Europäische Schuldenkrise

Glossar

Bad Bank (engl., "schlechte Bank")



Ein Institut, das aus einer angeschlagenen Bank geschaffen wird, um deren Risiken aufzunehmen. Die Bad Bank wird zur Abwicklung nicht oder nur schwer einlösbarer Forderungen gegründet, die bei Nichtzahlung die Bonität des betroffenen Geldinstituts gefährden könnten. Nach dem deutschen Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung kann das angeschlagene Geldinstitut unter bestimmten Auflagen abschreibungsgefährdete (auch "faul" oder "toxisch" genannte) Posten auf die Bad Bank übertragen. Im Gegenzug erhält die Bank von der Bad Bank eine Schuldverschreibung in gleicher Höhe. In Deutschland garantiert der Staat über den Bankenrettungsfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) für diese Schuldverschreibung, die Bank zahlt dafür eine Gebühr an den SoFFin. Beispiele: Die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung gründete 2009 die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), um die riskanten Papiere der angeschlagenen Landesbank WestLB zu übernehmen und bis 2028 abzuwickeln. 2010 übertrug die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) Wertpapiere und Kredite im Wert von rund 173 Milliarden Euro in die neugegründete Bad Bank FMS Wertmanagement – davon entfielen etwa 7,4 Milliarden Euro auf griechische Staatsanleihen.




16.06.2015


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