Wer steht zur Wahl?

5.8.2014 | Von:
Werner J. Patzelt

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei)

Tierschutzpartei SachsenGründungsjahr Landesverband
keine Angabe
Mitgliederzahl in Sachsen-Anhalt
keine Angabe
Landesvorsitz
Nancy Streit, Andreas Döring, Lothar Tietge*
Wahlergebnis 2011
1,6 %
*nach Angaben der Partei
1993 als Bundespartei gegründet, inzwischen 13 Landesverbände umfassend (von denen nicht alle ihre Ämter besetzen können), und ausgestattet mit einem Parteiprogramm aus dem Jahr 2002, hat die "PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ" (Tierschutzpartei) ihren Ursprung in der Tierschutzbewegung. 2001 errang sie erste Kommunalmandate in Hessen; 2014 gelang ihr – aufgrund des Wegfalls der Drei- bzw. Fünfprozenthürde – der Gewinn eines Mandats im Europäischen Parlament. Ansonsten liegen die besten Wahlergebnisse bei gut 2 Prozent der Wählerstimmen. Die meisten – überdurchschnittlich oft weiblichen – Mitglieder engagieren sich auch außerhalb der Partei für Tierschutz und Tierrechte. Genaue Informationen über Mitglieder und Wähler fehlen.

Zu den Kerngedanken dieser Partei gehört, dass Menschen, Tiere und Natur eine Einheit bildeten, also nicht allein Menschen im Mittelpunkt des Weltbildes stehen sollten, Tiere ebenfalls Grundrechte hätten und diese auch ins Grundgesetz gehörten. Um diesen Programmkern herum lagern sich sehr konkrete Ziele: Verbot der Jagd, Verschärfung der Auflagen zur Tierhaltung und zum Tiertransport, staatliche Unterstützung für eine ökologische Landwirtschaft, Kennzeichnungspflicht für Intensivtierhaltung und gentechnisch veränderte Lebensmittel. Weitere Programminhalte zielen – geleitet von anwaltschaftlicher Vertretung derer, "die keine Lobby bilden können", auf ökologische Nachhaltigkeit, auf eine sozial-ökologische Marktwirtschaft, auf besseren Umgang mit Asylbewerbern und Flüchtlingen sowie auf Friedfertigkeit im Inneren wie nach außen.

Die Einordnung dieser Partei ins programmatische Spektrum ist umstritten. Sie reicht von der einer Standortbestimmung in der linken Mitte bis hin zur Etikettierung als "Interessenpartei ohne ausdrückliche Ideologie".