Wer steht zur Wahl?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Parteiprofil


29.8.2013
LOGO GRÜNEGründungsjahr Bundesverband
1980*
Mitgliederzahl in Deutschland
60.800*
Bundesvorsitz
Claudia Roth, Cem Özdemir*
Wahlergebnis 2009
10,7 Prozent
*nach Angaben der Partei
Die 1980 in Westdeutschland gegründete Partei Die Grünen hat sich 1993 mit Teilen der ostdeutschen Bürgerbewegungen zur Partei Bündnis 90/Die Grünen zusammengeschlossen. Sie ist die erste Partei in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, die auf keine historischen Vorläufer zurückgeht und sich dauerhaft als neue politische Kraft im Parteiensystem etablieren konnte. Seit 1985 sind die Grünen regelmäßig an Landesregierungen beteiligt, zwischen 1998 und 2005 waren sie Koalitionspartner der SPD in der Bundesregierung. 2011 wurde in Baden-Württemberg zum ersten Mal ein Grüner zum Ministerpräsidenten gewählt.

Die vier Grundsäulen ihrer Programmatik definierten die Grünen in ihrem ersten Grundsatzprogramm 1980 als ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei. Auch wenn die Partei mit einem 2002 verabschiedeten neuen Grundsatzprogramm Teile dieser vier Säulen aktualisiert und neuen Gegebenheiten angepasst hat, ist die programmatische Grundausrichtung mit einer starken Orientierung auf Umweltschutz, Bürger- und Menschenrechte und die Demokratisierung der Gesellschaft unverändert geblieben. Die von den Grünen vertretene Verbindung zwischen Ökologie, Demokratie und Gerechtigkeit spiegelt sich in einem erweiterten Begriff von Gerechtigkeit wider, der außer der Verteilungsgerechtigkeit auch die Geschlechter- und Generationengerechtigkeit mit einschließt.
Die Partei tritt in ganz Deutschland mit einer Landesliste an.
Hier eine Übersicht über die zur Bundestagswahl zugelassenen Landeslisten.Die GRÜNEN treten in ganz Deutschland mit einer Landesliste an.
PDF-Icon Hier eine Übersicht über die zur Bundestagswahl zugelassenen Landeslisten. (TUBS/bpb) Lizenz: cc by-sa/3.0/
Ebenfalls neue Akzente in ihrer Programmatik haben die Grünen mit dem Konzept einer ökologischen Marktwirtschaft gesetzt. Programmatische Veränderungen sind vor allem in der Außen-, Friedens- und Sicherheitspolitik zu verzeichnen. Im Unterschied zu ihren pazifistischen Traditionen aus den Gründungsjahren befürwortet die Partei jetzt unter bestimmten Bedingungen die Beteiligung der Bundeswehr an internationalen militärischen Einsätzen zur Friedenssicherung bzw. zum Schutz von Menschenrechten.

Die beiden Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckhardt wurden in einer Urwahl bestimmt. Mit den von ihren Mitgliedern ausgewählten Themen Energiewende, Gerechtigkeit und moderne Gesellschaft knüpft die Partei im Wahlkampf 2013 nahtlos an ihr bisherige Traditionen an. Dabei sollen vor allem die folgenden Projekte das ökologische, soziale und wirtschaftliche Profil der Grünen unterstreichen: die Umstellung der Energieversorgung zu hundert Prozent auf Erneuerbare Energien bis 2030, die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und der Ausbau von Kita-Plätzen sowie eine stärkere Regulierung der Banken. Außerdem wollen sie durch Steuererhöhungen und eine Vermögensabgabe Vielverdiener stärker zur Finanzierung öffentlicher Leistungen heranziehen.