Rentenpolitik

Finanzierung der Rentenversicherung zwischen Krisen und Konjunkturen

Finanzierungsprobleme der Gesetzlichen Rentenversicherung: Von Defiziten zu Überschüssen und wieder zu Defiziten?

"Eines ist sicher: Die Rente!" Diese Aussage des früheren Bundesarbeitsministers Blüm gehört zu den meistkritisierten Versprechungen von Politikern. Denn wenn man die Finanzlage der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) in den Jahren zwischen 2001 und 2007 betrachtet, überwiegen die Meldungen über Krisen. Mehrfach bestand die Gefahr, dass die laufenden Einnahmen nicht ausreichen, um die Rentenleistungen finanzieren zu können. Da die Gesetzliche Rentenversicherung im Umlageverfahren finanziert wird und die Rücklagen zwischen 2001 und 2007 deutlich weniger als eine Monatsausgabe abdeckten, musste nach Lösungen auf der Einnahmen- wie auf der Ausgabenseite gesucht werden, um das drohende Defizit abzuwenden. Seit 2008 änderte sich jedoch das Bild: Die Rentenversicherung machte Überschüsse, die laufenden Einnahmen lagen höher als die laufenden Ausgaben, die Rücklagen stiegen an. Angesichts dieser günstigen Situation wurden – wie gesetzlich vorgeschrieben – die Beitragssätze gesenkt: Im Jahr 2012 von 19,9 auf 19,6 Prozent, im Jahr 2013 auf 18,9 Prozent und dann 2015 weiter auf 18,7 Prozent. Die Frage ist: Wie kommt es zu diesen "Wechselbädern"? Wie lange hält die günstige Situation an, folgen auf die Überschüsse schon bald wieder Defizite?

Was sind also die Ursachen für die Schwankungen in der Finanzlage der Gesetzlichen Rentenversicherung? Der vorliegende Abschnitt untersucht die Hintergründe dieser Entwicklung und geht dabei insbesondere auf die ökonomischen Rahmenbedingungen sowie auf die Situation am Arbeitsmarkt ein. Abschließend wird dargestellt, welche Maßnahmen auf der Einnahmen- und vor allem auf der Ausgabenseite in den letzten Jahren getroffen worden sind, um die Finanzlage zu stabilisieren.

Ältere Frau zählt Geldscheine.

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Finanzierung im Umlageverfahren: Bestimmungsfaktoren für die Höhe der Einnahmen und der Ausgaben

Die Entwicklung der Finanzen der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) hängt nicht nur – wie in der öffentlichen Debatte oft verkürzend unterstellt wird – von der Zahl der Rentenbezieher (und der Zahl der Beitragszahler) sowie der Höhe der Renten ab. Sie hängt auch von der Entwicklung der Arbeitsentgelte ab.

Mehr lesen

Schild mit Aufschrift "450 Euro Job".

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Rentenversicherung und Arbeitsmarkt

Veränderungen am Arbeitsmarkt sind von größter Bedeutung für die Rentenfinanzen. Das gilt insbesondere für den Trend zu nicht sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsformen.

Mehr lesen

Demo gegen Rente mit 67

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Reaktionen der Politik: Einschnitte im Leistungsrecht

Zentrales Charakteristikum der Rentenreformen der letzten beiden Jahrzehnte ist das Bestreben, die Beitragssätze niedrig zu halten. Folge dieser "einnahmeorientierten Ausgabenpolitik" sind deutliche Leistungseinschränkungen.

Mehr lesen

Handelssaal der Frankfurter Wertpapierboerse

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Rentenfinanzen während und nach der Finanzkrise

Die umlagefinanzierte gesetzliche Rente in Deutschland hat die Finanzkrise 2008/2009 nicht nur gut überstanden, sondern auch deutlich konjunkturstabilisierend gewirkt. Im Gefolge des Konjunkturaufschwungs seit 2010 wurde der Beitragssatz sogar mehrfach gesenkt.

Mehr lesen

Titel: Experten: Rentenbeitrag sinkt 2014 auf 18,4 Prozent
Bildrechte: Verwendung weltweit
Rechtevermerk: picture alliance / dpa
Fotograf: Julian Stratenschulte
Notiz zur Verwendung: (c) dpa
Caption: Eine Frau mit einem Rollator läuft am 05.07.2013 durch eine
Unterführung im Ihme-Zentrum in Hannover (Niedersachsen) vorbei an einem
Schriftzug "Die besten Jahre meines Lebens". Der Beitragssatz zur
Rentenversicherung sinkt Anfang 2014 voraussichtlic

Gerhard Bäcker, Ernst Kistler

Finanzierung des Rentenpakets 2014

Der Löwenanteil des Rentenpakets 2014 ist für die Finanzierung der Mütterrente eingesetzt worden. Da deren Finanzierung systemwidrig über Beitrags- und nicht über Steuermittel bewerkstelligt wird, belastet dies die Finanzlage der Rentenversicherung auf Dauer.

Mehr lesen

Publikation zum Thema

Die Zukunft des Generationenvertrags

Die Zukunft des Generationenvertrags

Wie können langfristig ein angemessenes Rentenniveau, eine tragbare Beitragsbelastung der Arbeitseinkommen und ein Schutz vor Altersarmut gesichert werden? Ebert fordert eine Reform des Rentensystems, bei der die Finanzierungsbasis verbreitert und die solidarische Umverteilung gestärkt wird.Weiter...

Zum Shop

Mediathek

Die Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

In diesem Film erfahren Sie, wie Sie sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung zurecht finden. Alle Inhalte des Films sind in Deutscher Gebärdensprache (DGS) übersetzt.

Jetzt ansehen

Dossier

Arbeitsmarktpolitik

Das Dossier stellt Grundlagen, Ziele, Akteure und Instrumente der Arbeitsmarktpolitik vor.

Mehr lesen

Dossier

Gesundheitspolitik

Dossier über die Grundlagen, Strukturen und Akteure der Gesundheitspolitik, der Gesundheitsversorgung und der Pflegeversicherung.

Mehr lesen

Die Netzdebatte

Rente

Glaubt man den Prognosen steht unser Rentensystem vor einem Problem: Wir werden immer älter, die Gesellschaft schrumpft und unsere Lebensläufe werden immer fragmentierter. Künftig müssen also verhältnismäßig wenige junge Menschen immer mehr alte mit Ihren Rentenbeiträgen finanzieren. Gleichzeitig zahlen viele immer unregelmäßiger in die Rentenkassen ein. Was bedeutet das für den Sozialstaat? Welche Reformen werden diskutiert? Ist die Rente noch zu retten?

Mehr lesen

Dossier

Demografischer Wandel

Zu- und Auswanderung, Geburtenrate, Sterblichkeit - die sind die drei zentralen Faktoren für die demografische Entwicklung. Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaft spürbar verändern - ob auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene, im Bereich der Sozialversicherungen, der Arbeitswelt, der Infrastruktur oder der Familienpolitik. Das Dossier beleuchtet die wichtigsten Bereiche und skizziert den Stand der Debatte.

Mehr lesen