Wer steht zur Wahl?

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Parteiprofil


29.8.2013
Logo CDUGründungsjahr Bundesverband
1950*
Mitgliederzahl in Deutschland
485.000*
Bundesvorsitz
Angela Merkel*
Wahlergebnis 2009
27,3 Prozent
*nach Angaben der Partei
Die "Christlich Demokratische Union Deutschlands" (CDU) ist eine bürgerliche Volkspartei, die seit 1949 im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft mit der CSU bildet. Während letztere nur in Bayern zur Wahl antritt und nur dort als Partei organisiert ist, kandidiert die CDU im restlichen Bundesgebiet. Beide Schwesterparteien treten 2013 mit einem gemeinsamen Wahlprogramm an und sind zudem über gemeinsame Organisationen wie die "Junge Union" verbunden. Mit rund 476.000 Mitgliedern (Ende 2012) ist die CDU in etwa ähnlich groß wie die SPD. Programmatisch vereint sie liberale, konservative und christlich-soziale Strömungen, wobei ihre jeweilige Ausrichtung in den Landesverbänden variiert. Die CDU versteht sich von ihrem Grundsatzprogramm her als christliche Partei, die ihre Ziele "im Bewusstsein unser Verantwortung vor Gott und den Menschen" formuliert und am "christlichen Bild vom Menschen" orientiert. Im Wahlprogramm und der alltäglichen Politik spielt dies eine eher untergeordnete Rolle, wenngleich kirchennahe Christen zur Kernwählerschaft der CDU gehören.

Historisch ist die CDU die bislang bei Wahlen erfolgreichste Partei. Seit Gründung der Bundesrepublik stellte sie, überwiegend in Koalition mit der FDP, lange Zeit den Kanzler bzw. die Kanzlerin (1949-1969, 1982-1998, seit 2005) und beeinflusste dabei maßgeblich die Entwicklung der Bundesrepublik. Unter Kanzler Adenauer prägte sie die Westbindung und soziale Marktwirtschaft, unter Kohl die Wiedervereinigung und Europäische Einigung. Auf der Bundesebene wurde sie unter ihrer Parteivorsitzenden, der Bundeskanzlerin Angela Merkel, in den letzten Jahren kulturell liberaler und setzte stärker sozialpolitische Akzente. In zahlreichen Feldern hat die CDU ihre Positionen gegenüber früheren Wahlprogrammen revidiert (Wehrpflicht, Atomkraft u.a.). Ihr aktuelles Wahlprogramm unterstreicht diesen Kurs.

Die CDU tritt in ganz Deutschland mit Ausnahme von Bayern mit einer Landesliste an.
Hier eine Übersicht über die zur Bundestagswahl zugelassenen Landeslisten.Die CDU tritt in ganz Deutschland mit Ausnahme von Bayern mit einer Landesliste an.
PDF-Icon Hier eine Übersicht über die zur Bundestagswahl zugelassenen Landeslisten. (© TUBS/bpb)
Wirtschaftspolitisch bekennt sich die CDU zur sozialen Marktwirtschaft, die privatwirtschaftliche Ordnung mit einem sozialen Ausgleich verbindet. Dabei tritt sie zwar für eine stärkere Eigenverantwortung ein, befürwortet jedoch besonders für Familien und Rentner mit langer Lebensarbeitszeit stärkere Transferleistungen und neuerdings auch Mindestlöhne, die von den Tarifpartnern festzulegen sind. Kulturpolitisch fordert die Union die Stärkung des Gymnasiums, "eine Vielfalt der Bildungswege" und einen konfessionellen Religionsunterricht. Ihre christliche Prägung zeigt die CDU zudem bei ihrer Ablehnung der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen sowie ihrer restriktiveren Haltung gegenüber Schwangerschaftsabbrüchen und der Präimplantationsdiagnostik. In der Umweltpolitik hat die CDU, die lange die Atomenergie befürwortete, einen endgültigen Ausstieg bis 2022 aus der Kernenergie beschlossen. Verteidigungspolitisch unterstützt sie Auslandseinsätze der Bundeswehr, innenpolitisch verstärkte Kontrollmaßnahmen, etwa durch mehr Videokameras und Mindestspeicherfristen für Verbindungsdaten. Ihre Außenpolitik ist traditionell durch eine enge Westbindung und die Förderung einer tiefgreifenden europäischen Einigung geprägt.