Wer steht zur Wahl?

5.8.2014 | Von:
Werner J. Patzelt

Deutsche Soziale Union (DSU)

DSU SachsenGründungsjahr Landesverband
1990*
Mitgliederzahl in Sachsen
ca. 110*
Landesvorsitz
Joachim Fischer*
Wahlergebnis 2009
0,2 %
*nach Angaben der Partei
Die "Deutsche Soziale Union" (DSU) entstand im Januar 1990 teils aus Bürgerbewegungen, teils aus antikommunistischen Neupolitisierten und war Teil der bei der freien Volkskammerwahl von 1990 so erfolgreichen "Allianz für Deutschland". Zeitweise erkannte die CSU sie als ihre ostdeutsche Partnerpartei an, entzog ihr aber ihre Unterstützung, als die DSU – ohnehin nur im Süden der damals noch bestehenden DDR bis zu 15 Prozent der Stimmen erreichend – durch die Wahlerfolge der CDU zu einer Randpartei geworden war. Auch in ihren Hochburgen Sachsen und Thüringen gelangte die DSU nach der Wiedervereinigung nie in die Landtage. Nicht nur organisatorische Schwierigkeiten, sondern vor allem interne Auseinandersetzung um den richtigen Kurs am ihr verbleibenden rechten Rand der CDU schwächten die Partei. Viele Mitglieder wechselten zur CDU, auch zur FDP und zu Wählergemeinschaften. Bei der sächsischen Landtagswahl von 2009 erreichte sie 0,2 Prozent der Stimmen, bei der Kommunalwahl von 2014 noch 0,1 Prozent der Stimmen. Der sächsische Landesverband ist mit rund 100 Mitgliedern der stärkste von vier Landesverbänden der DSU.

Ihre Grundprinzipien benennt die DSU mit "bürgernah", "freiheitlich", "patriotisch", "wertorientiert", "wertkonservativ" und "christlich-abendländisch". Darin unterscheidet sie sich kaum von Positionen, wie sie innerhalb von CSU und CDU ebenfalls vertreten werden. Als ihre Ziele listet sie auf: soziale Gerechtigkeit, Vollbeschäftigung, Mehrung von Wohlstand, Schutz von Schwachen, Einschränkung von Mächtigen, Sicherung der Zukunft. Im Übrigen akzentuiert sie besonders die Wiedergutmachung von in der DDR begangenem politischem Unrecht, wehrhafte Demokratie, den Schutz ungeborener Menschen, Patriotismus, ein Europa der Vaterländer sowie Schranken für Zuwanderung nach Deutschland oder gegen eine kulturelle Umprägung des Landes.