Der Deutsche Bundestag

Das Wahlsystem

Der Bundestag wird "nach den Grundsätzen einer mit der Personenwahl verbundenen Verhältniswahl" gewählt. Doch was bedeutet dieses konkret? Wie kam es zu dem aktuellen Wahlsystem? Nach welchen Grundsätzen wird der Bundestag gewählt, warum gibt es zwei Stimmen und was sind Überhangmandate? Auch nach 60 Jahren Wahlgeschichte der Bundesrepublik werden Feinheiten des Wahlsystems immer wieder diskutiert und verbessert.

Die letzte Instanz: Das Bundesverfassungsgerichts am 18. Dezember 2013 bei der Verhandlung über die Dreiprozenthürde bei Europawahlen. Noch vor der Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai 2014 wollen die Richter ein Urteil fällen.
Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts - Michael Gerhardt (l-r) , der Vorsitzende Andreas Voßkuhle, Gertrude Lübbe-Wolff, Peter Huber und Peter Müller - stehen am 18.12.2013 in Karlsruhe (Baden-Württemberg) im Sitzungssaal des Bundesverfassungsgerichts. Das Gericht verhandelt über die Drei-Prozent-Hürde für die Europawahl.

Lothar Probst

Die Fünfprozenthürde im deutschen Wahlsystem

Der Ausgang der Bundestagswahl 2013 hat der Diskussion über die Angemessenheit der Sperrklausel im deutschen Wahlrecht neue Nahrung gegeben. Bereits das 2011 verkündete Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BverfG) zur Verfassungswidrigkeit der Fünfprozentklausel bei der Durchführung der Europawahlen in Deutschland hatte Diskussionen darüber ausgelöst, ob die Fünfprozenthürde überhaupt noch zeitgemäß ist. Weiter...

Das Wahlrecht soll ein getreues Abbild der Gesellschaft herbeiführen.

Karl-Rudolf Korte

Historischer Hintergrund und Parteiensystem

Das Wahlrecht ist immer auch politisches Recht. Es kann für den Erfolg oder Misserfolg der politischen Parteien entscheidend sein. 1949 sah man die Bundesrepublik schon auf der "Fahrt in Richtung Weimar", doch dann führten unter anderem Anpassungen des Wahlrechts zu einem Drei-Parteien-Parlament. Eine Geschichte schwieriger Kompromisse. Weiter...

Erst- und Zweitstimme.

Karl-Rudolf Korte

Das personalisierte Verhältniswahlrecht

Was genau bedeuten eigentlich Erststimme, Zweitstimme, Landesliste und Direktmandat? Wähle ich "meinen" Abgeordneten oder eine Partei? Wie die Mechanismen des personalisierten Verhältniswahlrechts und ihre Ausnahmen funktionieren, wird häufig missverstanden. Ein Überblick: von der Wahlkreiseinteilung bis zum Wahlergebnis. Weiter...

Die Verhältniswahl, mit der etwa der Bundestag gewählt wird, ist das am weitesten verbreitete Wahlsystem der Welt.

Karl-Rudolf Korte

Wahlsysteme im Vergleich

Das Ergebnis der Wahl kann je nach Wahlsystem – bei gleicher Stimmverteilung – ganz unterschiedlich aussehen. Die Vor- und Nachteile der Mehrheitswahl zeigen die Beispiele Frankreichs und Großbritanniens. Die Nachteile des reinen Verhältniswahlsystems wurden der Weimarer Republik zum Verhängnis. Weiter...

In Deutschland besitzen alle Staatsbürgerinnen und -bürger das Stimmrecht - unabhängig von Konfession, Bildung, Geschlecht, Sprache, Einkommen, Beruf oder politischer Überzeugung.

Karl-Rudolf Korte

Wahlrechtsgrundsätze

Die Abgeordneten des Bundestags werden in "allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl" gewählt, so Artikel 38 des Grundgesetzes. Ein bestimmtes Wahlsystem wird dort nicht erwähnt. Doch aus den allgemeinen Wahlrechtsgrundsätzen ergeben sich, genauer betrachtet, recht konkrete Bedingungen. Weiter...

Ein Stimmzettel der Bundestagswahl 2002.

Christoph Seils

Das neue Wahlrecht und die Krux mit den Überhangmandaten

Der Bundestag hat sich auf ein neues Wahlrecht geeinigt. Die 22. Änderung des Bundeswahlgesetzes schafft die bisherigen Verzerrungen im Wahlrecht ab, sie könnte aber auch zu einer Vergrößerung des Bundestages führen. Alternativen hätte es durchaus gegeben. Weiter...

Wie funktioniert die Bundestagswahl?

Wahlfilme

Wie funktioniert die Bundestagswahl?

Wie viel Stimmen hat man bei der Bundestagswahl? Was ist wichtiger, die Erst- oder die Zweitstimme? Was sind Überhangmandate? Warum kommen Parteien erst mit fünf Prozent ins Parlament? Die Wahlfilme der bpb geben Antworten. Weiter...

Immer mehr Wählerinnen und Wähler geben bei Bundestagswahlen ihre Erst- und ihre Zweitstimme verschiedenen Parteien.

Karl-Rudolf Korte

Das Bundeswahlrecht im Meinungsstreit: Überhangmandate und Grundmandatsklausel

Die in den Wahlkreisen gewonnenen Parlamentssitze bleiben einer Partei auch dann, wenn ihnen nach den eigentlich maßgeblichen Zweitstimmen weniger Mandate zustünden. Überhangmandate führten daher schon zu Gerichtsverfahren. Karl-Rudolf Korte beschreibt das Problem anhand von Beispielen aus Bundes- und Landtagswahlen. Weiter...

Wahlmaschinen - so die Kritik - würden eine öffentliche Kontrolle der Erfassung und Dokumentation der Stimmenabgabe unmöglich machen.

Christoph Bieber

Die Debatte um Wahlmaschinen

Das Bundesverfassungsgericht hatte in seinem Urteil am 3. März 2009 den Einsatz von Wahlgeräten einer niederländischen Firma für verfassungswidrig erklärt. Doch ein wirklicher Schlussstrich ist das Urteil nicht. Die Verfassungsrichter haben kein prinzipielles Verbot von Wahlgeräten ausgesprochen. Weiter...

 

Interaktives Wahltool

Wahl-O-Mat Bundestagswahl 2013

Am 22. September 2013 wurde ein neuer Bundestag gewählt. Laut dem amtlichen Endergebnis erreichten CDU/CSU 41,5 Prozent, die SPD 27,3 Prozent und die Linke 8,6 Prozent. Die Grünen folgen mit 8,4 Prozent, die FDP kam auf 4,8 Prozent und die AfD auf 4,7 Prozent. Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl wurde 13.274.203 Mal genutzt. Weiter... 

Zahlen und Fakten

Bundestagswahlen

Knapp 62 Millionen Wahlberechtigte durften sich an der Bundestagswahl 2013 beteiligen, 30 Parteien traten mit einer Landesliste zur Wahl an. Die meisten Zweitstimmen konnte die CDU für sich verbuchen, gefolgt von der SPD, der Partei DIE LINKE, den GRÜNEN und der CSU. 25 weitere Parteien scheiterten an der Fünfprozenthürde und zogen nicht in den Bundestag ein. Fast drei von zehn Wahlberechtigten machten von ihrer Stimme keinen Gebrauch. Weiter... 

Der bpb-Wahlblog

SPD- und CDU-Parteifähnchen für mögliche Koalition im Deutschen Bundestag nach der Bundestagswahl 2005, aufgenommen am 20.09.2005 vor dem Reichstag in Berlin (Illustration). Foto: Gero Breloer +++(c) dpa - Report+++Matthias Klein am 26.11.2013




"Große Koalitionen sind besser als ihr Ruf"

Trotz großer Mehrheit im Parlament unterscheide sich die Regierungspraxis in einer Großen Koalition kaum von der eines "normalgroßen" Bündnisses, sagt der Politikwissenschaftler Reimut Zohlnhöfer. Die Regierungen seien durchaus handlungsfähig, obwohl keine Partei ein solches Bündnis anstrebe. Weiter... 

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Dossier

Parteien in Deutschland

Ohne Parteien ist das politische System der Bundesrepublik nicht vorstellbar. Sieben Parteien sind im Bundestag vertreten: CDU, SPD, AfD, FDP, DIE LINKE, GRÜNE und CSU. Daneben gibt es aber noch zahlreiche kleinere Parteien, die im Europäischen Parlament oder den 16 Landesparlamenten für die Belange ihrer Wähler eintreten. Das Dossier beschreibt die deutschen Parteien und hilft, die Entwicklung des Parteiensystems und seine Rahmenbedingungen einzuordnen. Weiter... 

BundeswahlgesetzStaatsrecht der Bundesrepublik Deutschland

Bundeswahlgesetz

Das Bundeswahlgesetz enthält nähere Vorschriften zum Verfahren bei Bundestagswahlen. Dabei geht es um grundsätzliche Dinge wie das Wahlsystem, die Wahlorgane, das Wahlrecht und die Wählbarkeit. Daneben liefert es Vorschriften zur Vorbereitung der Wahl, zur Wahlhandlung und der Feststellung des Wahlergebnisses. Weiter... 

Bundestagswahl im Unterricht

Wahlen in der Demokratie

Das allgemeine Kapitel "Wahlen in der Demokratie" bietet grundlegende Materialien zu den Themen Demokratie, Wahlen und Wahlrechtsgrundsätze, Wahlrechtssysteme sowie zur historischen Entwicklung der Wahlen in der BRD. Weiterhin können Schülerinnen und Schüler mittels einer Reihe die Geschichte des Frauenwahlrechts kennen lernen. Weiter...