Wer steht zur Wahl?

30.8.2017 | Von:
Thomas Poguntke
Oskar Niedermayer

Christlich Demokratische Union Deutschlands

CDU

CDU Parteien-Logo, Berlin 2016Gründungsjahr Bundesverband
1950*
Mitgliederzahl in Deutschland
430.000*
Bundesvorsitz
Dr. Angela Merkel*
Wahlergebnis 2013
34,1 Prozent
*nach Angaben der Partei
Die "Christlich Demokratische Union Deutschlands" (CDU) entstand nach 1945 als überkonfessionelle Partei, die sich vor allem an die Wähler aus dem katholischen Milieu richtete, gleichzeitig aber durch die Einbindung protestantischer Wähler darauf abzielte, die konfessionelle Spaltung aus der Zeit der Weimarer Republik zu überwinden. Im Deutschen Bundestag bildet die CDU mit der bayerischen Schwesterpartei CSU seit 1949 ununterbrochen eine Fraktionsgemeinschaft. Sie war in 47 von 67 Jahren Teil der Bundesregierung und stellte den Kanzler bzw. die Kanzlerin.

Die politische Grundausrichtung der CDU kombinierte sozialpolitischen christlichen Konservatismus mit einer ökonomisch marktwirtschaftlichen Orientierung, die einen erheblichen Teil des Wählerspektrums von konservativen bis hin zu christlich-sozialen Wählern mit und ohne starke Kirchenbindung mobilisieren konnte. Außenpolitisch waren zunächst die Westbindung Deutschlands sowie eine scharfe Abgrenzung zum Sozialismus bestimmend. Später kam die aktive Unterstützung der Europäischen Einigung als Grundposition hinzu.

Vor allem unter der Führung Angela Merkels, die seit 2000 die Vorsitzende ist, hat die CDU in gesellschaftlichen Fragen (z.B. Kinderbetreuung, homosexuelle Lebensgemeinschaften, Migration und Integration) konservative Positionen zugunsten einer Ausrichtung an der politischen Mitte verändert. Dies war innerhalb der CDU nicht unumstritten. Besonders deutlich wurde dies während der Flüchtlingskrise. Die Öffnung der Grenzen für Asylsuchende im September 2015 führte zu erheblichen innerparteilichen Kontroversen. Dennoch bekam die Kanzlerin auf dem Parteitag im Dezember 2015 eine große Mehrheit für ihren Kurs. Die Schwesterpartei CSU blieb allerdings bei ihrer kritischen Haltung und beharrte auf einer Obergrenze für Flüchtlinge. Im Laufe des Jahres 2016 näherte sich die CDU jedoch der restriktiveren Haltung der CSU in der Migrationspolitik an, so dass es gelang, das weiterhin strittige Thema "Obergrenze" bei der Abfassung des gemeinsamen Regierungsprogrammes auszuklammern. Betont wird die Notwendigkeit, die Einwandererzahlen möglichst niedrig zu halten.

Die CDU tritt in ganz Deutschland mit Ausnahme von Bayern mit einer Landesliste an.
Hier eine Übersicht über die zur Bundestagswahl zugelassenen Landeslisten.Die CDU tritt in 15 Ländern zur Wahl an und ist für etwa 85 Prozent der Wahlberechtigten wählbar.
PDF-Icon Eine Übersicht über alle zugelassenen Landeslisten finden Sie hier. (© TUBS/bpb)
Am 3. Juli 2017 legten CDU und CSU ein gemeinsames Programm zur Bundestagswahl vor. Es betont in weiten Teilen die als erfolgreich empfundene gemeinsame Regierungsarbeit und die Spitzenposition Deutschlands in vielen Bereichen. In den Mittelpunkt rücken beide Parteien das Erreichen der Vollbeschäftigung bis 2025, die innere Sicherheit sowie eine moderate Entlastung der Steuerzahler bei weiterer Beachtung der Vermeidung neuer Schulden. Diese Steuerentlastung im Umfang von 15 Milliarden Euro soll vor allem die mittleren Einkommen entlasten. Eine Erhöhung des Kindergeldes sowie die Anhebung des Kinderfreibetrages und die Einführung eines "Baukindergeldes" sollen Familien mit Kindern helfen. Gleichzeitig soll die Grenze, ab der der Spitzensteuersatz steigt, angehoben werden. Festgelegt haben sich die Unionsparteien darauf, dass auch in der kommenden Legislaturperiode keine Steuern erhöht werden sollen; auch die Einführung einer Vermögenssteuer wird abgelehnt. Eine Kommission soll bis Ende 2019 ein Konzept zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung vorlegen.

Spitzenkandidatin der CDU ist die Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Aus Politik und Zeitgeschichte Bundestagswahl 2017

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