Europäische Schuldenkrise

Glossar

Bail Out (von engl. to bail out, "jemandem aus der Klemme helfen")



Laut Maastricht-Vertrag (ursprünglich Artikel 104 b, im aktuellen Lissabon-Vertrag Artikel 125 AEUV) darf kein EU-Mitgliedsland zum Beistand für die Finanzierung der Staatsschuld eines anderen Mitgliedslandes verpflichtet werden (No-bail-out-Klausel). Kritiker halten die Rettungspakete sowie die Einrichtung der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM für einen Verstoß gegen das Bail-Out-Verbot. Befürworter des Bail Out verweisen hingegen auf Artikel 122 AEUV, der Hilfe für Krisenstaaten erlaubt "aufgrund von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen, die sich seiner Kontrolle entziehen". In der Finanzkrise ab 2007/08 wurde der Begriff Bail Out dafür benutzt, dass einzelne Staaten ihre Banken vor der Pleite bewahrten. Diese Geldinstitute galten als "systemrelevant": Man fürchtete, ihr Bankrott würde das ganze Finanzsystem und mit ihm die Wirtschaft in den Abgrund ziehen.




16.06.2015


Quiz
Testen Sie Ihr Wissen zum Euro und zur Schuldenkrise

Frage 1 / 20
 
Wie heißt der einzige westeuropäische Beitrittskandidat zum Euro?







Mediathek

Staatsgeheimnis Bankenrettung

Wirtschaftsjournalist Harald Schumann reist quer durch Europa und geht der Frage nach, wohin die Milliardenbeträge, die im Verlauf der Europäischen Schuldenkrise für Rettungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt wurden, geflossen sind.

Jetzt ansehen