Wer steht zur Wahl?

Christlich Demokratische Union Deutschlands in Niedersachsen (CDU)

Parteiprofil


17.12.2012
CDU NiedersachsenGründungsjahr Landesverband
1947/1972*
Mitgliederzahl in Niedersachsen
ca. 68.000*
Landesvorsitz
David McAllister*
Wahlergebnis 2008
42,5 Prozent
*nach Angaben der Partei
In Niedersachsen brauchte die "Christlich Demokratische Union Deutschlands" (CDU) nach 1945 länger als in anderen Regionen, um die große Volkspartei des bürgerlichen Lagers zu werden. Die Vielfalt an sehr unterschiedlichen Milieus in der politischen Mitte und rechts davon war zwischen Eichsfeld und Emsland größer als andernorts und hinderte die Union, zur milieuübergreifenden Sammlungsbewegung jenseits der Sozialdemokratie zu werden: Bis 1974 dauerte es, bis die CDU im sehr ländlichen und durchaus eher konservativen Niedersachsen stärker als die Sozialdemokraten wurde und mit Ernst Albrecht 1976 auch erstmals einen Ministerpräsidenten in diesem Bundesland stellen konnte. Albrechts Amtszeit währte dann jedoch 14 Jahre. Nach 13 Jahren der darauf folgenden Opposition gelang der CDU unter Christian Wulff erneut die Regierungsführung. Seit der Wahl Wulffs zum Bundespräsidenten 2010 ist David McAllister Ministerpräsident und zugleich Vorsitzender der Landespartei. Als Generalsekretär steht ihm der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele zur Seite. Die Fraktion wird von Björn Tümmler geleitet.

Unter ihren Ministerpräsidenten hat die CDU einige entschieden konservative Positionen in der Gesellschafts- und Familienpolitik behutsam revidiert: In ihren neuen programmatischen Äußerungen tritt die CDU für die Ausweitung der Erwerbstätigkeit von Frauen durch einen forcierten Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten ein. Bildungspolitisch spricht sie von der inklusiven Schule. Sie erklärt, die Entwicklung und Produktion erneuerbarer Energien massiv zu fördern, versichert dabei zugleich, die Kosten einer Energiewende nicht über die Maßen ansteigen zu lassen. In Abgrenzung zu Sozialdemokraten, Grünen und Linken spricht sie sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn aus und befürwortet stattdessen eine tariflich ausgehandelte Lohnuntergrenze. Bei der inneren Sicherheit reklamiert sie klassisch den starken, entschlossen handelnden Staat. An Studienbeiträgen hält die CDU in Niedersachsen weiterhin explizit fest.