Offshore-Windpark nahe Shanghai. Die 102 Mega-Watt Offshore-Anlage wurde Mitte 2010 fertiggestellt und ist die größte in ganz Asien. Die 34 Windturbinen mit jeweils 3 Mega-Watt Leistung können 200.000 Haushalte in Shanghai mit Energie versorgen.

Russland und der Kaspische Raum – Exportschlager Energie

Vorkommen, Förderung und Exportpotentiale


5.9.2008
Seit 2005 bringt eine Pipeline Öl von Aserbaidschan über Georgien bis zur türkischen Mittelmeerküste. Einige Staaten des Kaspischen Raums sind reich an Öl und auch Gas, ebenso ihr Nachbar Russland. Das Exportgeschäft läuft gut, doch die Länder selbst haben einen hohen Energieverbrauch.

Auf diesem Bild ist die Ölpipeline von Baku, Aserbaidschan, nach Supsa, Georgia, zu sehen. Die Pipeline ist eine weiterer Schritt, die Ölfelder des Kaspischen Meeres zu erschließen.Der Hafen von Supsa am Schwarzen Meer in Georgien. Hier endet die Baku-Supsa-Pipeline, die Öl aus dem Kaspischen Meer aus Aserbaidschan liefert. Während des Konflikts im Sükaukasus wurde die Pipeline stillgelegt. (© AP)

Russland sowie die GUS-Staaten des Kaspischen Raums Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan und Aserbaidschan verfügen über Vorkommen an Energierohstoffen, wie sie sonst nur noch im Nahen Osten und in Nordamerika auftreten.

Russland



Russland besitzt die weltgrößten Erdgasvorkommen (Reserven und Ressourcen)[1] und förderte 2007 mit 651 Milliarden Kubikmeter mehr Erdgas als jedes andere Land. Russlands Erdölvorkommen sind zwar deutlich kleiner als die des Nahen Ostens, werden aber wesentlich intensiver als letztere ausgebeutet und trugen so seit 1999 maßgeblich zum Anstieg der Ölförderung außerhalb der OPEC, der Organisation Erdöl exportierender Länder, bei. 2007 wurden in Russland 473 Millionen Tonnen Erdöl gefördert; das Land steht damit an zweiter Stelle hinter Saudi-Arabien. Russlands Kohlevorkommen erreichen dieselbe Größenordnung wie die der USA und Chinas. Russlands Kohleförderung (2007: 315 Mio. Tonnen) dient vor allem dem heimischen Bedarf und erst in zweiter Linie dem Export.

In Russland werden im Osten und Norden Sibiriens sowie in den nördlichen Küstengewässern weitere große Öl- und Gasfelder vermutet. Aber auch nach ihrer Erschließung wird die russische Öl- und Gasförderung nicht mehr in hohem Umfang ansteigen, da die Vorkommen im Westen Sibiriens, von wo die Hauptmengen stammen, sich im Zustand zurückgehender Förderung befinden. Die Ölförderung wird in Russland voraussichtlich um 2030, die Gasförderung um 2040 ihr Maximum erreichen und dann allmählich zurückgehen.

Russland tauscht mit den Staaten das Kaspischen Raums Erdöl, Erdgas und Kohle aus, wobei regionale Versorgungsdefizite in Südrussland einerseits, in den Nordregionen des Kaspischen Raums andererseits ausgeglichen werden. Auf Nettoimporte von Energieträgern aus dem Kaspischen Raum ist Russland nicht angewiesen. Allerdings wird über russisches Territorium per Pipeline vor allem Erdöl zu den Schwarzmeerhäfen und Richtung Ukraine bis Westeuropa sowie Erdgas nach Belarus und in die Ukraine – nicht jedoch in die EU-Staaten – transportiert. Russland, die meisten zentralasiatischen GUS-Staaten und auch Aserbaidschan unterscheiden sich von den Ressourcenstaaten des Nahen Ostens dadurch, dass sie einen erheblichen Teil der geförderten Energieträger für den eigenen Bedarf benötigen, weil sie verhältnismäßig große Bevölkerungen und energieintensive Industriezweige aufweisen – nur Turkmenistan entspricht dem klassischen Fall eines bevölkerungsarmen Ressourcenstaates, der seine Förderung überwiegend dem Export widmen kann. Insbesondere für das bevölkerungsreiche und industriell entwickelte Russland wird es darauf ankommen, durch Steigerung der Energieeffizienz in Industrie, Transport und Haushalten zu verhindern, dass ein stark ansteigender Binnenverbrauch den Export maßgeblich einschränken wird.

Aserbaidschan



Aserbaidschans Ölförderung beträgt 2008 knapp eine Million Barrel pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Liter) bzw. 50 Mio. Tonnen pro Jahr. Da im Inland nur rund 10 Mio. Tonnen benötigt werden, können rund 40 Mio. Tonnen durch die 2005 eröffnete Baku-Tbilissi-Ceyhan Pipeline (BTC) von Aserbaidschan über Georgien bis zur türkischen Mittelmeerküste geleitet und dann weiter per Tanker transportiert werden. Deutschland bezog 2007 knapp 3 Mio. Tonnen Erdöl aus Aserbaidschan.

Aserbaidschans Gasförderung war in den 1990er Jahren wegen Erschöpfung der damals bekannten Gasfelder auf rund 5 Mrd. Kubikmeter jährlich zurückgegangen. Erst die Produktionsaufnahme des großen, östlich von Baku unter dem Kaspischen Meer gelegenen Gasfeldes "Shah Deniz" verspricht einen erneuten Aufschwung der Gasförderung. Aserbaidschan könnte den geplanten "südlichen Gaskorridor" ("Nabucco") für sich nutzen und ab 2015 mit jährlich rund 3 Mrd. Kubikmeter beliefern.[2] Mittelfristig wird das Gasfeld "Shah Deniz" eine Fördermenge von knapp 50 Mrd. Kubikmeter bieten. Damit ist unter Berücksichtigung des steigenden Inlandsverbrauchs ein Exportvolumen von bis zu 30 Mrd. Kubikmeter zu erwarten, das für die Türkei und Westeuropa bestimmt ist.

Kasachstan



Bei Uran gehört Kasachstan zu den weltweit führenden Anbietern. 2008 werden rund 1,5 Mio. Barrel pro Tag bzw. 75 Mio. Tonnen Erdöl gefördert, wovon ein Großteil exportiert werden kann. Deutschlands Anteil wird wie 2007 rund 8 Mio. Tonnen betragen. Einen weiteren Anstieg der kasachischen Erdölförderung und des Exports verspricht man sich von der Inbetriebnahme des riesigen Offshore-Ölfeldes Kashagan im Nordteil des Kaspischen Meers. Erdöl aus Kasachstan gelangt über russisches Gebiet per Pipeline zum Schwarzen Meer und über nach Norden führende Pipelines Richtung Westen. Geringere Mengen werden in den Nordiran sowie nach China geliefert; die Ölexporte nach China, wohin eine Pipeline gebaut wird, dürften noch erheblich ausgeweitet werden.

Das kasachische Erdgas wird vorwiegend im Nordwesten und im Schelf des Kaspischen Meers gefördert, großenteils als Begleitgas der dort anzutreffenden Erdölförderung. Mittelfristig kann ein Förderpotential von rund 75 und ein Exportpotential von rund 40 Mrd. Kubikmeter erreicht werden. Abnehmer für das kasachische Erdgas wird wie bisher Russlands Gazprom sein (das damit die westlichen GUS-Staaten beliefern möchte), künftig aber auch China, wohin eine Pipeline mit einer jährlichen Kapazität von 30 Mrd. Kubikmeter gebaut wird.

Turkmenistan



Während Kasachstan das erdölreichste Land Zentralasiens ist, verfügt Turkmenistan über die größten Erdgasvorräte. Das mittelfristige jährliche Gasförderpotential des Landes wird auf rund 150 Mrd. Kubikmeter geschätzt. Für den Export stehen damit unter Berücksichtigung des künftigen Eigenverbrauchs rund 130 Mrd. Kubikmeter zur Verfügung. Wenn Turkmenistan seinen langfristigen Liefervertrag mit Russland einhält, der um 2020 Liefermengen von bis zu 90 Mrd. Kubikmeter pro Jahr vorsieht, verbleiben rund 40 Mrd. Kubikmeter für die geplanten Exporte nach China sowie für ebenfalls beabsichtigte Exporte in den Iran, die Türkei und weiter Richtung Westeuropa. Die Aufteilung der Exportmengen wird davon abhängen, welche Preiskonditionen die betreffenden Abnehmer bieten und welche Transportmöglichkeiten zur Verfügung stehen werden.

Usbekistan



Usbekistan förderte 2007 nur rund 5 Mio. Tonnen Erdöl, was den Inlandsbedarf nicht deckte. Usbekistans Erdgasförderung erreichte 2007 rund 60 Mrd. Kubikmeter. Das mittelfristige Gasproduktionspotential Usbekistans wird wegen des fortgeschrittenen Erschöpfungsgrads der usbekischen Gasfelder voraussichtlich bei diesem Wert stagnieren und selbst bei kaum steigendem Inlandsbedarf keine Exporte erlauben.

Die Exportmöglichkeiten für Erdgas aus dem Kaspischen Raum



Insbesondere von amerikanischer Seite wird aus geopolitischen Erwägungen vehement der Bau der "Trans Caspian Gas Pipeline" zwischen der turkmenischen Hafenstadt Turkmenbaschi und der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku gefordert. Deren Realisierung scheiterte bisher an der ungelösten Statusfrage des Kaspischen Meers,[3] an von Russland vorgebrachten Umweltbedenken und an ihrer nicht geklärten Rentabilität.

Während Turkmenistan für Gasexporte nach Russland und China über eine ausreichende Transportinfrastruktur verfügt bzw. verfügen wird, sind Turkmenistans Exportmöglichkeiten nach Westen vergleichsweise wenig entwickelt. Aserbaidschan dagegen besitzt mit der South Caucasus Pipeline (SCP) über eine Exportpipeline, die gemäß Bedarf erweitert werden kann. Die SCP verläuft parallel zur Baku-Tbilissi-Ceyhan Erdölpipeline. Aserbaidschans Gasförderung und -export werden in Zukunft vor allem davon bestimmt werden, wie sich der Gasmarkt in der Türkei und in Südeuropa entwickelt und welchen Raum dort die Wettbewerber aus Russland und Afrika einnehmen werden.

Ob die Gaspipeline "Nabucco", die die Osttürkei über den Balkan mit Westeuropa verbinden soll, gebaut werden wird oder nicht, wird den Grad der Diversifizierung der europäischen Gasimporte nicht entscheidend verändern, da mit den jährlich 30 Mrd. Kubikmeter nur 6 bis 8 Prozent des bis 2020 auf 400 bis 500 Mrd. Kubikmeter angestiegenen Importbedarfs Europas abgedeckt werden könnten. Ein anderes Bild ergäbe sich, wenn der Iran umfangreiche Gasexporte nach Europa aufnehmen würde. Dann könnte dieser neben Russland und Afrika zum dritten Hauptversorger Europas aufsteigen. Irans Prioritäten der Gasexportpolitik sind aber bis auf weiteres nicht klar erkennbar.

Energiepartnerschaft Deutschlands und des Kaspischen Raums?



2007 stammten 43 Prozent der deutschen Erdgasimporte und 32 Prozent der Erdölimporte Deutschlands aus Russland. Weitere 10 Prozent der deutschen Erdölimporte kamen aus dem Kaspischen Raum, davon drei Viertel aus Kasachstan, der Rest aus Aserbaidschan. Deutschland, wie auch das restliche Europa importierten 2007 (mit Ausnahme der Türkei) kein Erdgas aus dem Kaspischen Raum. An diesen Verhältnissen wird sich auf absehbare Zeit nichts Wesentliches ändern: Deutschlands Erdölimport stagniert und wird auch in Zukunft überwiegend aus Russland, Norwegen, Großbritannien und Nordafrika stammen. Bei den wahrscheinlich noch zunehmenden Erdgasimporten Deutschlands werden Russland, Norwegen und die Niederlande auch in Zukunft die Hauptlieferländer bleiben. Erdgas aus dem Kaspischen Raum wird auch nach der eventuellen Fertigstellung eines Transportkorridors durch die Türkei, die "Nabucco-Pipeline", nur in geringen Mengen nach Deutschland gelangen.

Die Hoffnungen auf eine wesentliche Verringerung der Abhängigkeit Deutschlands und anderer europäischer Staaten von russischem Gas durch künftige Gasimporte aus dem Kaspischen Raum werden sich daher nicht erfüllen. Dies gibt jedoch keinen Anlass zur Besorgnis, da die Abhängigkeit im Gasbereich zweiseitig ist. Liefer- und Abnehmerländer sind durch das Pipeline-Netz und langfristige Gaslieferverträge, derart aufeinander angewiesen, dass keine Seite die andere erpressen kann. Weder wird etwa aus politischen Gründen Russlands Gazprom "den Gashahn abdrehen", noch ein europäisches Land auf russisches Gas verzichten wollen.

Infobox

Langfristige Gaslieferverträge

Erdgasimporte werden in Europa und in den meisten außereuropäischen Ländern im Rahmen von langfristigen (20- bis 30-jährigen) Lieferverträgen durchgeführt. Diese enthalten eine Bindung des Importpreises an die Preise für Erdöl und Erdölprodukte. Da diese Langfristverträge sowohl für die Lieferanten- als auch Abnehmerunternehmen Vorteile bieten, wird nicht beabsichtigt, von diesem seit Jahrzehnten bewährten System abzugehen. Kartellrechtliche Bedenken gegen die Langfristverträge bestehen nicht. Das System der Langzeitverträge und der Ölpreisbindung des Gaspreises war 1962 in den Niederlanden von der Regierung zusammen mit ESSO und Shell eingeführt worden, um die Produktion des Groningen-Gasfeldes zu vermarkten. Der Preis für Gasexporte in ein bestimmtes Land wird seither von den Preisen der dortigen Substitute für Erdgas, z.B. Kohle und Heizöl, abgeleitet (replacement value), der Preis ab Grenze des Exportlandes wird durch Abzug der Transportkosten in das Empfängerland ermittelt (netback pricing). Daher differieren die Exportpreise an der Grenze des liefernden Landes je nach Empfängerland. Im Empfängerland sind sie aber weder von den Förderkosten, noch von den Transportkosten abhängig. Um Änderungen der Preise der Gassubstitute zu berücksichtigen, wird eine Preisrevisionsklausel (price review clause) vereinbart. Während in den Langzeitverträgen der Abnehmer das Mengenrisiko trägt (er muss eine vereinbarte Mindestmenge pro Jahr abnehmen), trägt der Lieferant das Preisrisiko, weil er den Preis nicht beeinflussen kann.

Eine Energiepartnerschaft des Kaspischen Raums mit Deutschland kann sich somit nicht in erster Linie auf die Sicherung der deutschen Energieversorgung stützen und berufen. Eine Zusammenarbeit könnte sich dagegen bei der gemeinsamen Förderung von Projekten der Energieeffizienz und der Vermeidung von Treibhausgasemissionen ergeben. Hierbei könnten deutsche Erfahrungen bei der Nutzung von erneuerbaren Energien (Wind- und Solarenergie) eingebracht werden. Diese Projekte dürfen aber nicht dazu führen, dass Fragen der Menschenrechte im Dialog mit den betreffenden Staaten hintangestellt werden.

Literatur:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Erdgasimporte 2007, »http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erdgas/energieinfo/
2007/dezember.html«
.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Rohölimporte 2007, »http://www.bafa.de/bafa/de/energie/rohoel/energieinfo/
2007/dezember.html«
.

Central Intelligence Agency: The World Factbook 2008, »https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2173rank.html?countryName=Kosovo&countryCode=kv®ionCode=eu&rank=148#kv.html«.

Cornell, Svante E./Nilsson, Niklas (Hg.): Europe´s Energy Security. Gazprom´s Dominance and Caspian Supply Alternatives, Washington D.C/Stockholm 2008, »www.silkroadstudies.org«.

Energy Charter Secretariat: Putting a Price on Energy. International price mechanisms for Oil and Gas, Brüssel 2007, »www.encharter.org/index.php?id=218«.

Energy Information Administration: Country Analysis Briefs Azerbaijan, November 2007, »http://www.eia.doe.gov/cabs/Azerbaijan/pdf.pdf«.

Energy Information Administration: Country Analysis Briefs Kazakhstan, Februar 2008, »http://www.eia.doe.gov/cabs/Kazakhstan/pdf.pdf«.

Götz, Roland: Mythos Diversifizierung. Europa und das Erdgas des Kaspiraums, in: Osteuropa, 8-9/2007 (zugleich: Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 656, Bonn 2007), S. 449-462.

Götz, Roland: Russlands Erdgas und Europas Energiesicherheit, Berlin 2007 (= SWP-Studie 27/2007), »www.swp-berlin.org/«.

International Crisis Group (ICG): Central Asia´s Energy Risks, (= Asia Report 133, Mai 2007), »www.crisisgroup.org/«.

Nabucco Gas Pipeline International GmbH, »www.nabucco-pipeline.com/«.

Rempel, Hilmar u.a.: Die Rohstoffe Zentralasiens. Vorkommen und Potential für Europa, in: Osteuropa, 8-9/2007 (zugleich: Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 656, Bonn 2007), S. 433-448.

Russische Amtliche Statistik (Federalnaja slushba gosudarstvennoj statistiki), Förderung von Bodenschätzen (russ.), »www.gks.ru/bgd/free/B07_00/IssWWW.exe/Stg/d120/2-21.htm«.

Schmitz, Andrea: Partner aus Kalkül. Russische Politik in Zentralasien, Berlin 2008 (= SWP-Studie 5/2008), »www.swp-berlin.org/«.

Stennikow: Walerie u.a.: Die russische Energiestrategie 2020 – Stand und Entwicklungsperspektiven, in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 1-2/2008, S. 128-133.

Tsereteli, Mamuka: Economic and Energy Security. Connecting Europe and the Black Sea-Caspian Region, Washington D.C/Stockholm 2008, »www.silkroadstudies.org«.



Fußnoten

  1. Bei Öl- und Gasvorkommen bezeichnen "Reserven" den zu gegenwärtigen Bedingungen technisch und wirtschaftlich gewinnbaren Teil. "Ressourcen" sind entweder zwar nachgewiesen, aber (noch) nicht technisch und wirtschaftlich gewinnbar, oder es sind nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche Vorkommen.
  2. Ein Konsortium, dem staatliche Gasgesellschaften der Türkei, Bulgariens, Rumäniens, Ungarns, Österreichs und die deutsche RWE angehören, plant den Bau einer Gaspipeline von der Ost- in die Westtürkei und über den Balkan weiter nach Westeuropa. Sie soll jährlich 31 Mrd. Kubikmeter Erdgas transportieren und 5 Mrd. Euro kosten.
  3. Wenn das Kaspische Meer als Meer definiert wird, stehen jedem Anrainerstaat, ausgehend von seiner Uferzone, eine 12-Seemeilen-Zone als territoriales Gebiet sowie ein 200-Seemeilen-Streifen entlang seiner Küste als "ausschließliche Wirtschaftszone" zu, wobei im Falle des Kaspischen Meers eine Grenzziehung zwischen den jeweiligen Wirtschaftszonen in der Mitte des Gewässers erforderlich wird. Wenn es dagegen als See (also als Binnengewässer) betrachtet wird, würden seine Bodenschätze von den Anrainerstaaten gemeinsam ausgebeutet werden (Kondominiums-Lösung). Russland und Kasachstan haben sich 1998 für den nördlichen Teil des Kaspischen Meers bereits auf eine Aufteilung geeinigt, Aserbaidschan folgte ihnen 2001.
 

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