Wer steht zur Wahl?

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Parteiprofil


28.4.2014
Logo CDUGründungsjahr Bundesverband
1950*
Mitgliederzahl in Deutschland
ca. 470.000*
Bundesvorsitz
Dr. Angela Merkel*
Wahlergebnis 2009
30,7 %
Spitzenkandidat
David McAllister
*nach Angaben der Partei
Die "Christlich Demokratische Union Deutschlands" (CDU) entstand nach 1945 als überkonfessionelle Partei, die sich vor allem an die Wähler aus dem katholischen Milieu richtete, gleichzeitig aber durch die Einbindung protestantischer Wähler darauf abzielte, die konfessionelle Spaltung aus der Zeit der Weimarer Republik zu überwinden. Die politische Grundausrichtung der CDU kombinierte sozialpolitischen christlichen Konservatismus mit einer ökonomisch marktwirtschaftlichen Orientierung, die einen erheblichen Teil des Wählerspektrums von konservativen bis hin zu christlich-sozialen Wählern mit und ohne starke Kirchenbindung mobilisieren konnte. Außenpolitisch waren zunächst die starke Westbindung Deutschlands sowie eine scharfe Abgrenzung zum Sozialismus bestimmend, der dann bald von einer aktiven Unterstützung der Europäischen Einigung ergänzt wurde. Vor allem unter der Führung Angela Merkels hat die CDU in gesellschaftlichen Fragen (z. B. Kinderbetreuung, homosexuelle Lebensgemeinschaften, Migration und Integration) konservative Positionen zugunsten einer Ausrichtung an der politischen Mitte verändert.

Unter der Kanzlerschaft Merkels hat die CDU mehrheitlich die verschiedenen Euro-Rettungspakete unterstützt und gleichzeitig innerhalb der Eurozone stark für einen Kurs der finanziellen Konsolidierung geworben. In diesem Zusammenhang tritt die CDU in ihrem Programmentwurf für die Europawahl dafür ein,
Die CDU tritt in ganz Deutschland mit Ausnahme von Bayern mit einer Landesliste an.
Hier eine Übersicht über die zur Europawawahl zugelassenen Bundes- und Landeslisten.Die CDU tritt in ganz Deutschland mit Ausnahme von Bayern mit einer Landesliste an.
PDF-Icon Hier eine Übersicht über die zur Europawawahl zugelassenen Bundes- und Landeslisten. (© TUBS/bpb)
dass die Europäische Kommission das Recht erhalten solle, die Haushalte der Mitglieder der Eurozone zu kontrollieren und gegebenenfalls zurückzuweisen. Vehement abgelehnt werden Eurobonds oder andere Wege zur Vergemeinschaftung der Staatschulden wie ein Schuldentilgungsfond. Gleichzeitig werden die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und eine weitere Stärkung der Finanzmarktregulierung gefordert. Eine Europäische Bankenunion soll auf die systemrelevanten Großbanken beschränkt bleiben, die zukünftig unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank gestellt werden sollen.

Die CDU will dem Europäischen Parlament das Recht zur Gesetzesinitiative geben; langfristig wird eine Direktwahl des Kommissionspräsidenten gefordert. Außerdem wird vorgeschlagen, die Arbeitsfähigkeit der Europäischen Kommission dadurch zu erhöhen, dass eine begrenzte Zahl von Vizepräsidenten die Fachzuständigkeiten bündeln sollen.

Die Beachtung des Subsidiaritätsprinzips spielt eine wichtige Rolle in der Europapolitik der CDU. Die Freizügigkeit für Arbeitnehmer soll beibehalten, die gezielte Inanspruchnahme der Sozialsysteme der wohlhabenderen EU-Länder durch den Zuzug aus wirtschaftlich schwächeren Ländern jedoch notfalls durch Änderungen der entsprechenden europäischen Regelungen verhindert werden. Die CDU will in den nächsten Jahren der Festigung der EU Vorrang vor weiteren Erweiterungen einräumen. Eine Mitgliedschaft der Türkei wird abgelehnt.

Als gemeinsamen Spitzenkandidaten hat die CDU den ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister nominiert. Abgeordnete der CDU gehören im Europäischen Parlament der Fraktion der Europäischen Volkspartei an.