Wer steht zur Wahl?

21.8.2014 | Von:
Torsten Oppelland

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

GRÜNE ThüringenGründungsjahr Landesverband
1990*
Mitgliederzahl in Thüringen
750*
Landesvorsitz
Dieter Lauinger, Stephanie Erben*
Wahlergebnis 2009
6,2 %
*nach Angaben der Partei
Der Name "BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN" (GRÜNE) verweist auf die Ursprünge der Partei in den Bürgerbewegungen der Friedlichen Revolution der DDR, von denen einige sich 1990 zu einer bei Wahlen kandidierenden Partei verbanden. Im Herbst 1989 war auch bereits eine "Grüne Partei in der DDR" entstanden. Bei der ersten Thüringer Landtagswahl 1990 zog eine Listenverbindung dieser Grünen mit dem "Neuen Forum" und "Demokratie Jetzt" in den Landtag ein. Das Neue Forum entzog sich jedoch der Fusion zu einem Landesverband der bundesweiten Partei "BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN", was zu einer Schwächung der neuen Formation beitrug. Bis 2009 verfehlte die Partei den Einzug in den Landtag; innerparteiliche Auseinandersetzungen zwischen pragmatischen "Realos" und linken "Fundamentalisten" beschädigten das Erscheinungsbild der Partei und waren für die Wahlniederlagen mitverantwortlich. Erst bei der Landtagswahl 2009 konnten die Bündnisgrünen mit 6,2 Prozent und sechs Abgeordneten als kleinste Fraktion in den Landtag einziehen. Bei den letzten Wahlen zum Bundestag, zum Europäischen Parlament und zu den Kreis- und Stadträten lagen die Grünen thüringenweit immer ziemlich genau bei 5 Prozent.

Wie bei den GRÜNEN üblich, wird der Landesverband von zwei Landessprechern, Stephanie Erben und Dieter Lauinger, geführt. An der Spitze der Landesliste für die Landtagswahl steht jedoch die Vorsitzende der Landtagsfraktion, Anja Siegesmund. Das Wahlprogramm der GRÜNEN, in dem sich diese 25 Jahre danach explizit auf ihre Herkunft aus der Friedlichen Revolution berufen, ist geprägt durch den umweltpolitischen Markenkern der Partei: So will die Partei Thüringen zu einem "Gewinner der Energiewende" machen, in dem langfristig "die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien" stammen soll. Daneben setzt sie auf naturnahe "bienenfreundliche Landwirtschaft", qualitatives Wirtschaftswachstum, die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, nachhaltigen Tourismus sowie in der Bildungspolitik auf "längeres gemeinsames Lernen", also längere Grundschulzeiten, und Inklusion. DIE GRÜNEN haben keine explizite Koalitionsaussage gemacht, aber auch nichts ausgeschlossen. Inhaltliche Gemeinsamkeiten überwiegen mit der SPD und der LINKEN, 2009 war sie an den gescheiterten Koalitionssondierungen dieser beiden Parteien beteiligt.

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Autor: Torsten Oppelland für bpb.de
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