Wer steht zur Wahl?

21.8.2014 | Von:
Torsten Oppelland

Freie Demokratische Partei (FDP)

FDP ThüringenGründungsjahr Landesverband
1990*
Mitgliederzahl in Thüringen
1.269*
Landesvorsitz
Uwe Barth*
Wahlergebnis 2009
7,6 %
*nach Angaben der Partei
Die "Freie Demokratische Partei" (FDP) ist 1948 als westdeutscher Bundesverband gegründet worden. Ihr bereits 1945 gegründetes, ostdeutsches Pendant, die Liberaldemokratische Partei (LDP), wurde unter der SED-Herrschaft zu einer Blockpartei gleichgeschaltet. Im Herbst 1989 besann sich die Partei auf ihre demokratischen Wurzeln. Im Sommer 1990 fusionierte die reformierte LDP mit einer weiteren ehemaligen Blockpartei und zwei in der Friedlichen Revolution entstandenen neuen Parteien, der Ost-FDP und der Deutschen Forumspartei; die Landesverbände dieser neu formierten liberalen Partei traten im Vorfeld der Wiedervereinigung der westdeutschen FDP bei. Die Thüringer FDP war bei den Wahlen des Jahres 1990 sehr erfolgreich und bildete nach westdeutschem Vorbild mit der CDU die erste Thüringer Landesregierung. Das äußere Erscheinungsbild der Partei wurde in den folgenden Jahren jedoch durch den Streit innerparteilicher Gruppierungen beeinträchtigt. Zudem stellte die FDP den Wirtschaftsminister in der Landesregierung und wurde daher für die schwierige wirtschaftliche Lage und die steigende Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Trotz einer anfangs noch großen Mitgliederbasis und guten Verankerung in den Kommunen scheiterte die FDP seit 1994 immer wieder an der Fünfprozenthürde. Erst 2009 gelang ihr mit 7,6 Prozent der Wiedereinzug in den Landtag. Bei den letzten Bundestags- und Europawahlen lagen die FDP-Ergebnisse in Thüringen jedoch erneut deutlich unter fünf Prozent.

Der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat für die Landtagswahl Uwe Barth versucht sich besonders als Kritiker der Politik der SPD-Wirtschaftsminister und als Fürsprecher des Mittelstands, der Selbstständigen und Freiberufler zu profilieren. In der Bildungspolitik wendet sich die FDP gegen die ebenfalls von der SPD verantwortete, als leistungsfeindlich kritisierte Schulpolitik. Mit klassisch wirtschaftsliberalen Forderungen nach Bürokratieabbau und Reduzierung der Abgabenlast präsentiert sich die FDP in Thüringen als eine bürgerliche Partei, die bereit wäre, mit der CDU zu koalieren, wenn es die Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl ermöglichen.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/ Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autor: Torsten Oppelland für bpb.de
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Interaktives Wahltool

Wahl-O-Mat

Seit 2002 gibt es den Wahl-O-Mat der bpb. Mittlerweile hat er sich zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert. Hier erfahren Sie, wie ein Wahl-O-Mat entsteht und was seine Ziele sind. Im Archiv können Sie außerdem jeden Wahl-O-Mat der vergangenen Jahre noch einmal nachspielen.

Mehr lesen

Der deutsche Bundestag
Dossier

Wahlen

Wahlen sind das zentrale Element einer repräsentativen Demokratie. In Bundestagswahlen, Landtagswahlen und den Wahlen zum Europäischen Parlament bestimmen die Bürger in Deutschland ihre Vertreter.

Mehr lesen