Wer steht zur Wahl?

5.8.2014 | Von:
Werner J. Patzelt

DIE LINKE (DIE LINKE)

DIE LINKE SachsenGründungsjahr Landesverband
2007*
Mitgliederzahl in Sachsen
9.686*
Landesvorsitz
Rico Gebhardt*
Wahlergebnis 2009
20,6 %
*nach Angaben der Partei
"DIE LINKE" (DIE LINKE) geht über die PDS und die SED-PDS auf die SED zurück. Diese hatte während der Friedlichen Revolution mehrheitlich mit dem Stalinismus gebrochen und eine Entwicklung zu einer "Partei des demokratischen Sozialismus" (PDS) eingeleitet. Nur noch so nannte sie sich seit dem Januar 1990. Ihr sächsischer Landesverband wurde im Juli 1990 gegründet. Zwischen "Linkskonservativen", also dem alten System wenigstens emotional verbundenen Mitgliedern, und reformorientierten Parteimitgliedern, die sich ganz auf den Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung gestellt hatten, entstand alsbald ein lange anhaltender, auch persönlich hart geführter innerparteilicher Lagerkampf bzw. Klärungsprozess. Dennoch gelang es der Parteiführung, dass die Partei nicht an diesen Auseinandersetzungen zerbrach. Sie wurde belohnt durch gute Wahlergebnisse: Von nur 10 Prozent der Stimmen stieg die PDS seit 1999 auf über 20 Prozent und stellt seither die zweitgrößte Landtagsfraktion.

2004 hatte sich, aus Protest gegen die "Agenda 2010"-Politik der rot-grünen Bundesregierung, die "Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit e.V." (WASG) gegründet. Ein Jahr später entstand ihr sächsischer Landesverband. Dessen Kandidaten für die vorgezogene Bundestagswahl vom gleichen Jahr ließ die PDS auf ihren eigenen, offenen Listen kandidieren. Dafür nannte sie sich fortan "Linkspartei.PDS". 2007 entstand aus dem Zusammenschluss beider Parteien die heutige LINKE. Die "Kommunistische Plattform", ein Zusammenschluss innerhalb der Partei, tritt "für einen Systemwechsel" ein und wird sowohl vom Bundesamt als auch dem Sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet. DIE LINKE selbst ist nicht Gegenstand der Beobachtung.

Die Partei sieht sich in der Tradition des linken Flügels der deutschen Arbeiterbewegung sowie neuerer sozialer Bewegungen, versteht sich als demokratisch-sozialistisch und hat die Herstellung sozialer Gerechtigkeit zum Ziel. Sie verlangt – neben der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen – den Ausbau öffentlicher Beschäftigung, die Senkung des Rentenalters, die Sicherung des Lebensstandards auch im Alter, besseren Daten- und Verbraucherschutz, eine Vorreiterrolle Sachsens bei der Aufnahme von Flüchtlingen sowie die Stärkung plebiszitärer Instrumente.