Rentenpolitik

Die Heraufsetzung der Altersgrenzen

Die Rente mit 67 setzt einen Markstein. Diese Erhöhung der Regelaltersgrenze lässt sich als entscheidender Schritt zur Überwindung der Frühverrentungspolitik bezeichnen, die die Situation in Deutschland seit Anfang der 1970er Jahre geprägt hatte. Beginnend ab Mitte der 1990er Jahre wurden jedoch bereits die vorgezogenen Altersgrenzen heraufgesetzt und ihre Inanspruchnahme wurde mit Abschlägen verbunden. Die öffentliche Diskussion im Zusammenhang mit der Veränderung der Altersgrenze hält bis heute an. Hierfür sind vor allem zwei Gründe verantwortlich:

  • Unter dem Aspekt der Finanzierung (eines jeden Systems, Umlage oder Kapitaldeckung) teilen sich die Mitglieder in die Gesamtheit der Beitragszahler und diejenige der Rentenbezieher. Eine Veränderung dieser Altersgrenze hat entsprechende Folgen. Im Fall der Heraufsetzung werden Beiträge länger gezahlt (dies allerdings nur, wenn auch die Beschäftigung länger dauert), dafür Renten weniger lang. Der Finanzaspekt bildet einen wesentlichen Hintergrund für die Rechtsänderung;

  • für den Einzelnen ist "sein" Rentenalter, in seinen persönlichen, beruflichen und familiären Planungen sehr wichtig. Gerade eine Erhöhung des Rentenalters findet bei vielen keine Zustimmung, da sie in die Lebensplanung eingreift. Die Historie zeigt, dass in der Vergangenheit die Altersgrenzen tendenziell gesenkt wurden und Frühverrentung aktive Politik war. Frühverrentung war zeitweilig ein beschäftigungspolitisches Konzept.

Mitarbeiter bei Fortbildung

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Regelungen, Begründungen, Hintergründe

Die Regelaltersgrenze teilt – idealtypisch – die Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung in Beitragszahler und Rentenbezieher. Dies ist von zentraler Bedeutung für die Finanzen der Gesetzlichen Rentenversicherung.

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Schild: Rente ab 67

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Die Entwicklung der Regelaltersgrenze und der vorgezogenen Altersgrenzen

Historisch gesehen lag die Regelaltersgrenze zu Beginn der Gesetzlichen Rentenversicherung bei 70 Jahren. In der Vergangenheit wurde diese Grenze zunächst auf das 65. Lebensjahr gesenkt. Dann wurde sie − vor allem durch Sonderregelungen aus v. a. arbeitsmarktpolitischen Gründen − für bestimmte Gruppen aufgelockert. Seit Mitte der 1990er Jahre geht die Entwicklung in Richtung einer Erhöhung der Lebensarbeitszeit.

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Wie können langfristig ein angemessenes Rentenniveau, eine tragbare Beitragsbelastung der Arbeitseinkommen und ein Schutz vor Altersarmut gesichert werden? Ebert fordert eine Reform des Rentensystems, bei der die Finanzierungsbasis verbreitert und die solidarische Umverteilung gestärkt wird.Weiter...

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