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Landesliste

Eine Parteiliste ist wichtig, wenn es ein Verhältniswahlrecht gibt. Beim Verhältniswahlrecht ist es entscheidend, wie viele Stimmen für eine Partei bei der Wahl abgegeben werden. Diese Stimmen werden zusammengezählt und dann wird ausgerechnet, mit wie vielen Abgeordneten die Partei im Parlament vertreten ist (man sagt auch: wie viele Sitze dieser Partei im Parlament zustehen).

In Deutschland legt jede Partei vor der Bundestagswahl und vor den Landtagswahlen in einer Liste fest, wer für diese Partei nach der Wahl im Parlament als Abgeordneter arbeiten soll. Bei den Bundestagswahlen wird für jedes Bundesland eine eigene Liste erstellt. Das ist die sogenannte Landesliste. Die Landesliste benennt in einer festgelegten Reihenfolge die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich um einen Sitz im Parlament bewerben. Je weiter oben auf der Liste ein Kandidat steht, desto besser sind seine Chancen, über die Landesliste ins Parlament zu kommen.

Das deutsche Wahlsystem ist ein Mischsystem aus Verhältniswahlrecht und Mehrheitswahlrecht. Es gibt (nach dem Mehrheitswahlrecht) Abgeordnete, die in ihrem Wahlkreis direkt ins Parlament gewählt werden. Aber es gibt bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen (nach dem Verhältniswahlrecht) auch Abgeordnete, die über die Landeslisten ins Parlament kommen.

Nachdem die direkt gewählten Abgeordneten und die über die Landeslisten bestimmten Abgeordneten das neue Parlament gebildet haben, verliert die Landesliste keineswegs an Bedeutung. Sie wird dann wieder wichtig, wenn ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete vorzeitig aus dem Parlament ausscheidet. Dann dient die Landesliste als "Reserveliste". Derjenige, der ausscheidet, wird bis zur nächsten Wahl durch einen Nachrücker oder eine Nachrückerin von der Reserveliste ersetzt. Das ist zumeist derjenige, der ganz oben auf der Reserveliste steht.

Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid

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