen vor besonderen Problemen stehen. Hier kommt es entscheidend auf die Unternehmen an, für eine alterns- und altersgerechte Arbeitswelt Sorge zu tragen. Weiter...

Frau arbeitet in einem Gewächshaus

Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge

Flexibel statt starr: Differenzierte und gleitende Übergänge in den Ruhestand als Reformmodelle?

Die heutige Berufs- und Arbeitswelt ist in hohem Maß von Wechsel und Veränderung geprägt. Zugleich haben sich die Arbeitsbedingungen und -belastungen sehr unterschiedlich entwickelt. Sollte es nicht deswegen flexible Altersübergänge statt fester Altersgrenzen geben? Es mehren sich die Vorschläge, nach Regeln und Möglichkeiten zu suchen, die individuell gestaltbare Wege in die Rente eröffnen. Weiter...

Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge

Verzeichnis der zitierten und weiterführenden Literatur

Hier finden Sie ein Verzeichnis der zitierten und weiterführenden Literatur zum Kapitel Altersgrenzen, Alterserwerbstätigkeit, flexible Altersübergänge aus dem Dossier Rentenpolitik. Weiter...

 

Mediathek

Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

In diesem Film erfahren Sie, wie Sie sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung zurecht finden. Alle Inhalte des Films sind in Deutscher Gebärdensprache (DGS) übersetzt. Weiter... 

Dossier

Arbeitsmarktpolitik

Das Dossier stellt Grundlagen, Ziele, Akteure und Instrumente der Arbeitsmarktpolitik vor. Weiter... 

Dossier

Gesundheitspolitik

Dossier über die Grundlagen, Strukturen und Akteure der Gesundheitspolitik, der Gesundheitsversorgung und der Pflegeversicherung. Weiter... 

Die Netzdebatte

Rente

Glaubt man den Prognosen steht unser Rentensystem vor einem Problem: Wir werden immer älter, die Gesellschaft schrumpft und unsere Lebensläufe werden immer fragmentierter. Künftig müssen also verhältnismäßig wenige junge Menschen immer mehr alte mit Ihren Rentenbeiträgen finanzieren. Gleichzeitig zahlen viele immer unregelmäßiger in die Rentenkassen ein. Was bedeutet das für den Sozialstaat? Welche Reformen werden diskutiert? Ist die Rente noch zu retten? Weiter... 

Dossier

Demografischer Wandel

Zu- und Auswanderung, Geburtenrate, Sterblichkeit - die sind die drei zentralen Faktoren für die demografische Entwicklung. Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaft spürbar verändern - ob auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene, im Bereich der Sozialversicherungen, der Arbeitswelt, der Infrastruktur oder der Familienpolitik. Das Dossier beleuchtet die wichtigsten Bereiche und skizziert den Stand der Debatte. Weiter...