Wer steht zur Wahl?

Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU)

Parteiprofil


28.4.2014
Logo CSUGründungsjahr Bundesverband
1945*
Mitgliederzahl in Deutschland
~ 150.000*
Bundesvorsitz
Horst Seehofer*
Wahlergebnis 2009
7,2 %
Spitzenkandidat
Markus Ferber
*nach Angaben der Partei
Die "Christlich-Soziale Union in Bayern e.V." (CSU) wurde zu Beginn des Jahres 1946 in Bayern als überkonfessionelle Partei gegründet. Ihr Selbstverständnis als bayerische Regionalpartei mit bundespolitischem Anspruch basiert auf ihrer starken Position in Bayern, wo sie seit 1957 ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellt sowie auf der engen Kooperation mit der Schwesterpartei CDU, die in Bayern nicht zu Wahlen antritt. Im Gegenzug kandidiert die CSU nicht außerhalb Bayerns und bildet regelmäßig mit der CDU eine Fraktionsgemeinschaft im Deutschen Bundestag. In den unionsgeführten Bundesregierungen hat die CSU aufgrund ihrer Eigenständigkeit traditionell ein beträchtliches politisches Gewicht. Bei den Bundestagswahlen 1980 und 2002 stellte sie jeweils den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU.

Die CSU orientiert sich traditionell an "christlichen Werten". In diesem Zusammenhang vertritt sie familienpolitisch das Idealbild der traditionellen Familie, hat sich aber auch für andere Lebensgemeinschaften geöffnet. In ihrem Selbstverständnis als "Interessenvertreterin Bayerns" setzt sich die CSU für starke föderale Elemente in der Bundesrepublik und der Europäischen Union ein. In der Wirtschaftspolitik folgt die CSU den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft, die Grundsätze des freien Marktes mit staatlichen Eingriffen kombiniert.

Die CSU tritt in Bayern mit einer Landesliste an.
Hier eine Übersicht über die zur Europawahl zugelassenen Bundes- und Landeslisten.Die CSU tritt in Bayern mit einer Landesliste an.
PDF-Icon Hier eine Übersicht über die zur Europawahl zugelassenen Bundes- und Landeslisten. (© TUBS/bpb)
Zur Europawahl hat die CSU ein eigenes Wahlprogramm vorgelegt. Darin beschreibt sich die Partei als pro-europäisch, kritisiert allerdings die ihrer Ansicht nach vorherrschende Tendenz der EU, möglichst viel zentral zu regeln. Sie tritt für ein "Europa der Regionen" ein und plädiert dafür, bei Reformen stärker als bisher die nationale Wahlbevölkerung einzubeziehen. Deshalb will die CSU Volksabstimmungen zu zentralen Fragen der Europapolitik einführen. Die EU-Kommission soll deutlich verkleinert werden; um dennoch die Vertretung aller Mitgliedsländer zu gewährleisten, sollen stimmberechtigte "Junior-Kommissare" eingeführt werden, die den Arbeitsbereichen der EU-Kommissare zugeordnet werden sollen. Die Stärkung der Subsidiarität ist eine wichtige europapolitische Forderung der CSU.

Im Zusammenhang mit der Eurokrise unterstützt die CSU den Konsolidierungskurs der Bundesregierung und lehnt eine Vergemeinschaftung der Staatschulden, beispielsweise durch Eurobonds oder einen Schuldentilgungsfonds, ab. Außerdem tritt sie dafür ein, überschuldete Länder aus der Euro-Zone auszuschließen. Kritisch setzt sich die CSU mit einer möglichen Erweiterung der EU auseinander und plädiert für eine mehrjährige Pause bei der Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten. Eine "Vollmitgliedschaft" der Türkei wird weiterhin abgelehnt. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU darf nach Ansicht der CSU nicht zu einer Einwanderung in die Sozialsysteme führen.

Ihr Spitzenkandidat zur Europawahl ist Markus Ferber, der seit 1994 dem Europäischen Parlament angehört. Die CSU gehört im Europäischen Parlament der Fraktion der Europäischen Volkspartei an.