Wer steht zur Wahl?

GRÜNE/GAL

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Hamburg, Grün-Alternative-Liste

1.2.2011
Die "Grün-Alternative-Liste" ist der Hamburger Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen. Die GAL bildete 2008 mit der Hamburger CDU die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene.

Logo der GAL
Gründungsjahr Landesverband
1980*

Mitgliederzahl in Hamburg
1.883*

Landesvorsitz
Katharina Fegebank*

                                           Wahlergebnis 2008
                                           9,6 Prozent

                                           *nach Angaben der Partei



Partei-Profil
Autor: Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp, Universität Hamburg

Die Grün-Alternative-Liste (GAL) ist der Hamburger Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen. Die Partei entwickelte sich in den 70er-Jahren aus radikaldemokratischen und radikalökologischen linken Bewegungen heraus. Die Partei versteht sich nach den Prinzipien des ersten Grundsatzprogrammes von 1980 als ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei.

Während in der Gründungsphase das systemkritische Selbstverständnis einer Protestpartei vorherrschte, nehmen die Grünen heute moderatere Positionen ein. Dazu trugen eine Reihe von Regierungsbeteiligungen auf Länderebene aber von 1998 bis 2005 auch auf Bundesebene bei. Deutlichstes Kennzeichen dieses Wandels war die Akzeptanz militärischer Gewalt als letztes Mittel der Politik bei der Entscheidung über den Kosovoeinsatz der Bundeswehr im Jahre 1999. Kern grüner Überzeugungen ist weiterhin ein breites Verständnis von sozialer Gerechtigkeit als Chancen-, Verteilungs-, Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit. Wo Gerechtigkeit sich nicht von allein einstellt, stehe der Staat in der Verantwortung, an ihrer Herstellung aktiv mitzuwirken. Ebenfalls zentral ist der Einsatz für mehr und direktere Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungen. Die GAL bildete im Jahre 2008 mit der Hamburger CDU die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene. Die Koalition zerbrach im November 2010 und machte die vorgezogenen Neuwahlen der Hamburger Bürgerschaft notwendig.

Im Bürgerschaftswahlkampf 2011 setzt sich die GAL für ein grünes Wirtschaftswachstum ein, das vor allem auf Bildung und Forschung beruht. Sie lehnt Eingriffe in die natürliche Umwelt wie die geplante Elbvertiefung weiterhin ab. Bildungspolitisch steht die GAL nach wie vor für längeres gemeinsames Lernen und eine aktive Förderung der Chancengleichheit aller Kinder, insbesondere auch von Kindern mit Migrationshintergrund. Hamburgs Universitäten sollen für Menschen ohne Abitur geöffnet werden und die Gebühren für das Erststudium wieder abgeschafft werden. Die GAL setzt sich ein für den Ausbau von Fahrradwegen sowie des öffentlichen Nahverkehrs unter anderem durch den Bau der Stadtbahn.