Wer steht zur Wahl?

GRÜNE

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

1.2.2011
Für "Bündnis 90 / Die Grünen" ist ökologisches Handeln ein zentraler Grundwert von Politik. Seit 2009 fassen die Grünen ihre Ziele mit dem Begriff "Green New Deal" zusammen.

Logo der GRÜNEN
Gründungsjahr Landesverband
1979*

Mitgliederzahl in Baden-Württemberg
7.800*

Landesvorsitz
Silke Krebs, Chris Kühn*

                                           Wahlergebnis 2006
                                           11,7 Prozent

                                           *nach Angaben der Partei



Partei-Profil
Autor: Prof. Dr. Lothar Probst, Universität Bremen

Im Mittelpunkt der Politik der Grünen stehen seit ihrer Gründung (1980) Fragen der Ökologie, der Bürger- und Menschenrechte und der Demokratisierung der Gesellschaft. Als sich die Grünen Ende der 1970er-Jahre formierten, ging es darum, den wachsenden Protest gegen Umweltzerstörung, die Gefahren der Atomenergie und die damalige Aufrüstungspolitik in Ost und West in die Parlamente zu tragen. Die vier Grundsäulen ihrer Programmatik definierten die Grünen in ihrem ersten Grundsatzprogramm 1980 als ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei. 1993, nach der Deutschen Einheit, vereinigten sich die Grünen mit ostdeutschen Bürgerrechtlern zur gemeinsamen Partei Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE).

Zur Info

Steht zur Wahl...

...in allen 70 Wahlkreisen. Mehr Informationen auf den »Seiten der Landeswahlleiterin«.

Seit dieser Zeit hat sich die Programmatik weiterentwickelt und verändert. Neben der Umwelt- und Menschenrechtspolitik haben sich Bündnis 90/Die Grünen in den vergangenen Jahren verstärkt der Sozial- und Bildungspolitik sowie einer nachhaltigen Finanzpolitik zugewandt. Sie vertreten den Ansatz einer erweiterten Gerechtigkeit, in dem außer der Verteilungsgerechtigkeit die Geschlechter- und Generationengerechtigkeit zentrale Anliegen sind. Neue Akzente haben die Grünen mit dem Konzept einer ökologischen Marktwirtschaft auch in der Wirtschaftspolitik gesetzt. Im Rahmen dieses Konzepts befürworten sie ein qualitatives Wirtschaftswachstum.

Weitreichende Veränderungen sind in der Außen-, Friedens- und Sicherheitspolitik der Grünen zu verzeichnen. Während sie in den Anfängen noch EU-kritische Positionen formulierten, verstehen sie sich heute ausdrücklich als pro-europäische Partei. Außerdem befürworten sie unter bestimmten Bedingungen die Beteiligung der Bundeswehr an internationalen militärischen Einsätzen zur Friedenssicherung bzw. zum Schutz von Menschenrechten.

In Baden-Württemberg, einem Stammland der Grünen, beteiligten sie sich in den letzten Monaten maßgeblich an den Protesten gegen die umstrittene unterirdische Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs. In ihrem Wahlprogramm zur Landtagswahl fordert die Partei, die Hürden für landesweite Volksentscheide abzusenken und mehr Bürgerbeteiligung zuzulassen. Weitere zentrale Forderungen sind die Einführung von Mindestlöhnen sowie ein gentechnikfreies Baden-Württemberg. Außerdem wollen die Grünen eine "Schulreform von unten" einleiten und damit sogenannte Basisschulen in Baden-Württemberg einführen, in denen bis zur 10. Klasse gemeinsam gelernt werden soll.