Wer steht zur Wahl?

21.8.2014 | Von:
Torsten Oppelland

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

CDU ThüringenGründungsjahr Landesverband
1990*
Mitgliederzahl in Thüringen
ca. 12.000*
Landesvorsitz
Christine Lieberknecht*
Wahlergebnis 2009
31,2 %
*nach Angaben der Partei
Die "Christlich Demokratische Union Deutschland" (CDU) wurde in Thüringen 1945 gegründet, war als "Blockpartei" jedoch schon bald der Kontrolle der in der DDR herrschenden SED unterworfen. Als sich die Partei im Herbst 1989 von diesem Joch befreite, hatte sie einen doppelten Vorteil: Zum einen trug sie denselben Namen wie die damalige Kanzlerpartei der Bundesrepublik und zum anderen konnte die reformierte Union die Organisation der alten Blockpartei insbesondere in ländlichen und kleinstädtischen Gebieten für sich nutzen. Darüber hinaus verfügt sie im katholischen Eichsfeld über eine treue Wählerhochburg. Nach turbulenten Anfangsjahren mit wechselnden Parteivorsitzenden konnte sich die CDU Thüringen unter Bernhard Vogel stabilisieren, dem früheren Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Vogel wurde 1992 zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt und ein Jahr später auch zum Landesvorsitzenden der Partei. Nach einer Koalition mit der FDP in den Jahren 1990 bis 1994 regierte die CDU in der zweiten Wahlperiode mit der SPD; 1999 gelang es ihr, eine absolute Mehrheit zu erringen und alleine weiter zu regieren. Nach dem Übergang der Führung von Vogel auf Dieter Althaus konnte die Partei bei der Landtagswahl 2004 die absolute Mehrheit der Mandate im Landtag behaupten. Nach zehn Jahren der Alleinregierung erlitt die CDU 2009 eine historische Wahlniederlage und konnte erst nach dem Rücktritt von Althaus und dem Scheitern der Koalitionsverhandlungen von SPD und LINKEN unter der Führung von Christine Lieberknecht eine neue Koalition mit der SPD bilden. Mit Blick auf ihre ununterbrochene Regierungsbeteiligung bezeichnet sich die CDU Thüringen selbst auch als "Die Thüringenpartei".

Im Wahlkampf setzt die CDU einerseits auf die populäre Ministerpräsidentin und zum anderen auf die solide wirtschaftliche Lage in Thüringen, insbesondere die vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit. Darüber hinaus präsentiert sie sich als "Garant" für bürgernahe Strukturen, was sich auf die Ablehnung von "Großgemeinden und -landkreisen" bezieht, wie sie von anderen Parteien in der Vergangenheit gefordert wurden, für eine leistungsorientierte, den unterschiedlichen Begabungen gerecht werdende Bildung, sowie für solide Finanzen in Zeiten sinkender Einnahmen. Die CDU in Thüringen ist offen sowohl für die Fortsetzung der gemeinsamen Regierung mit der SPD wie auch für eine schwarz-grüne Koalition. Lediglich eine Koalition mit der AfD wurde ausgeschlossen.

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Autor: Torsten Oppelland für bpb.de
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