Wegweiser zum Wahllokal in Berlin aus dem Jahre 2013

Wahlsysteme im Vergleich

Laut Bundeswahlgesetz wird der Bundestag "nach den Grundsätzen einer mit der Personenwahl verbundenen Verhältniswahl" gewählt. Das Wahlsystem der Bundesrepublik ist aber nur eines von mehr als 250 verschiedenen Wahlverfahren. Diese lassen sich auf zwei Grundtypen zurückführen: Mehrheitswahl und Verhältniswahl. Sie unterscheiden sich in der Art und Weise, wie die Stimmen der Wählerinnen und Wähler in Mandate umgewandelt werden. Dabei handelt es sich um mehr als nur ein formelles Problem. Die Zusammensetzung des Parlaments fällt nämlich je nach Wahlsystem unterschiedlich aus. In der parlamentarischen Demokratie bestimmt das Wahlsystem darüber, wer die Regierung stellen kann. Die Ausgestaltung des Wahlsystems berührt daher unmittelbar die Machtfrage.

Die Verhältniswahl – in der Bundesrepublik wird eine Variante davon angewendet – ist das am weitesten verbreitete Wahlsystem. Auch in Mittel- und Osteuropa hat sie sich nach der Wende von 1989/90 überwiegend durchgesetzt. In Frankreich dagegen findet das Prinzip der absoluten Mehrheitswahl Anwendung. Die relative Mehrheitswahl wird vor allem im englischsprachigen Raum verwendet. Man findet sie in Kanada, den Vereinigten Staaten von Amerika und in Großbritannien. Vor- und Nachteile dieser unterschiedlichen Wahlsysteme und ihrer Auswirkungen werden im Folgenden ausgeführt. Anschließend erfolgt deren politische Bewertung unter Einbeziehung des bundesdeutschen Wahlsystems.

Der damalige Premierminister David Cameron nimmt am 27. Juni 2016 im britischen Unterhaus zum Referendum über den Brexit, den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union, Stellung (Standfoto aus einer Videoaufzeichnung).

Kapitel 2: Wahlsysteme im Vergleich

Mehrheitswahl

Bei der relativen Mehrheitswahl gewinnt das Mandat, wer mehr Stimmen erhält als jeder andere Kandidat. Bei der absoluten Mehrheitswahl dagegen braucht ein Wahlkreiskandidat mindestens 50 Prozent plus eine Stimme. Weiter...

Über verschiedene Wahlsysteme gelangten Angela Merkel und François Hollande in ihr Amt: mittels (personalisierter) Verhältniswahl die Bundeskanzlerin, die am 15. Mai 2012 in Berlin den französischen Staatspräsidenten empfängt, dieser mittels absoluter Mehrheitswahl.

Kapitel 2: Wahlsysteme im Vergleich

Verhältniswahl

Bei diesem Wahlsystem soll die Zusammensetzung des Parlaments den Wählerwillen möglichst genau widerspiegeln. Die Parlamentssitze werden im selben Verhältnis zugeteilt, wie abgestimmt wurde. Doch verschiedene Regelungen führen dazu, dass es "das" Verhältniswahlsystem nicht gibt. Weiter...

In Dänemark sind Regierungen ohne eigene Mehrheit im Parlament der Regelfall. So muss auch die Minderheitsregierung von Premierminister Lars Løkke Rasmussen (Mitte) bei Abstimmungen immer wieder um die Stimmen anderer Parteien im dänischen Folketing werben.

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Auswirkungen von Wahlsystemen

Ob Mehrheitswahl oder Verhältniswahl: Das jeweilige Wahlrecht bestimmt, ob und wie die Wählerstimmen in Mandate umgewandelt werden. Damit beeinflusst es die Wahlentscheidung der Wählerinnen und Wähler. Weiter...

Die Mehrheitswahl wird häufig als Personenwahl betrachtet. Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2016 ringen Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der Republikaner, und Hillary Clinton, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, bei einem direkten Aufeinandertreffen im Fernsehen um die Gunst der Wahlberechtigten. Foto: Ron Sachs CNP/ABACA.

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Politische Stabilität und Bewertung

Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Wahlsystem und der Stabilität eines politischen Systems lässt sich nicht allgemein beantworten. Wahlsysteme lassen sich jedoch grundsätzlich nach zwei Kriterien bewerten: Gerechtigkeit und Funktionalität. Weiter...

 

Wahlkabine - Podcast und Blog zur Bundestagswahl 2017

Wahlkabine ist der Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung zur Bundestagswahl 2017. In jeder Folge bitten wir eine oder mehrere Expertinnen und Experten vor das Mikro und sprechen mit ihnen über zentrale Aspekte zum Thema Wahlen und der Bundestagswahl 2017. Weiter... 

Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestags in BerlinThemenseite

Bundestagswahl 2017

Am 24. September 2017fand die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. 61,5 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen, rund drei Millionen von ihnen zum ersten Mal. Auf dieser Seite informiert die Bundeszentrale für politische Bildung über die Ergebnisse, Hintergründe und ihre Angebote zur Wahl. Weiter...