Rentenpolitik

Ältere auf dem Arbeitsmarkt

Zentrales Ziel der Anhebung der Altersgrenzen ist es, dass die Altersrenten später bezogen werden und die Rentenlaufzeit entsprechend verkürzt wird. Aber diese Veränderung im Rentenrecht bedeutet noch keineswegs, dass die Versicherten auch tatsächlich länger arbeiten, also länger in ihrem Beruf und Betrieb bleiben. Renteneintritt und Erwerbsaustritt sind nicht identisch. Ein längerer Verbleib im Arbeitsleben setzt bei den Beschäftigten voraus, dass sie hinsichtlich ihrer physischen und psychischen Konstitution auch länger arbeiten können. Und die Betriebe müssen Arbeitsplätze bereitstellen und von ihrer bisherigen Frühausgliederungsstrategie abrücken. Die Daten zeigen, dass die Erwerbsbeteiligung der Älteren tatsächlich stark angestiegen ist. Aber zugleich gewinnt das Problem der Arbeitslosigkeit von Älteren an Bedeutung.

Mann liest Zeitung auf Parkbank

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Steigende Erwerbsbeteiligung

Die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer hat in den Jahren seit 2005 deutlich zugenommen. Dies betrifft die Männer und vor allem die Frauen. Aber immer noch steht in den rentennahen Altersjahren nur die Minderheit der Älteren in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

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Demonstration von Langzeitarbeitslosen vor dem Bundestag in Berlin 2013. Das Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, ist ein zentrales Problem für die Älteren am Arbeitsmarkt.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

(Langzeit)Arbeitslosigkeit Älterer

Das Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, ist ein zentrales Problem für die Älteren am Arbeitsmarkt. Insgesamt haben sich in den zurückliegenden Jahren die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt erheblich verbessert: Die Zahl der (auch versicherungspflichtig) Beschäftigten ist gestiegen sowie Zahl und Quote der Arbeitslosen sind kontinuierlich gesunken. Aber die Älteren haben von dieser positiven Entwicklung nur unterproportional profitiert.

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Älterer Arbeitnehmer in Metallbaufirma. Nur rund jede dritte neue Altersrente beginnt unmittelbar aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung heraus.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Erwerbsaustritt und Renteneintritt: Nicht identisch!

Das faktische Renteneintrittsalter ist nicht identisch mit dem Erwerbsaustrittsalter. Zwischen Erwerbsaustritt (bzw. Ende der aktiven Versicherung) und Renteneintritt weisen sehr viele Versicherte eine Phase der passiven/latenten Versicherung etc. auf. Zum Beispiel den Rückzug vom Arbeitsmarkt oder Phasen langer Arbeitslosigkeit.

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Mitarbeiter bei einer Präsentation in einem Büro

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Ein Blick in die Zukunft: Arbeitskräftemangel?

Die Anhebung der Altersgrenzen wird auch mit einem drohenden bzw. schon bestehenden Mangel an Fach-, ja generell an Arbeitskräften begründet. Immer wieder tauchen Forderungen nach einem Renteneintrittsalter von 70 Jahren auf. Doch muss wirklich ein Arbeitskräftemangel befürchtet werden? Es spricht viel dagegen, dass dieses Argument für die Zukunft zutreffend ist. Für die Gegenwart ist diese pauschale Diagnose auf jeden Fall falsch.

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Die Zukunft des Generationenvertrags

Die Zukunft des Generationenvertrags

Wie können langfristig ein angemessenes Rentenniveau, eine tragbare Beitragsbelastung der Arbeitseinkommen und ein Schutz vor Altersarmut gesichert werden? Ebert fordert eine Reform des Rentensystems, bei der die Finanzierungsbasis verbreitert und die solidarische Umverteilung gestärkt wird.Weiter...

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Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

In diesem Film erfahren Sie, wie Sie sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung zurecht finden. Alle Inhalte des Films sind in Deutscher Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

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