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Wer steht zur Wahl?

Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU)

Parteiprofil

Gründungsjahr Bundesverband
1945*
Mitgliederzahl in Deutschland
150.000*
Parteivorsitz
Horst Seehofer*
Wahlergebnis 2009
6,5 Prozent
*nach Angaben der Partei

Die "Christlich-Soziale Union in Bayern e.V." (CSU) sieht sich als "moderne, wertorientierte Volkspartei", die ihre programmatischen Wurzeln in christlicher Verantwortung für die Welt, Frieden in Freiheit und in der sozialen Marktwirtschaft hat. Geprägt vom christlichen Menschenbild, hat sie sich stets intensiv bemüht, ihre Politik an diesen Normen zu orientieren. Zunehmend hat sie sich aber auch dem Wertewandel in der Gesellschaft geöffnet. Gesellschaftsverändernde Modernisierungsprozesse hat sie in Bayern selbst vorangetrieben.

Gesellschaftspolitisch tritt die CSU grundsätzlich für das Ideal von Ehe und Familie ein, respektiert aber auch alle anderen Lebensgemeinschaften, in denen Menschen Verantwortung füreinander tragen. Emanzipatorische Defizite versucht sie durch verstärkte Bemühungen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu reduzieren. Bildung gilt ihr als soziale Frage des 21. Jahrhunderts, wobei Chancengerechtigkeit und Leistungsprinzip verknüpft bleiben sollen.

Wirtschafts- und sozialpolitisch vertritt die CSU sowohl die Orientierung an Wachstum und Modernisierung als auch an den Sozialethiken des Katholizismus und Protestantismus mit deren Ideen von Gerechtigkeit und Würde im Arbeits- und Wirtschaftsprozess. Im Grundsatz rangiert Selbstverantwortung vor Kollektivismus und Staatseingriffen, wodurch sich zum Beispiel Steuerentlastungsvorschläge erklären. Dem Sozialstaatsprinzip verpflichtet, schreckte die Partei aber auch vor Staatsinterventionen nicht zurück. Soziale Marktwirtschaft bedeutet für die CSU nicht Marktradikalismus, sondern politisch begründete Rahmensetzung, z. B. auch für die internationalen Finanzmärkte. Ökologisch verantwortbare Wirtschaftsdynamik besitzt für die CSU grundsätzlich einen hohen Stellenwert. Ihr Wertkonservatismus setzt gentechnischen und biomedizinischen Entwicklungen bislang rechtliche Grenzen.

Die CSU versteht sich zuallererst als Vertreterin der Interessen Bayerns sowie als Hauptverfechterin eines starken Föderalismus. Daraus entspringt ihre Skepsis gegenüber zentralistischen Tendenzen der Europäischen Union. Die Partei reklamiert bayerische Identität für sich. Ihre Wahlerfolge beruhen deshalb jedoch nicht auf Folklore, sondern auf wirtschafts- und bildungspolitischer Leistung.

Die CSU tritt nur in Bayern zur Wahl an. Im Bundestag bildet sie zusammen mit der CDU eine Fraktionsgemeinschaft.

Heinrich Oberreuter

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