Wer steht zur Wahl?

Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE)


4.4.2017
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE) Gründungsjahr Landesverband
1978 (als Grüne Liste Nordfriesland)
Mitgliederzahl im Schleswig-Holstein
2.391*
Landesvorsitz
Dr. Ruth Kastner / Arfst Wagner*

*nach Angaben der Partei
Nachdem 1978 bereits grüne Wählervereinigungen bei Kommunalwahlen angetreten waren, wurde der schleswig-holsteinische Landesverband der Partei "Die Grünen" 1980 gegründet. Die Forderung nach einem ökologischen Umbau der Industriegesellschaft vereinte Menschen verschiedener Milieus, die vom konservativen Umweltschutz bis zu alternativ-linken Gruppierungen in den Städten reichten. Nach der deutschen Einheit kam es 1993 zur Vereinigung mit dem ostdeutschen "Bündnis 90" zur neuen Partei "Bündnis 90/Die Grünen" (GRÜNE). Sie war Regierungspartei im Bund (1998-2005) und ist derzeit in elf Bundesländern an der Regierung beteiligt. In Baden-Württemberg stellt die Partei mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten.

Nach ihrem erstmaligen Einzug in den Landtag von Schleswig-Holstein 1996 war die Partei bis 2005 Koalitionspartnerin der SPD. Nach der Landtagswahl 2012 bildeten die GRÜNEN eine Koalition mit SPD und SSW. An der Spitze der Landesliste für die kommende Wahl steht die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold. Die Partei beansprucht für sich, eine ökologische, gerechte und weltoffene Politik sowie eine Kultur des Miteinanders und des Kompromisses zu vertreten. Die Spitzenkandidatin bezeichnet die aktuelle Koalition als "Erfolgsmodell", das die Partei gerne fortsetzen möchte.

In ihrem Wahlprogramm verweisen die GRÜNEN auf die Leistungen ihrer Regierungspolitik. Der Schutz von Natur und Umwelt soll weiterhin ein Schwerpunkt der grünen Politik sein. Im Nationalpark Wattenmeer dürfe es keine weiteren Erkundungen von Ölvorkommen geben. Für die Sicherung der biologischen Vielfalt und zur Reduzierung des Flächenverbrauchs soll es eine Landesstrategie geben. Der "ökologische Landbau" ist das Leitbild der Partei für die Landwirtschaftspolitik. Die Partei will die Energiewende und die Nutzung der Windenergie weiter vorantreiben. Sie fordert eine "Nachhaltigkeitsstrategie", bei der alle Gesetze und Initiativen auf ihre Nachhaltigkeit geprüft werden. In der Verkehrspolitik setzt die Partei auf den Ausbau des Nah- und Schienenverkehrs. Den Weiterbau der A 20 und die Fehmarnbeltquerung lehnen die GRÜNEN ab, verweisen aber darauf, dass die Entscheidungen in Berlin fallen.

Alleinerziehende will die Partei stärker unterstützen und die Situation von Kindern verbessern. Mittelfristig soll die Kinderbetreuung kostenlos werden, kurzfristig soll die Qualität der Betreuung Vorrang haben. Für die Schulen soll eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent erreicht werden, in den Gymnasien will die Partei bei den geltenden Schulzeiten (überwiegend Abitur nach 13 Jahren, G8) bleiben. Für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen soll es mehr pädagogisches Personal geben. Die Partei will den Kurs der Haushaltskonsolidierung fortsetzen und künftig ohne neue Schulden auskommen. Überschüsse sollen zur Hälfte in den Schuldenabbau und zur Hälfte in die Infrastruktur gehen. Die GRÜNEN bekennen sich zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingen. Viele Kommunen haben nach Ansicht der GRÜNEN noch Kapazitäten, um Flüchtlinge aufzunehmen.



 

Interaktives Wahltool

Wahl-O-Mat

Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat der bpb. Mittlerweile hat er sich zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert. Hier erfahren Sie, wie ein Wahl-O-Mat entsteht und was seine Ziele sind. Im Archiv können Sie außerdem jeden Wahl-O-Mat der vergangenen Jahre noch einmal nachspielen. Weiter... 

Der deutsche BundestagDossier

Wahlen

Wahlen sind das zentrale Element einer repräsentativen Demokratie. In Bundestagswahlen, Landtagswahlen und den Wahlen zum Europäischen Parlament bestimmen die Bürger in Deutschland ihre Vertreter. Weiter...