Wer steht zur Wahl?

17.12.2012 | Von:
Franz Walter

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Parteiprofil

Grüne Niedersachsen ParteilogoGründungsjahr Landesverband
1979*
Mitgliederzahl in Niedersachsen
6.335*
Landesvorsitz
Anja Piel, Jan Haude*
Wahlergebnis 2008
8 Prozent
*nach Angaben der Partei
Für “Bündnis 90/Die Grünen” (GRÜNE) bedeutet Niedersachsen ein wichtiges Bundesland. Von hier gingen die ersten Initiativen zur Parteigründung aus. Die jährlichen Atomtransporte Richtung Gorleben trugen erheblich zur Mobilisierung der Grünen insgesamt bei. Und mit Jürgen Trittin kommt der zurzeit wohl wichtigste Bundespolitiker dieser Partei aus dem niedersächsischen Landesverband.

Schon 1977 entstand in Niedersachsen eine “Grüne Liste Umweltschutz”, die 1978 bei ihren ersten Landtagswahlen beachtliche 3,9 Prozent der Stimmen erhielt. Auch hier verdrängten die jungen Linken der Partei bald die älteren Wertkonservativen und Naturschützer aus den entscheidenden Positionen. 1982 gelang den Grünen der Einzug in den Landtag, was sie fortan konstant wiederholen konnten. 1990 schafften mit Jürgen Trittin und Waltraut Schoppe erstmals zwei Grüne den Einzug in ein niedersächsisches Landeskabinett. Seit 1994 aber musste man wieder mit der Opposition vorliebnehmen. Zuletzt, bei den Kommunalwahlen im Jahr 2011, erreichte die Partei 14,3 Prozent der Stimmen. Die Partei zählt derzeit gut 5.000 Mitglieder im Land. Geführt wird sie von Anja Piel und Jan Haude. An der Spitze der Landtagsfraktion steht Stefan Wenzel.

Nach wie vor bildet die ökologische Programmatik den Markenkern der Partei. Die niedersächsischen Grünen pochen auf den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie und treten für eine dezentrale Energieversorgung ein. Sie streben an, das Bundesland auch über die Automobilindustrie zu einer ressourcen- und klimaschützenden Mobilität zu bewegen. Sie begründen dies, im Unterschied zur Frühzeit der Partei, zusätzlich mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung. In erkennbarer Abgrenzung zur CDU und FDP reklamieren die Grünen für sich, Partei der öffentlichen Güter wie auch Gegner von Abschiebungen zu sein. Studiengebühren lehnen sie ab. Schließlich beanspruchen die Grünen, einen neuen Politikstil zu pflegen, der die Bürger zur Teilhabe an öffentlichen Angelegenheiten ermutigt.