Rentenpolitik

Flexibel statt starr: Differenzierte und gleitende Übergänge in den Ruhestand als Reformmodelle?

Kann es nicht flexible Altersübergänge statt fester Altersgrenzen geben? In einer zunehmend individueller werdenden Gesellschaft werden auch Regeln und Möglichkeiten gesucht, die individuell in höherem Maße gestaltbare Wege in die Rente ermöglichen. Entsprechende Vorschläge werden diskutiert.

Die heutige Berufs- und Arbeitswelt ist in hohem Maß von Wechsel und Veränderung geprägt. Auch die viele Jahrzehnte festen Altersgrenzen von 65 Jahren für Männer und 60 Jahre für Frauen gelten so einheitlich nicht mehr. Aktuell werden Vorschläge einer weiteren Flexibilisierung der Altersgrenzen diskutiert. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass mit einer so gravierenden, Millionen Menschen betreffenden Rechtsänderung auch zahlreiche Randbedingungen zu berücksichtigen wären.

Aus arbeits- und sozialmedizinischer Sicht wird ein gleitender Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand befürwortet. Aber auch die derzeitigen Regeln bieten bereits Möglichkeiten des gleitenden Übergangs. Dazu liegen Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit vor. Der Beruf und die Belastungen in der Arbeitswelt sind wichtige Parameter, um die Altersgrenze gesund zu erreichen. Es gibt daher Vorschläge, Altersgrenzen berufsspezifisch zu orientieren. Wäre damit auch ein weiterer Schritt zur Destandardisierung des Lebenslaufs getan?

Frau arbeitet in einem Gewächshaus

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Flexibilisierung der Altersgrenzen: Ein komplexes Thema

Eine klare Regelaltersgrenze strukturiert einerseits das Arbeitsleben in sinnvoller und berechenbarer Weise. Andererseits sind die Arbeitsfähigkeit und die Bedürfnisse der Menschen im höheren Erwerbsalter höchst unterschiedlich. Und: Ihre Arbeitsmarktchancen sind sehr verschieden.

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Frau im Büro am Schreibtisch mit Telefon

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Das Modell des gleitenden Ruhestands

Aus verschiedenem Blickwinkel spricht viel für einen gleitenden Übergang in den Ruhestand mit schrittweise reduzierter Arbeitszeit.

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Klempner bei der Arbeit

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Heute mögliche vorzeitige Renteneintrittswege und Erfahrungen mit der Altersteilzeit und der Teilrente

Neben wenigen auch weiterhin möglichen Sonderaltersgrenzen (Schwerbehinderte; (besonders) langjährige Versicherte) gibt es einige Möglichkeiten eines vorzeitigen bzw. teilweisen Übergangs in die Rente.

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Rentnerin mit Mini-Job als Reinigungskraft. Fast 1 Million Personen im Alter von 65 Jahren und älter haben im Juni 2014 eine Beschäftigung mit einem Verdienst von bis zu 450 Euro ausgeübt.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Weiterarbeit trotz Rente: Erwerbstätigkeit und Vollrentenbezug

Wenn mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze die Altersrente bezogen wird, ist es durchaus möglich, noch weiter zu arbeiten − selbstständig oder abhängig beschäftigt und ohne Begrenzung des Einkommens. Davon wird im zunehmenden Maße Gebrauch gemacht.

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Ein Dachdecker legt im Juni 2013 in Hamburg neue Dachpfannen auf ein Dach.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Altersgrenzen nach Dauer und Art der Beschäftigung?

Das deutsche Rentenrecht kennt für spezielle Berufsgruppen kaum spezielle, niedrigere Altersgrenzen für eine Altersrente. Viele weitere Tätigkeiten führen jedoch dazu, dass Menschen im höheren Erwerbsalter nicht mehr arbeitsfähig sind, ohne bereits die hohen Hürden für eine Erwerbsminderungsrente zu erreichen. Sind belastungsdifferenzielle Altersgrenzen realisierbar?

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Älterer Mann auf dem Fahrrad

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Von der Standardisierung zur Destandardisierung des Lebenslaufs?

Vorstellungen von einer größeren Wahlfreiheit und einer angeblich von allen gewünschten Destandardisierung der Erwerbs- und Lebensverläufe gehen von gleichen Verwirklichungschancen für alle aus. Diese sind nicht gegeben. Regulierungen haben daher vor allem auch eine sinnvolle soziale Schutzfunktion.

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Die Zukunft des Generationenvertrags

Die Zukunft des Generationenvertrags

Wie können langfristig ein angemessenes Rentenniveau, eine tragbare Beitragsbelastung der Arbeitseinkommen und ein Schutz vor Altersarmut gesichert werden? Ebert fordert eine Reform des Rentensystems, bei der die Finanzierungsbasis verbreitert und die solidarische Umverteilung gestärkt wird.Weiter...

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Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

In diesem Film erfahren Sie, wie Sie sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung zurecht finden. Alle Inhalte des Films sind in Deutscher Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

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Zu- und Auswanderung, Geburtenrate, Sterblichkeit - die sind die drei zentralen Faktoren für die demografische Entwicklung. Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaft spürbar verändern - ob auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene, im Bereich der Sozialversicherungen, der Arbeitswelt, der Infrastruktur oder der Familienpolitik. Das Dossier beleuchtet die wichtigsten Bereiche und skizziert den Stand der Debatte.

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