Wegweiser zum Wahllokal in Berlin aus dem Jahre 2013

Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Wahlkampf bedeutet konkurrierende Werbung der Parteien um Wählerstimmen. Alle Ziele eines Wahlkampfs sind in der Regel auf drei Aspekte ausgerichtet, wobei natürlich der Wahlsieg das Hauptziel darstellt: das eigene Stammwählerpotenzial optimal zu mobilisieren, Wechselwählende zu binden und den Nichtwähleranteil bei der gegnerischen Stammwählerschaft zu erhöhen. Politikfelder, bei denen man in den Augen der Bürgerinnen und Bürger am kompetentesten erscheint, werden in Wahlkampfzeiten besonders in den Vordergrund gerückt (beispielsweise 1972 die SPD und FDP mit der Ostpolitik, 1990 die CDU mit der Wiedervereinigung) und der Amtsbonus der Regierungschefs wird genutzt ("Auf den Kanzler kommt es an" CDU/ CSU 1969; "Kanzler des Vertrauens" SPD 1972; "Kanzler der Einheit" CDU/CSU 1990, "Wir wählen die Kanzlerin" CDU/CSU 2009).

Knappe Wahlslogans sollen die Themen auf Kernaussagen reduzieren und die Identifikation mit den Kandidaten erhöhen. Dennoch ist die Bevölkerung der herkömmlichen Wahlkämpfe mit Kundgebungen und Postwurfsendungen immer überdrüssiger geworden. Die Politikerauftritte im Fernsehen gelten als schlechte Unterhaltung. Im Prinzip sollte ein Wahlkampf die Chance bieten, die politische Situation des Landes zu analysieren und über die Zukunft nachzudenken. Wahlkampf ist zunächst einmal besonders verdichtete politische Kommunikation. Sie stellt immer ein Beziehungsgeflecht zwischen dem politischen System, den Medien und der Öffentlichkeit als Publikum der Medien her. Politische Kommunikation ergänzt zugleich die staatliche Gewaltenteilung. Doch das ist nur die eine Seite des Wahlkampfs.

Neben der Bewusstmachung von politischen Problemen lenken die Parteien – oft gleichzeitig und nebeneinander – auch absichtlich von den Problemen ab. Das Werben um die Stimme der Bürgerinnen und Bürger ist seit den Neunzigerjahren für die Parteien schwieriger geworden. Dies hängt sowohl mit der veränderten Medienstruktur als auch mit der Mediennutzung zusammen.

Aber auch der Wandel des Wahlverhaltens macht es den Parteien schwerer. Parteibindungen haben nachgelassen, das Vertrauen zu den Spitzenkandidaten ist für die Wählerinnen und Wähler wichtiger geworden als die politische Programmatik. Die Nichtwählerzahl ist deutlich angestiegen, die Stimmabgabe erfolgt häufig spontan, wechselhaft und von persönlichen kurzfristigen Stimmungen beeinflusst, wie bereits im vorausgegangenen Kapitel erläutert wurde.

Vor allem durch interaktive Angebote werden die Wahlberechtigten mit dem neuen Wahlkampfmedium Internet angesprochen. www.cdu.de / www.csu.de / www.spd.de / www.fdp.de / www.gruene.de / www.die-linke.de / www.piratenpartei.de / www.alternativefuer.de

Kapitel 9: Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Die Amerikanisierung der Wahlkämpfe

Wahlkämpfe werden zunehmend auf die Spitzenkandidatur einer Partei ausgerichtet. Die meisten Bürger erleben Politik nur noch in den Medien. Als zentrales Wahlkampfmedium entpuppt sich das Internet. Weiter...

teaserbild professionalisierung

Kapitel 9: Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Professionalisierung

Neben der Wahlkampfmaschine Partei spielen externe Wahlkampfberater eine immer größere Rolle. Und auch das negative campaigning, den Angriffswahlkampf, konnte man immer wieder auch in deutschen Wahlkämpfen beobachten. Weiter...

Alter Fernseher mit Info zu Parteienspots

Kapitel 9: Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Massenmedien und Wahlkampf

Trotz einer kontroversen wissenschaftlichen Diskussion über den Zusammenhang zwischen Medien und Wahlverhalten, gilt für die Parteien: Wer keinen Medienwahlkampf organisieren kann und nur auf traditionellen Parteienwahlkampf setzt, ist relativ chancenlos. Weiter...

Bundeskanzler Helmut Kohl während einer Regierungserklärung im April 1989.

Kapitel 9: Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Wahlkampfmanagement

In den Wahlkampfstrategien der Parteien unterscheidet man drei Abschnitte: Vorbereitungsphase, Vorwahlkampfzeit und Schlussphase. Dabei ist das Themenmanagement ebenso wichtig wie die Personalisierung. Weiter...

Einnahmequellen der Parteien im Jahr 2014 (in %). Quelle: Rechenschaftsberichte der Parteien; eigene Darstellung

Kapitel 9: Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Wahlkampfkosten

Parteien in Deutschland finanzieren sich aus öffentlichen und privaten Mitteln. Weil die staatlichen Zuwendungen die selbst erwirtschafteten Einnahmen nicht übersteigen dürfen, ist für die Wahlkampfkostenerstattung nicht mehr so entscheidend, wie die Partei bei Wahlen abgeschnitten hat. Weiter...

Karikatur von Klaus Stuttmann

Kapitel 9: Wahlkampf und die Bundestagswahl 2013

Wahlergebnis, Koalitionsverhandlungen und Regierungsbildung

Deutschland ist eine Koalitionsdemokratie. Deshalb sind die Tage, Wochen und manchmal Monate nach der Bundestagswahl geprägt von der Suche nach der passenden Koalition für eine künftige Regierung. Weiter...

 

Wahlkabine - Podcast und Blog zur Bundestagswahl 2017

Wahlkabine ist der Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung zur Bundestagswahl 2017. In jeder Folge bitten wir eine oder mehrere Expertinnen und Experten vor das Mikro und sprechen mit ihnen über zentrale Aspekte zum Thema Wahlen und der Bundestagswahl 2017. Weiter... 

Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestags in BerlinThemenseite

Bundestagswahl 2017

Am 24. September 2017 fand die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. 61,5 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen, rund drei Millionen von ihnen zum ersten Mal. Auf dieser Seite informiert die Bundeszentrale für politische Bildung über die Ergebnisse, Hintergründe und ihre Angebote zur Wahl. Weiter...