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Weltwirtschaft und internationale Arbeitsteilung

18.10.2005
Gefördert durch die Idee des Wirtschaftsliberalismus weitete sich im 19. Jahrhundert, besonders seit 1945, der Welthandel aus. Seine gegenwärtige Struktur wird analysiert und anhand einzelner Wirtschaftsbereiche veranschaulicht.

Gefördert durch die Idee des Wirtschaftsliberalismus weitete sich im 19. Jahrhundert der Welthandel aus. Nach dem 2. Weltkieg wurden mit dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT 1948) die Voraussetzungen für eine zunehmende Liberalisierung des Welthandels geschaffen.



Auszug aus:
Informationen zur politischen Bildung (Heft 280) - Weltwirtschaft und internationale Arbeitsteilung

Einleitung



Grundlage modernen Wirtschaftens ist die Arbeitsteilung. Sie führt zu Tausch oder - in der Geldwirtschaft - zu Handel. Reger Handel ist daher Ausdruck hoch entwickelter Arbeitsteilung. Dabei bringt internationale Arbeitsteilung insgesamt bessere Ergebnisse hervor als eine Arbeitsteilung, die nur im nationalen Rahmen stattfindet. Nach diesem Konzept spezialisiert sich nämlich diejenige Wirtschaftskraft auf die Produktion eines Gutes bzw. einer Dienstleistung, die dies aus ökonomischer Sicht relativ am besten kann, das heißt zu den geringsten Produktionskosten.

Kern der Globalisierung ist die Ausweitung internationaler Arbeitsteilung. Dabei bilden sich weltweite Märkte heraus, auf denen Waren und Dienstleistungen gehandelt, Investitionen getätigt, Technologien übertragen und Informationen ausgetauscht werden. Internationale Arbeitsteilung ermöglicht es den einzelnen Ländern, ihre unterschiedlichen Stärken auszuspielen und dadurch Einkommensgewinne zu erzielen.

Allerdings kennt die Globalisierung nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. In den Ländern, die relativ reichlich mit Kapital und qualifizierten Arbeitskräften ausgestattet sind, steigen die Kapitaleinkommen tendenziell stärker als die Arbeitseinkommen, und die Spreizung der Löhne zwischen einfacher und qualifizierter Arbeit nimmt zu. Hieraus können Spannungen in den einzelnen Ländern und zwischen ihnen entstehen, die den Sozialstaat westlicher Prägung in ein Dilemma stürzen. Denn bei dem Versuch, die Einkommensverteilung zu Lasten der Arbeitnehmerschaft, die sich aus der Globalisierung ergeben kann, wieder zu korrigieren, sind dem Staat gerade wegen der Globalisierung die Hände gebunden. Eine schärfere Besteuerung von Kapitaleinkommen könnte zum Beispiel das Kapital dazu veranlassen, in andere Länder abzuwandern, und damit den Handlungsspielraum für die Lohnpolitik so stark einengen, dass am Ende die angestrebte Korrektur nicht zu Stande kommt und die Regierung in der "Globalisierungsfalle" gefangen ist.

Tatsächlich ist der Anteil von Kapital- und Vermögenssteuern am gesamten Steueraufkommen in fast allen Industrieländern deutlich gesunken. Auch hat die Spreizung der Einkommen in den Industrieländern zugenommen. Dies ist allerdings faktisch weniger der Globalisierung anzulasten als technologischen Entwicklungen, die gering qualifizierte Arbeitskräfte benachteiligen.

Entwicklungsländer werden durch die Globalisierung in die Lage versetzt, sich auf die Herstellung arbeitsintensiver Produkte wie zum Beispiel Bekleidungserzeugnisse zu spezialisieren, dabei die Löhne zu erhöhen und die Einkommensverteilung zu verbessern. Tatsächlich haben Länder, die sich wirtschaftlich geöffnet haben, meist ein höheres Wachstum erreicht und die Armut stärker reduziert als Länder, die sich der Öffnung verweigert haben. Das Problem für alle am Globalisierungsprozess beteiligten Staaten ist, dass sie sich stets aufs Neue wechselnden Bedingungen anpassen müssen und sich dabei vielfach überfordert fühlen.

Historische Erfahrungen



Voraussetzung für internationale Arbeitsteilung ist die unterschiedliche Ausstattung der Länder mit Energieträgern, Rohstoffen, Boden, Kapital und Arbeitskraft (Produktionsfaktoren). Daraus resultieren von Land zu Land verschiedene Preisverhältnisse zwischen den mit den Produktionsfaktoren hergestellten Erzeugnissen - wenn die Grenzen geschlossen sind. Wenn die Grenzen geöffnet werden, spezialisieren sich die Staaten auf die Produktion derjenigen Güter, die sie preiswerter anbieten können als andere Länder. Dies ist die Quelle der Wohlfahrtsgewinne, die aus internationaler Arbeitsteilung entstehen; sie gründen auf Unterschieden in den relativen Preisen und komparativen Kosten zwischen den an ihr beteiligten Ländern.

Geschlossene Volkswirtschaften hat es kaum je gegeben. Bereits in der Antike wurde innerhalb der zugänglichen Welt mit Gewürzen, orientalischen Stoffen, Gold, Silber und Edelsteinen gehandelt. Die einzelnen Volkwirtschaften sind allerdings niemals völlig, sondern immer nur mehr oder weniger offen für internationalen Handel. Der Grad der Offenheit ist abhängig von der jeweiligen Wirtschaftsphilosophie, von den inneren Konflikten und dem internationalen Spannungsreichtum der Zeit.

Im 17. und 18. Jahrhundert war der Merkantilismus weit verbreitet. Als Merkantilismus werden die wirtschaftspolitischen Lenkungsmaßnahmen bezeichnet, die die Staaten in jener Zeit zur Steigerung der nationalen Wirtschafts- und Handelskraft unternahmen. Vor allem England, Frankreich, Preußen und Spanien setzten alles daran, Gold und Geld im Lande zu mehren, indem sie möglichst viele Güter selbst herstellten und exportierten, aber möglichst wenige importierten. Andere Länder wurden so daran gehindert, ihrerseits zu exportieren, Fremdwährung zu verdienen und sie in Importe umzusetzen. Insgesamt konnte sich der internationale Handel deshalb nicht entfalten; Gold und Geld flossen spärlicher, als die Merkantilisten es sich gedacht hatten.

Der Merkantilismus wurde im 19. Jahrhundert durch den Liberalismus abgelöst. Die Theorie des Wirtschaftsliberalismus, der Arbeitsteilung und des Freihandels, die den Merkantilismus schließlich auch in der wirtschaftspolitischen Realität überwand, geht auf die britischen Nationalökonomen Adam Smith (1723-1790) und David Ricardo (1772-1823) zurück. Grundlegend war das Theorem der "komparativen Kosten". Danach sind internationaler Handel und internationale Arbeitsteilung selbst für solche Länder von Vorteil, die alle Güter zu geringeren Kosten erzeugen können als das Ausland. Sie müssen sich nur auf die Produktion jener Güter spezialisieren, die sie relativ (komparativ) am günstigsten herstellen können.

Das hieraus abgeleitete Freihandelspostulat wurde von dem deutschen Nationalökonomen Friedrich List (1789-1846) allerdings durch das "Schutzzollargument" relativiert. Danach gibt es gute Gründe dafür, schwächere Länder in ihrer frühen Entwicklungsphase noch nicht massiv dem harten internationalen Wettbewerb auszusetzen. Vor allem junge Industrien (infant industries) sollten auch dann geschützt werden dürfen, wenn die Handelspartner ihre eigenen Grenzen bereits weit für Importe geöffnet haben.

Mit der Idee des Liberalismus begann das Zeitalter der wirtschaftlichen Globalisierung. Eine erste Blüte erreichte der internationale Handel nach den napoleonischen Kriegen und besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit dem deutschen Zollverein, der handelspolitischen Einigung deutscher Staaten zur Herstellung einer deutschen Wirtschaftseinheit ab 1834, waren - bei wenigen Ausnahmen - im gesamten späteren Reich die wesentlichen Handelshemmnisse beseitigt worden. Die Rahmenbedingungen waren stabil; im Großen und Ganzen herrschte Frieden. Neue Techniken begünstigten eine sowohl umfangreichere als auch arbeitsteiligere Produktion. Transporte auf große Distanz wurden schneller, billiger und sicherer. Die Handelsnationen verständigten sich auf das Gold als Fundament für den internationalen Zahlungsverkehr (Goldstandard). Diese Tendenz zur außenwirtschaftlichen Liberalisierung wurde durch restaurative Kräfte (Bismarcks Schutzzollpolitik) insgesamt nur wenig beeinträchtigt.

Die Zeit von der Gründung des Deutschen Reiches 1871 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 gilt als die Phase des Aufstiegs der Handelsglobalisierung und die Schlussetappe dieser Phase (1895-1914) als das "Goldene Zeitalter" des Freihandels. Der Außenhandel (gemessen als Durchschnitt aus Export und Import) stieg auf bis zu einem Drittel des Bruttosozialproduktes der einzelnen Länder an.

Der Aufschwung des Welthandels wurde durch den Ersten Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise, die mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 begann, und den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.

Liberalisierung nach 1945



Die Renaissance der Handelsglobalisierung begann in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Schon während der Schlussphase des letzten Weltkriegs wurden die Weichen für einen beispiellosen Abbau internationaler Handelshemmnisse in der Nachkriegszeit gestellt. 1944 wurden in Bretton Woods in New Hampshire, USA, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank gegründet. Der Marshall-Plan schob seit 1947 den Wiederaufbau des zerstörten Europa an. 1948 wurde das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on Tariffs and Trade - GATT) in Kraft gesetzt, in dessen Rahmen seitdem in acht multilateralen Liberalisierungsrunden die mengenmäßigen Handelsbeschränkungen (Kontingente) und die tarifären Handelshemmnisse (Zölle) weitgehend beseitigt wurden. Die Importzölle auf Industrieprodukte in Industrieländern zum Beispiel sind durchschnittlich von etwa 40 Prozent auf weniger als fünf Prozent gefallen.

Seit 1952 gibt es Bestrebungen zur wirtschaftlichen Vereinigung Europas mit nach innen vollständig verwirklichter Handelsfreiheit. Die 1958 von zunächst sechs Gründungsländern (Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Benelux-Staaten) errichtete Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde zur Europäischen Union (EU) weiterentwickelt, deren wichtigster Baustein die Europäische Währungsunion (EWU) ist. Die EU wurde zudem in mehreren Etappen auf heute 15 Mitgliedstaaten ausgeweitet; am 1. Mai 2004 werden zehn weitere Mitglieder hinzu kommen, neben Malta und Zypern acht mittel- und osteuropäische Länder (Polen, Tschechien, die Slowakische Republik, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen).

Zahlreiche Entwicklungsländer sind der EU "assoziiert" und genießen weitgehende Zollfreiheit für ihre Exporte dorthin. Seit März 2001 können Produkte aus den 49 ärmsten Entwicklungsländern frei von Zöllen und Quoten in die EU exportiert werden. Einige "sensible" Produkte (Bananen, Reis und Zucker) sind aus dieser "Alles-außer-Waffen"-Initiative allerdings vorerst ausgeklammert. Den übrigen Entwicklungsländern räumt die EU - ähnlich wie die USA, Japan und weitere Industrieländer - Zollvorteile ein (Allgemeine Handelspräferenzen). Mit den anderen westeuropäischen und einigen nichteuropäischen Ländern (wie zum Beispiel Chile und Mexiko) hat sie Freihandel vereinbart. Die Europäische Gemeinschaft wurde als Zollunion und Wirtschaftsgemeinschaft zum Vorbild für zahlreiche regionale Zusammenschlüsse in anderen Teilen der Welt. Auch mit diesen Regionalzusammenschlüssen wie etwa dem von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gebildeten Mercosur (Mercado Comœn del Sur) in Südamerika strebt die EU eine auf Freihandel basierende wirtschaftliche Zusammenarbeit an.

Die letzte Runde des GATT, die so genannte Uruguay-Runde (1986-1994), brachte eine gravierende Ausweitung der Handelsfreiheit. Die Liberalisierung erfasste erstmals auch den traditionell geschützten Handel mit Agrarerzeugnissen und mit Textilien/Bekleidung sowie den Dienstleistungshandel. Es wurden Regelungen für einen besseren Schutz geistiger Eigentumsrechte (zum Beispiel Schutz vor Plagiaten) und zugunsten ausländischer Investitionen getroffen. So wurde es etwa verboten, den Investoren vorzuschreiben, Vorprodukte im Gastland einzukaufen (oder herzustellen) oder eine ausgeglichene Handelsbilanz zu präsentieren.

Als weiteres Resultat der Uruguay-Runde wurde 1995 das GATT durch die Welthandelsorganisation (World Trade Organization - WTO) abgelöst. Insbesondere die Entwicklungsländer sehen ihre spezifischen Anliegen bei ihr besser aufgehoben als beim GATT, das sie eher als eine Interessengemeinschaft der Industrieländer betrachteten. Die WTO mit Sitz in Genf ist eine eigenständige internationale Organisation mit einem transparenten und wirksamen Streitschlichtungsverfahren, bei dem sich der Stärkere nicht automatisch durchsetzt. Unter ihrer Ägide wurde im November 2001 in Doha, der Hauptstadt Katars, die neunte Welthandelsrunde eingeleitet. Die Doha-Runde soll die Liberalisierung des Waren- und Dienstleistungssektors weiter vorantreiben, das multilaterale Regelwerk verbessern und ausbauen sowie insbesondere Fairness gegenüber Entwicklungsländern gewährleisten.

Die Liberalisierung der Rahmenbedingungen für den regionalen wie für den Welthandel spiegelt sich eindrucksvoll in den Statistiken des internationalen Güteraustauschs wider. Im Jahre 2002 war das Volumen der Weltexporte mehr als zehnmal so groß wie 1960. In der gleichen Zeit hat sich die binnenwirtschaftliche Produktion, aus der die Exportgüter stammen, insgesamt nur gut vervierfacht. Die Differenz ist Ausdruck intensivierter internationaler Arbeitsteilung und damit zunehmender Globalisierung. Diese schritt, von konjunkturellen Einbrüchen in den Jahren 1974/75, 1981/82, 1992/93 und zuletzt 2001/2002 abgesehen, relativ stetig voran. Sie wurde auch durch die scharfe Zäsur in der Nachkriegsentwicklung, die 1973 das Ende der "goldenen Jahre" hoher Wachstumsraten herbeiführte, kaum beeinträchtigt.

Wesentliche Merkmale der "neuen" Globalisierung, die seit den achtziger Jahren immer deutlicher hervortreten, sind die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie, die verstärkte Herausbildung globaler Unternehmen und Produktionsnetzwerke, die beschleunigte Internationalisierung der Finanzmärkte sowie die Deregulierung und Privatisierung zentraler Dienstleistungsbereiche und "Netzsektoren" wie Telekommunikation, Post/Logistik, Transport und Energie. Außerdem haben zahlreiche Entwicklungsländer, namentlich in Südostasien und Lateinamerika, einseitig Importbarrieren abgebaut und Restriktionen gegenüber ausländischen Investoren gelockert. Dies geschah parallel zur multilateralen Liberalisierung und meist im Rahmen einer Neuausrichtung der gesamten Wirtschaftspolitik an marktwirtschaftlichen Grundsätzen, die seit Mitte der achtziger Jahre in immer mehr Entwicklungsländern zu beobachten ist.

Merkmale des internationalen Handels



Die Struktur der internationalen Arbeitsteilung ist in der aktuellen Globalisierungsetappe weitreichenden Veränderungen unterworfen. Der "klassische" Außenhandel mit Waren wird zunehmend durch den Handel mit Dienstleistungen ergänzt, der mit wachsender Produktkomplexität und -differenzierung immer wichtiger wird. Durch die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie, die in größerem Maße als bisher eine räumliche Trennung zwischen der Bereitstellung und dem Konsum von Dienstleistungen erlaubt, werden Dienstleistungen verstärkt international "handelbar". Von 1980 bis 2002 ist der weltweite Dienstleistungshandel um mehr als das Vierfache gewachsen, nämlich von 364 auf 1538 Milliarden US-Dollar. Damit ist er deutlich stärker als der Weltwarenhandel angestiegen, der sich um mehr als das Dreifache erhöht hat, nämlich von 2034 auf 6424 Milliarden US-Dollar. Dementsprechend ist der Dienstleistungsanteil am Welthandel von 15 Prozent auf fast 20 Prozent gewachsen.




Funktionale Netzwerke

Dienstleistungen erfüllen vielfach eine Unterstützungsfunktion für den Warenverkehr. Je anspruchsvoller die zu vermarktenden Produkte sind, desto wichtiger wird es für ihren Absatzerfolg fern der heimischen Basis, dass sich das Unternehmen vor Ort auch um Werbung, Beratung, Finanzierung, Versicherung, Anlieferung, Reparaturservice und Entsorgung kümmert. Dies alles bindet erhebliche Investitionen.

Darüber hinaus bilden Dienstleistungen - und die Möglichkeit, sie grenzüberschreitend bereit zu stellen - eine wichtige Voraussetzung für die Ausweitung internationaler Wertschöpfungsketten in und zwischen Unternehmen. Ganze Unternehmensfunktionen (wie zum Beispiel Forschung und Entwicklung oder Produktion) und einzelne Unterfunktionen (wie zum Beispiel Herstellung von Vorprodukten und Montage der Endprodukte) werden dabei in verschiedenen Ländern durchgeführt; die Wertschöpfungskette wird international "aufgespalten". Derartige Produktions-, Leistungs- und Wissensverbünde (funktionale Netzwerke) sind ein wesentliches Strukturelement der "neuen" internationalen Arbeitsteilung.

Regionale Verdichtung

Im Welthandel bilden sich neben funktionalen zunehmend auch regionale Netzwerke heraus (Grafik "Inter- und intraregionale Handelsverflechtung 2001). Der Globalisierungsprozess bedeutet daher nicht nur eine weltweite Verflechtung der Volkswirtschaften, sondern auch eine räumliche Konzentration der Wirtschaftsaktivität (Clusterbildung). Die drei Großregionen Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik (Triade) dominieren den Welthandel; sie liefern mehr als 80 Prozent der globalen Warenexporte. Europa ist mit über 40 Prozent der weltweit größte Warenexporteur, obwohl sein Anteil gesunken ist. Es folgen Asien-Pazifik mit 25 Prozent und Nordamerika mit über 15 Prozent; diese Regionen konnten ihren Anteil ausbauen. Die "peripheren" Cluster Afrika, Lateinamerika und übriges Asien liegen weit hinter der Triade. Während Lateinamerika aber aufgeholt hat, ist Afrika im Welthandel weiter zurückgefallen.




Die Handelsbeziehungen konzentrieren sich zudem auf eine kleine Anzahl von Staaten. Etwa die Hälfte der weltweiten Warenexporte wird von acht Ländern abgewickelt; die Spitzengruppe bilden die USA, Deutschland und Japan. Besonders auffällig ist daneben die starke Expansion des chinesischen Außenhandels, der seit Beginn der neunziger Jahre mehr als doppelt so schnell gewachsen ist wie der globale Handel insgesamt. Damit ist China inzwischen der fünftgrößte Warenexporteur in der Welt (Grafik "Führende Länder in der Weltwirtschaft").

Blickt man auf den Warenhandel zwischen diesen Ländern, die bilateralen Ströme, so zeigt sich ebenfalls ein Muster der Handelsverdichtung. Zum Beispiel liefert Japan fast ein Drittel, China ein Fünftel seiner Warenexporte in die USA, die wiederum ein Fünftel ihrer Exporte in Kanada absetzen. Auch die enge deutsch-französische Handelsverflechtung belegt die Verdichtung im Welthandel: Mehr als ein Zehntel der deutschen Exporte geht nach Frankreich und umgekehrt etwa ein Sechstel der französischen nach Deutschland. Insgesamt sind regionale und bilaterale Konzentrationen damit ein hervorstechendes Charakteristikum des Welthandels.

Intraregionale Handelsströme haben stark an Bedeutung gewonnen. Der intraregionale Warenaustausch lag in den fünfziger Jahren bei einem Drittel des Welthandels, 1980 bei über 40 Prozent und macht heute bereits mehr als die Hälfte aus. Der mit Abstand größte intraregionale Handelsstrom ist in Europa zu verzeichnen. Allerdings nimmt der Anteil des innereuropäischen Handels am Welthandel nicht mehr zu, sondern stagniert auf hohem Niveau. Demgegenüber expandiert der Handel in Nordamerika und in der asiatisch-pazifischen Region erheblich schneller als der Welthandel. In Lateinamerika und Afrika wiederum spielt der intraregionale Handel nur eine geringe Rolle und wächst im Übrigen in ähnlichem Tempo wie der Welthandel.

Die Länder der Triade beherrschen auch den interregionalen Handel. Die größten Handelsströme verlaufen zwischen Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik. In diesem "Dreieck" ist der transpazifische Handel zwischen Nordamerika und der asiatisch-pazifischen Region der weitaus gewichtigste interregionale Warenstrom, gefolgt vom transatlantischen Handel zwischen Nordamerika und Europa und dem euro-asiatischen Handel zwischen Asien-Pazifik und Europa. In Regionen wie Afrika und Lateinamerika dominiert dagegen klar der interregionale Handel mit Industrieländern - ihre Haupthandelspartner sind in diesem Falle Europa bzw. die Vereinigten Staaten. Es zeigt sich also ein Spannungsverhältnis zwischen dem Bedeutungszuwachs des intraregionalen Handels und einer wachsenden Handelsverflechtung in der Triade einerseits und der Abhängigkeit weniger entwickelter Regionen vom interregionalen Handel mit den Triade-Staaten andererseits.

Wandel der Warenstruktur

Auch in sektoraler Hinsicht hat sich die Struktur des internationalen Handels erheblich gewandelt. Das Vordringen des Dienstleistungshandels wurde bereits erwähnt. Im Warensektor ist der ehemals dominierende Agrarhandel von annähernd 50 Prozent (1950) auf einen Anteil von weniger als zehn Prozent (2001) des gesamten Handels geschrumpft. Der Handel mit Bergbauprodukten und Energieträgern, der von fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas geprägt wird, ging in den achtziger Jahren stark zurück. Darin zeigen sich die Folgen der Erdölpreiskrise von 1979/80: die Energiesparmaßnahmen, die stärkere Nutzung nichtfossiler Energieträger und die beschleunigte Erschließung heimischer Energiequellen. Diese Trends bestehen zwar weiterhin, aber in abgeschwächter Form. Dementsprechend hat sich der Handel mit Energieträgern bei etwa einem Zehntel des globalen Warenhandels stabilisiert. Das dynamische Element in diesem Sektor ist hingegen der Handel mit Industriegütern.

Innerhalb des Industriegüterhandels haben sich die Gewichte deutlich zugunsten der Informations- und Nachrichtentechnik verschoben. Die Produkte dieser Branche zeichnen sich durch ständige Erneuerung (Innovation) aus, die aus einem hohen Einsatz von Forschung und Entwicklung (Technologie) im Wertschöpfungsprozess resultiert. Auch der Anteil chemischer und pharmazeutischer - ebenfalls wertschöpfungs- und technologieintensiver - Produkte am Industriegüterhandel ist (leicht) gestiegen, während andere - eher kapital- und arbeitsintensive - Bereiche wie der Handel mit Eisen und Stahl, Automobilen, Textil- und Bekleidungserzeugnissen stagnieren oder an Gewicht verloren haben. Dies bedeutet allerdings nur, dass sie langsamer als der insgesamt florierende Industriegüterhandel gewachsen sind.

Den weltweiten Entwicklungen liegen unterschiedliche regionale Trends zugrunde. Die Entwicklungsländer Afrikas, des Mittleren Ostens und Lateinamerikas und die "Transformationsländer" (Länder im Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft) Mittel- und Osteuropas sind noch in relativ hohem Maße (und teilweise zunehmend) vom Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und Rohstoffen abhängig. Führend in diesem traditionellen Sektor des internationalen Warenhandels sind allerdings Nordamerika und Westeuropa, was hauptsächlich durch eine künstliche Verbilligung der Erzeugung - und des Exports - von Agrargütern durch Subventionen zu erklären ist.

Im Bereich Bergbau und Energie fließen hingegen die Handelsströme überwiegend aus Entwicklungs- und Transformationsländern in die industrialisierte Welt, wobei der Mittlere Osten mit seinen riesigen Ölexporten herausragt. Bei Industriegütern wiederum hängt die Arbeitsteilung zwischen den Ländern wesentlich von der Art der gehandelten Produkte bzw. ihrer sektoralen Zuordnung ab. Die Grundregel dabei ist, dass gleich entwickelte Länder eher intraindustriellen Handel (zum Beispiel Maschinen gegen andere Maschinen), ungleich entwickelte dagegen stärker interindustriellen Handel (zum Beispiel Maschinen gegen Bekleidung) treiben.

Aus diesem Grunde ist der Handel zwischen Industrieländern (Nord-Nord-Handel) in hohem Maße intraindustriell und damit auch weitgehend substitutiv: Ausländische Produkte ersetzen inländische Erzeugnisse der gleichen Kategorie. Insgesamt ist der Anteil des intraindustriellen Handels am gesamten Industriegüterhandel kräftig gewachsen. Berechnungen zufolge lag er zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei etwa 50 Prozent und erreicht heute bereits mehr als 80 Prozent.

In der Angebotspalette der Entwicklungsländer spielt die Produktdifferenzierung noch eine relativ geringe Rolle. Sie handeln deshalb bei Industriegütern überwiegend auf interindustrieller/komplementärer Basis und mit Industrieländern (Nord-Süd-Handel). Dabei werden arbeits- und rohstoffreich produzierte Waren gegen technologie- und humankapitalintensive Produkte getauscht. Hierin spiegeln sich die unterschiedlichen Kostenstrukturen der Länder und ihre unter-schiedliche Ausstattung mit Produktionsfaktoren wider. In den Industrieländern sind die Lohnkosten hoch, qualifizierte Arbeitskräfte ("Humankapital") und Technologie sind vergleichsweise reichlich und Naturressourcen oft eher spärlich verfügbar, während es sich in Entwicklungsländern häufig umgekehrt verhält. Industrieländer sind daher weitgehend auf hochwertige Erzeugnisse spezialisiert und importieren hauptsächlich einfache Produkte aus Entwicklungsländern.

Allerdings kommt dieses traditionelle Muster mehr und mehr ins Wanken. Viele "Industrieländer der zweiten und dritten Generation" (Schwellenländer) fächern ihr Angebot auf (diversifizieren) und stoßen dabei in den Bereich der Technologiegüter vor. Damit verbessern sich nicht nur die Chancen für mehr Handel der Entwicklungsländer untereinander (Süd-Süd-Handel). Diese Länder dringen vielmehr auch in die Domänen der Industrieländer ein. Das beste Beispiel für einen solchen Prozess ist das heutige Hochtechnologieland Japan, das noch vor wenigen Jahrzehnten den Status eines Entwicklungslandes hatte. Aktuellere Beispiele sind die Erfolge etwa Südkoreas bei Unterhaltungselektronik und Automobilen sowie Indiens und Israels bei Softwareprodukten.

Dabei verändert sich das überkommene Muster des Nord-Süd-Handels. Unternehmen aus Entwicklungsländern treten verstärkt als Konkurrenten auf Industrieländermärkten in Erscheinung und umgekehrt. Gleichzeitig werden Entwicklungsländerstandorte immer häufiger in Produktionsnetzwerke international tätiger, zumeist aus Industrieländern stammender Unternehmen einbezogen. In diesem grenzüberschreitenden arbeitsteiligen Wertschöpfungsprozess übernehmen sie in der Regel Teilfertigungen, bei denen in relativ hohem Maße (importiertes) Sachkapital und (mehr oder weniger qualifizierte) Arbeitskraft eingesetzt wird. Humankapital- und technologieintensive Prozesse finden dagegen eher in Industrieländern statt.

Ein gutes Beispiel für diese komplementären Beziehungen innerhalb von Wertschöpfungsketten ist der Handel mit Produkten der Informations- und Nachrichtentechnik. Sein Anteil am Nord-Süd-Handel und auch am Süd-Süd-Handel mit Industriegütern ist stark gewachsen und bildet hier bereits den größten Posten. Dies liegt aber nicht so sehr daran, dass Entwicklungsländer selbstständig - "integriert" - Hochtechnologiegüter in diesem Sektor produzieren und exportieren, sondern erklärt sich eher durch die Auslagerung einzelner Produktionsstufen in den "Süden". Dort werden nämlich hauptsächlich importierte Vorprodukte (wie zum Beispiel Mikrochips), die bereits viel Technologie enthalten, mit relativ geringem Technologieeinsatz zu Endprodukten (wie zum Beispiel PCs) zusammengesetzt. Aus diesem Grunde schlägt sich auch der wachsende Entwicklungsländeranteil am Handel mit Technologiegütern nicht in einem entsprechenden Einkommenszuwachs in Entwicklungsländern nieder; die "einkommensträchtigen" Wertschöpfungsabschnitte werden bislang eher in Industrieländern durchgeführt.

Grenzüberschreitende Unternehmensaktivitäten



Im Zuge der Globalisierung hat die Bedeutung von Unternehmen, die nicht nur im Außenhandel tätig sind, sondern auch jenseits ihrer nationalen Grenzen Waren produzieren und Dienstleistungen erbringen (multinationale oder transnationale Unternehmen - MNU/TNU), rapide zugenommen. Gab es zu Beginn der neunziger Jahre circa 7000 MNU, so existieren heute bereits etwa 65000 Muttergesellschaften und 850000 dazugehörige ausländische Tochtergesellschaften, die in allen Ländern der Welt Güter erstellen und vermarkten, Forschung und Entwicklung betreiben und mit Unternehmen der Gastgeberländer oder anderen ausländischen Unternehmen kooperieren. Die jährlichen Umsätze der Auslandstöchter werden auf annähernd 20 Billionen US-Dollar geschätzt. Sie sind deutlich stärker als der internationale Handel expandiert und übersteigen inzwischen den Weltexport von Waren und Dienstleistungen, der sich auf weniger als acht Billionen US-Dollar beläuft, um ein Mehrfaches. Gleichzeitig dominieren MNU im Welthandel. Auf sie entfallen etwa zwei Drittel der internationalen Warenströme, wobei allein ein Drittel Intrafirmenhandel darstellt, das heißt Handel der Muttergesellschaften mit ihren Auslandstöchtern und der Auslandstöchter untereinander (Schwestergesellschaften).




Zur vorherrschenden Form der multinationalen Unternehmensexpansion haben sich Fusionen und Übernahmen, im Unterschied zu Neugründungen im Ausland, entwickelt. So ist zum Beispiel der britische Telekommunikationskonzern Vodafone durch die Übernahme des deutschen Konkurrenten Mannesmann im Jahr 2000 zum - gemessen an den Kapitalanlagen im Ausland - größten transnationalen Unternehmen in der Welt (außerhalb des Finanzsektors) aufgestiegen. Im folgenden Jahr wurde der kontinuierliche und progressive Anstieg der grenzüberschreitenden Fusionen und Übernahmen allerdings jäh unterbrochen. Im Jahr 2001 sank auch, erstmals wieder seit 1982, das reale Volumen des weltweiten Warenhandels. Aus diesen Entwicklungen sollte jedoch noch nicht auf ein "Ende der Globalisierung" geschlossen werden; es handelt sich eher um ein konjunkturell bedingtes Einhalten.

Obgleich das Bild der MNU durch "Giganten" wie Exxon Mobil, General Motors oder DaimlerChrysler geprägt wird, deren Unternehmenswert das Bruttoinlandsprodukt von Ländern wie Peru oder Ungarn übertrifft, stellen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zahlenmäßig das weitaus größte Kontingent. Die multinationalen KMU investieren aber vorzugsweise in benachbarten Ländern und präferieren zwischenbetriebliche Kooperationen und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) mit ausländischen Partnern. Für sie ist es nämlich grundsätzlich schwieriger, jenseits der Grenzen zu operieren. Neben höheren Informationskosten haben die KMU auch in der immer wichtiger werdenden Finanzierungssphäre eindeutige Nachteile gegenüber den Großkonzernen.

Strategien multinationaler Unternehmen

Die Globalisierungsstrategien der MNU lassen sich insgesamt in vier Kategorien unterteilen:
  • Ressourcenstrategien,
  • Marktstrategien,
  • Effizienzstrategien,
  • Wertstrategien.
Die Erschließung von Rohstoffquellen zur Sicherung der Versorgung mit natürlichen Ressourcen (Ressourcenstrategie - Resource-Seeking) ist das "klassische" Investitionsmotiv international tätiger Unternehmen. Es ist auch weiterhin bedeutend, aber in dieser Form nicht mehr dominant.

Das Hauptmotiv der multinationalen Unternehmen ist vielmehr die bessere Durchdringung der Auslandsmärkte, das heißt die Sicherung und Ausweitung des Absatzes im Ausland (Marktstrategie - Market-Seeking). Dieses Motiv ist umso wichtiger, je größer der betreffende Markt ist. China, Indien und einige große lateinamerikanische Länder sind daher bevorzugte Zielregionen für absatzorientierte Direktinvestitionen. Liberale Einfuhrregelungen zwischen kleinen Ländern einer wirtschaftlich expandierenden Region sind ein weiteres, annähernd gleichrangiges Investitionsmotiv. Aus diesem Grunde haben Belgien, Irland, Neuseeland und die Niederlande in den neunziger Jahren die höchsten Direktinvestitionsbestände (im Verhältnis zum Sozialprodukt) unter allen OECD-Gastgeberländern verzeichnet.

Von wachsender Bedeutung sind Effizienzstrategien (Efficiency-Seeking), bei denen Kostensenkung das entscheidende Motiv ist. Westliche Investoren in den mittel- und osteuropäischen Ländern nutzen beispielsweise die Tatsache, dass dort das Lohnniveau, zu Wechselkursen umgerechnet, deutlich niedriger als im Heimatland liegt, zur billigen Herstellung von Vorleistungen für den eigenen Produktionsprozess oder auch zur Endmontage mit anschließendem Export.

Immer häufiger betreiben multinationale Unternehmen im Ausland Fabriken, die auf bestimmte Fertigungen spezialisiert sind und jeweils für den gesamten Weltmarkt (beziehungsweise große - meist regionale - Segmente des Weltmarktes) oder für den weltweiten Bedarf des Unternehmens selbst (respektive des Unternehmensnetzwerkes, dem es angehört) produzieren.

Ein Beispiel ist die Montage von Farbfernsehgeräten im Norden Mexikos, nahe der Grenze zu den USA, durch amerikanische und japanische Konzerne. Bei diesen Produkten ist Mexiko heute der weltweit größte Exporteur. Niedrige Löhne, Zoll- und Steuervergünstigungen, eine starke Kostenminderung durch hohe Stückzahlen und die Vorteile, die aus einer räumlichen Ballung verwandter industrieller Aktivitäten herrühren (Agglomerationsvorteile), sind wesentliche Ursachen dieser Entwicklung.

Immer wichtiger werden Wertstrategien (Asset-Seeking), die zusammen mit den Bemühungen um mehr Effizienz die "neuen" - auch als "Netzwerkstrategien" bezeichneten - Globalisierungsmaßnahmen der Unternehmen darstellen. Ziel ist die Steigerung des Unternehmenswertes durch Nutzung strategischer Ressourcen (Strategic Assets) des Auslandes. Konkret geht es hauptsächlich um den Zugang zu ausländischen Wissensquellen (Knowledge-Seeking) und speziell zu lokal gebundenem Wissen (Tacit Knowledge), das nicht international handelbar ist, sondern durch persönlichen Kontakt am Arbeitsplatz weitergegeben wird. Außer der Produktion führen multinationale Unternehmen deshalb verstärkt Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Ausland durch, häufig in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen vor Ort, wie zum Beispiel Universitäten, die auf dem betreffenden Gebiet tonangebend sind.

Internationale Direktinvestitionen

Das Hauptinstrument multinationaler Unternehmenstätigkeit sind grenzüberschreitende Direktinvestitionen. Im Unterschied zu anderen Formen der Auslandsinvestition, wie zum Beispiel Anlagen in ausländischen Wertpapieren (Portfolioinvestitionen), werden Direktinvestitionen in der Absicht vorgenommen, einen entscheidenden Einfluss auf die Führung des neu gegründeten oder erworbenen Unternehmens im Ausland auszuüben. Weltweit haben sie wesentlich schneller zugenommen als die internationalen Handelsströme: Die globalen Bestandswerte der Direktinvestitionen im Ausland sind zwischen 1980 und 2001 viermal so schnell gestiegen wie die Warenexporte und dreimal so schnell, wie der internationale Dienstleistungshandel gewachsen ist.




Direktinvestitionen stammen weiterhin hauptsächlich aus Industrieländern. Allerdings treten immer häufiger auch Unternehmen aus "Schwellenländern" wie China, Hongkong, Taiwan, Malaysia, Singapur, Südkorea, Brasilien, Mexiko und Südafrika als multinationale Akteure in Erscheinung. In Industrieländern werden auch die meisten Direktinvestitionen getätigt, doch ist ihr Anteil an den weltweit eingeflossenen Direktinvestitionen seit 1990 von etwa drei Vierteln auf ungefähr zwei Drittel gesunken. Umgekehrt ziehen Entwicklungs- und Transformationsländer verstärkt Direktinvestitionen an. Mit der Umstrukturierung ihrer Volkswirtschaften haben vor allem China und die Länder Mittel- und Osteuropas in den letzten Jahren als Investitionsstandorte erheblich an Bedeutung gewonnen. Dabei hat China inzwischen traditionelle Empfängerländer wie Brasilien und Mexiko übertroffen.

Zwischen den Industrieländern fallen insbesondere die unterschiedlichen Entwicklungen in Westeuropa und Nordamerika auf. Während sich in Westeuropa die Schere zwischen aus- und einfließenden Direktinvestitionen immer weiter geöffnet hat, haben sich die Investitionsströme in Nordamerika zunehmend angeglichen. Von 1980 bis 2001 ist der Anteil Westeuropas an den weltweit im Ausland getätigten Direktinvestitionen von 45 auf 57 Prozent gestiegen, während der Anteil Nordamerikas von 46 auf 25 Prozent gefallen ist. Bei den aus dem Ausland empfangenen Direktinvestitionen sind dagegen die Anteile weitgehend stabil geblieben, bei etwa 40 Prozent im Falle Westeuropas und 25 Prozent im Falle Nordamerikas.

In sektoraler Hinsicht ist bei Direktinvestitionen, stärker noch als im Außenhandel, ein Trend zum tertiären Sektor (Dienstleistungen) zu erkennen, insbesondere zu Finanzdienstleistungen und Handelsunternehmen, während der Primärsektor (Rohstoffe) weiter schrumpft und nunmehr auch der sekundäre Sektor (Industrieprodukte) insgesamt Anteile einbüßt. Innerhalb des Industriesektors sind jedoch Direktinvestitionen in wissensintensiven Branchen wie der Chemie-, Pharmazie-, Automobil-, Elektronik- und Datenverarbeitungsindustrie ähnlich expansiv wie Dienstleistungsinvestitionen.

Direktinvestitionen sind auch ein Indikator für die Attraktivität und Qualität eines Produktionsstandortes. Vom Zu- oder Abfluss derartiger Kapitalinvestitionen hängt es ab, ob gewerbliche Arbeitsplätze entstehen oder fortfallen und ob die Produktion am Standort wächst oder schrumpft. Allerdings wäre es falsch, von einem Überschuss abfließender über zufließende Direktinvestitionen auf Standortmängel zu schließen. Direktinvestitionen im Ausland dienen nämlich nicht zuletzt auch der Abstützung des Exports. Unternehmensbefragungen in vielen Industrieländern zeigen, dass die Exportbegleitung, also etwa der Aufbau eines kundennahen Vertriebs- und Servicenetzes im Ausland, eines der wichtigsten Direktinvestitionsmotive ist.

Auswirkungen auf die Empfängerländer

Für Entwicklungsländer können die Firmennetzwerke große Wachstumschancen bedeuten, da über solche Kanäle enorme Wissensströme laufen und das Know-how der ausländischen Tochtergesellschaften auf die Wirtschaft des Gastgeberlandes überspringen kann (Spillover-Effekt). Ermöglicht wird der Technologietransfer durch die dramatischen Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnik. Zugleich haben die Unternehmen in den Aufnahmeländern Südostasiens oder Lateinamerikas meist eine hohe Lernbereitschaft der heimischen Bevölkerung vorgefunden.

Obwohl multinationale Unternehmen in vielen Branchen, etwa in der Elektronik-, Nahrungsmittel-, Glas- und Kunststoffindustrie, in Entwicklungsländern vor allem die Niedriglohnkomponenten ihrer Erzeugnisse herstellen, bieten sie dort doch zahlreiche und im Vergleich zur heimischen Wirtschaft gut bezahlte, gesicherte und mit sozialen Leistungen verbundene Arbeitsplätze.

Alles in allem ist die Tätigkeit multinationaler Unternehmen in Entwicklungsländern damit eine gute Grundlage für deren weltwirtschaftlichen Aufholprozess. Mit zunehmendem Entwicklungsstand eines Landes emanzipieren sich zudem immer mehr heimische Firmen und übernehmen als Lizenznehmer oder Kooperationspartner Produktions- oder Dienstleistungsfunktionen vom ursprünglichen Direktinvestor.

Die positiven Impulse für Beschäftigung und Einkommen vor Ort haben bewirkt, dass multinationale Unternehmen von den Ländern der Dritten Welt als Direktinvestoren umworben werden. Allerdings gibt es in Industrieländern Unternehmen, etwa in der chemischen Industrie und in der Metallerzeugung, die einen hohen Verbrauch an Umweltressourcen haben und niedrige Umweltstandards in Entwicklungsländern nutzen, um Investitionskosten zu sparen. Auch gibt es Investoren, die sich undemokratischer und die Menschenrechte missachtender Regime bedienen, um billige Arbeitskräfte besser ausbeuten zu können.

Die Verletzung von Umwelt- und Sozialstandards ist allerdings keine zwingende Begleiterscheinung der Expansion multinationaler Unternehmen. Empirische Studien zeigen eher ein gegenteiliges Bild. Staaten mit einem relativ niedrigen Niveau sozialer Regelwerke erhalten danach nur geringe Investitionszuströme, während Länder, in denen relativ hohe Sozialstandards vorherrschen, auch aus diesem Grunde stärkere Zugänge verzeichnen.

Multinationale Unternehmen, die im Heimatland angesichts strenger Auflagen bereits Erfahrungen im betrieblichen Umweltschutz gesammelt haben, transferieren außerdem in beträchtlichem Umfang "saubere" Technologien und umwelttechnisches Know-how in Entwicklungsländer. Umweltstandards wie die Norm ISO 14001, mit der Betriebe zertifiziert werden, die ihre Prozesse umweltschonend ausgerichtet haben (zum Beispiel in der Abfallentsorgung), finden auch in Entwicklungsländern mit hohen Direktinvestitionen vermehrt Akzeptanz.

Ausgewählte Wirtschaftsbereiche



Die Unternehmen sind den Einflüssen der Globalisierung unterschiedlich stark ausgesetzt. Auch die jeweils eigenen Möglichkeiten, die Globalisierung aktiv zu nutzen, sind von Branche zu Branche, von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Bevor dies hier anhand konkreter Beispiele gezeigt wird, sei es kurz in allgemeiner Form und in den Kategorien der Handelstheorie und Industrieökonomik skizziert. Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus
  • der Standortgebundenheit des Unternehmens (Rohstoffbasis, Transportkosten, Qualifikation des Arbeitskräfteangebots),
  • den Faktoranforderungen und Faktorintensitäten (Einsatzverhältnis der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Wissen) in der Produktion,
  • den Möglichkeiten, die Produktion arbeitsteilig zu gestalten (räumliche Zerlegbarkeit der "Wertschöpfungskette"),
  • den Produktionskostenverläufen in Abhängigkeit von der hergestellten Stückzahl, das heißt je mehr produziert wird, desto geringer sind die Durchschnittskosten pro Stück (Skalenerträge),
  • den Eigenschaften der Produkte (Homogenitätsgrad, Nachahmbarkeit, Austauschbarkeit, Veraltensgeschwindigkeit) und
  • den Wettbewerbsbedingungen auf den Märkten ("Bestreitbarkeit" der Märkte, Bedeutung technologischer Marktzutrittsschranken).
Wichtig ist auch, ob der Staat als Regulierer, Eigentümer, handelspolitischer Akteur, Auftrags- oder Subventionsgeber ein besonderes strategisches, strukturelles oder soziales Interesse ins Spiel bringt.

Energiewirtschaft

Steinkohle bestimmter Güte ist ein "homogenes", das heißt wegen seiner weitestgehenden Gleichartigkeit gegenseitig austauschbares Produkt, bei dem der Abnehmer kaum Vorlieben für bestimmte Anbieter hat, so dass der Preis zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal wird.

Demzufolge ist die teure deutsche Ruhrkohle im Prinzip stark der überseeischen Konkurrenz ausgesetzt. Die Produktionskosten etwa in Südafrika oder Australien sind zwar erheblich niedriger als in Deutschland, doch bilden die hohen Transportkosten einen begrenzten natürlichen Einfuhrschutz. Nach der Öffnung Ostmitteleuropas ist nun mit der oberschlesischen Kohle eine transportkostengünstigere Konkurrentin hinzugekommen. Außerdem kann Steinkohle in vielen Fällen leicht durch billigeres Erdöl oder Erdgas ersetzt (substituiert) werden.

Nun bewirkte ein strategisches Interesse des Staates an der "energiewirtschaftlichen Versorgungssicherheit" - kein Stromausfall und kein Fahrverbot bei einem Lieferboykott der Erdöl produzierenden Staaten - und an der "sozialpolitischen Abfederung des Strukturwandels" - vor allem Verhinderung regional konzentrierter Massenarbeitslosigkeit bei massierten Zechenstilllegungen - die Zahlung hoher Produktionsbeihilfen (Subventionen). Diese wurden jedoch im EU-Rahmen wettbewerbsrechtlich für unzulässig befunden. Deshalb soll die Steinkohlenbeihilfe aus dem Bundeshaushalt von umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro im Jahre 1998 auf weniger als zwei Milliarden Euro im Jahre 2005 zurückgeführt werden.

Außerdem ist geplant, die Steinkohle-Subventionen in Nordrhein-Westfalen von 2006 bis 2012 jährlich um 40 Millionen Euro zu kürzen. Weil aber die deutsche Steinkohlenproduktion wegen der ungünstigen Flözlagen und der hohen Lohnkosten auf gleichbleibend hohe Subventionen angewiesen wäre, um mit der Importkohle preislich konkurrieren zu können, und weil in Anbetracht des regional wie nach Energieträgern beachtlich diversifizierten (aufgefächerten) Energieangebots auch das Versorgungsargument nicht mehr greift, sind die Tage des deutschen Steinkohlenbergbaus gezählt; das Ruhrrevier muss noch stärker umstrukturiert werden als bisher. Erdöl ist ein Musterbeispiel für den Einfluss der Gobalisierung auf die nationalen Volkswirtschaften. Es dient als Vorprodukt für zahlreiche Güter und ist eine zentrale Energiequelle für Haushalte, Industrieunternehmen und den Verkehrssektor. Der weltweit bedeutendste Energierohstoff ist zugleich eines der am meisten gehandelten Produkte.

Dabei wird das Angebot weitgehend von der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Organization of Petroleum Exporting Countries - OPEC) kontrolliert, die regelmäßig die Fördermengen ihrer Mitgliedsstaaten festsetzt. Da diese circa 60 Prozent des insgesamt geförderten Öls liefern, übt das OPEC-Kartell entscheidenden Einfluss auf den Preis des Produktes aus, von dessen Entwicklung wiederum der Gang der Weltwirtschaft mitbestimmt wird. Im Krieg um den erdölreichen Irak im Frühjahr 2003 war der Ölpreis den stärksten Schwankungen seit langer Zeit ausgesetzt. Der Preis der Sorte Brent stieg von circa 23 US-Dollar pro Fass/Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) im November 2002 auf über 34 US-Dollar Anfang März 2003, bevor er Anfang April - nach Kriegsende - wieder auf knapp 25 US-Dollar zurückfiel.

Textilindustrie

Bekleidungsgegenstände sind arbeitsintensive Güter, die teils auf geringe, teils auf ausgeprägte Vorlieben der Verbraucher treffen. Die Hochlohnländer mit ihren anspruchsvollen Käufern überlassen folglich die Produktion der austauschbaren "Stapelware" den Entwicklungsländern, da sie mit deren niedrigen Löhnen nicht konkurrieren können und auch die Transportkosten gering sind. Sie besetzen aber den Teil des Marktes, in dem durch Einsatz von hochwertigen Dienstleistungen (Design, Materialveredelung, Markenpflege) hoch differenzierte und prestigebesetzte Ansprüche bedient werden und die Zahlungsbereitschaft der Käuferschaft groß ist. Da die Produkte aber relativ leicht imitiert werden können und der Urheberschutz bzw. dessen Kontrolle international trotz WTO immer noch zu wünschen übrig lässt, sind die Erzeuger immer wieder darauf angewiesen, neue Produkte mit frischem Prestigewert herauszubringen.




Der Wettbewerbsdruck wird durch Handelsliberalisierung verschärft: Es ist vorgesehen, den Textilsektor, der als einziger Industriesektor bislang von den multilateralen Handelsregeln ausgenommen war, bis Ende 2004 in die WTO-Disziplin "einzubinden". Dies bedeutet, dass die zahlreichen mengenmäßigen Handelsbeschränkungen (Quoten) bei Textil- und Bekleidungserzeugnissen, die noch immer vor allem den Export der Entwicklungsländer in Industrieländer stark behindern, dann beseitigt sein sollen. In der laufenden WTO-Verhandlungsrunde (Doha-Runde) sollen außerdem die relativ hohen Zölle im Textilsektor deutlich reduziert werden. Beides zusammen (Quotenabbau und Zollsenkung) wird auf der einen Seite zu beträchtlichen Wohlfahrtsgewinnen in der Welt führen - die Rede ist von über 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr -, aber auch in einzelnen Ländern und Regionen erhöhte Arbeitslosigkeit hervorrufen und eine Beschleunigung des Strukturwandels erzwingen.

Information und Kommunikation

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind Teil der Neuen Ökonomie (New Economy), die sich in den neunziger Jahren immer stärker herausgebildet hat. Die Neue Ökonomie schließt auch die Mikroelektronik, Bio- und Gentechnologie ein. Sie bildet das Gegenstück zu den traditionellen Wirtschaftszweigen der Alten Ökonomie wie zum Beispiel Textil, Kohle und Stahl. Information gilt als Rohstoff der New Economy. Motor des raschen Wachstums im IKT-Sektor sind technologische Entwicklungsschübe. Dadurch sind zum Beispiel die Kosten der Speicherung, Analyse und Verbreitung von Daten/Informationen in den letzten Jahren kräftig gesunken. Der Informationsfluss im World Wide Web (Internet) wird kaum mehr durch nationale Grenzen gehemmt. Dementsprechend schreitet die Globalisierung des IKT-Sektors schnell voran. Weltweit wächst der Handel mit IKT-Gütern fast doppelt so schnell wie der gesamte Güterhandel.

Die rapide Entwicklung der IKT-Branche verzeichnet jedoch nicht nur Gewinner. Während die Informationstechnologie für Schwellenländer wie zum Beispiel Mexiko neue Wachstumschancen eröffnet, fehlt in Entwicklungsländern wie einer Reihe afrikanischer Staaten noch die Infrastruktur für moderne Kommunikation. In den ökonomisch stärksten Ländern, mit weniger als einem Sechstel der Weltbevölkerung, leben mehr als drei Viertel der Internetnutzenden. Auch innerhalb einzelner Staaten droht die Entstehung einer digitalen Kluft (Digital Divide), wie das Beispiel Bangalore zeigt - der technologische Übersprung von dieser Softwaremetropole Indiens auf die übrige Wirtschaft des Landes ist bisher anscheinend ausgeblieben. Gleichzeitig besteht in Entwicklungsländern aber die Möglichkeit einer relativ kostengünstigen IKT-Einführung, da technische Entwicklungsstufen übersprungen werden können. Auf diese Weise könnte der Wissens- und Bildungsrückstand in diesen Ländern deutlich verringert werden.

Forschung und Entwicklung

Einen immer größeren Raum im Wirtschaftsgeschehen nehmen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ein. Forschung und Entwicklung (FuE) ist ein Schlüsselfaktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmen und die technologische Leistungsfähigkeit ganzer Volkswirtschaften. Dieser "Querschnitts-Sektor", der ähnlich wie der IKT-Sektor Unternehmens- und Branchengrenzen übersteigt und in erheblichem Umfang externe Effekte erzeugt (und damit Nutzen für die Allgemeinheit stiftet), erhält deshalb auch starke staatliche Unterstützung. So ist der Staat etwa als Betreiber und Finanzier von Grundlagenforschung tätig, fördert anwendungsorientierte Forschung und technologische Entwicklung/Innovation und setzt Impulse auf Technologiefeldern, die besonders zukunftsträchtig erscheinen und ein breites Anwendungsspektrum verheißen (Beispiele: Nanotechnologie, Biotechnologie oder Mikrosystemtechnik). Außerdem ist er Wegbereiter für technologische Kooperation zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen (durch Förderung von "Verbundprojekten") oder Veranstalter technologischer "Schönheitswettbewerbe" (Beispiel: "BioRegio" zwischen Regionen in Deutschland). Neuerdings zieht sich jedoch der Staat in den meisten Industrieländern angesichts steigender Defizite in den öffentlichen Kassen mehr und mehr aus der Finanzierung privater FuE-Aktivitäten zurück, während das FuE-Engagement von Seiten der Wirtschaft zunimmt.




FuE-intensive Industriezweige (zum Beispiel Luft- und Raumfahrt, Nachrichten- und Computertechnik) und Dienstleistungsbranchen mit hohem Wissensanteil (zum Beispiel Nachrichtenübermittlung, Datenverarbeitung oder Softwareentwicklung) expandieren deutlich stärker als technologisch weniger anspruchsvolle Tätigkeiten. In den technologieintensiven Bereichen schreitet auch die internationale Arbeitsteilung schneller voran als in der übrigen Wirtschaft. Dies ist zum einen am wachsenden Gewicht FuE-intensiver Produkte im Welthandel zu erkennen. Dabei zeigen Erzeugnisse der Spitzentechnologie (Beispiele: Elektronische Bauelemente, Datenverarbeitungsgeräte, Prozesssteuerungsanlagen, pharmazeutische Substanzen) die stärkste Dynamik: Ihr Anteil am Welthandel ist von rund 15 Prozent gegen Ende der achtziger Jahre auf gegenwärtig etwa 25 Prozent angestiegen, während das Segment technologisch einfacher Produkte kontinuierlich geschrumpft ist.

Zum anderen findet eine immer stärkere Vernetzung technologischer Aktivitäten in der Welt statt. Immer öfter vergeben Unternehmen FuE-Aufträge an ausländische Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um Entwicklungs- und Innovationszeiten zu verkürzen und Zugang zu spezifischem und komplementärem Wissen zu gewinnen, das intern nicht verfügbar ist. Darüber hinaus investieren die Unternehmen in zunehmendem Maße selbst im ausländischen FuE-Sektor. Die chemisch-pharmazeutische Industrie, die am stärksten internationalisierte Branche der deutschen Wirtschaft, tätigt bereits etwa ein Drittel ihrer FuE-Ausgaben im westlichen Ausland.

Häufiges Motiv der FuE bei ausländischen Tochtergesellschaften inländischer Unternehmen ist die Anpassung im Heimatland entwickelter Produkte an die lokalen Gegebenheiten im Gastgeberland (Anpassungsentwicklung). Verstärkt entwickeln die Auslandstöchter der Unternehmen aber auch eigenständig neue Produkte (Innovationsentwicklung), die weltweit vermarktet werden, und führen grundlegende Entwicklungsaufgaben für das gesamte Unternehmen oder den Gesamtmarkt einzelner Geschäftsbereiche des Unternehmens durch.

Voraussetzung hierfür ist die Erschließung ausländischer Technologiequellen. Deshalb unterhalten zum Beispiel zahlreiche deutsche Unternehmen eigene Forschungszentren in der Nähe führender amerikanischer Universitäten. Dies zeigt, dass die Nutzung komparativer Vorteile des Forschungsstandortes ein wichtiges Motiv bei den FuE-Aktivitäten deutscher Unternehmen in den USA ist. Weitere Motive kommen hinzu. So bevorzugen einige deutsche Pharma- und Nahrungsmittelunternehmen für ihre Forschungsabteilungen US-amerikanische Standorte, weil sie dort weniger strengen gentechnologischen Rechtsbestimmungen unterworfen sind und leichteren Zugang zu den einschlägigen Forschungszentren haben.

Bauwirtschaft

Die Bauwirtschaft galt bis vor kurzem als einer der Produktionsbereiche, die der Globalisierung am wenigsten ausgesetzt sind. Hohe Transportkosten für Baustoffe, Immobilität des Endprodukts, überwiegend handwerkliche Bautechnik, Regionalität des Facharbeitermarktes, nationale Bauvorschriften und Zugangsbeschränkungen (öffentliches Vergabewesen) schützten sie vor internationaler Konkurrenz. Dies hat sich radikal geändert: Immer mehr Teile werden fabrikmäßig vorgefertigt (Elementbauweise, Fertighäuser), sodass sowohl die Transportkosten, bezogen auf die Wertschöpfung, als auch in der Produktion die Stückkosten in Abhängigkeit von der produzierten Menge sinken. Für größere öffentliche Projekte besteht Ausschreibungspflicht, und die Auftraggeber dürfen heimische Anbieter dabei nicht mehr in ähnlichem Maße wie früher bevorzugen.

Entsprechend diesen Veränderungen hat sich auch die Marktstruktur internationalisiert. Wenige Großunternehmen beherrschen den Markt für Großprojekte. Sie können ihre gesamte Baulogistik international organisieren und sich die preiswertesten Zulieferer aussuchen. Damit verweisen sie die traditionell mittelständische Bauwirtschaft mehr und mehr auf die regionale und lokale Nischenproduktion in Form von Eigenheimen, begrenzten Tiefbauarbeiten und Instandsetzungen. Um im Wettbewerb bestehen zu können, setzen kleine und mittlere Unternehmen vielfach auch preiswerte Arbeitskräfte aus dem Ausland ein.

Unter diesen Bedingungen werden kurzfristig nach Tarif bezahlte Bauwerker immer häufiger arbeitslos; mittelfristig geraten auch die Tariflöhne unter Druck. Um einer solchen Entwicklung entgegenzutreten, wurden in der Europäischen Union "Entsenderegelungen" eingeführt. Das deutsche Arbeitnehmer-Entsendegesetz etwa bestimmt, dass für ausländische Arbeiter auf deutschen Baustellen der im Tarifvertrag für die deutsche Bauwirtschaft festgelegte Mindestlohn gilt. Langfristig wird jedoch der Beruf des Bauarbeiters von den Einkommenschancen her weniger attraktiv. Es sei denn, die heimischen Interessenten bilden sich besser aus und besetzen das - wachsende - obere Segment der bauwirtschaftsbezogenen Berufe.

Dienstleistungen

Besonders geschützt bzw. national zersplittert waren bis vor kurzem auch die Dienstleistungsmärkte. Dies gilt für viele Sparten auch heute noch, so vor allem für Handwerk, Reinigung, Gesundheits- und Hygienedienste, aber auch für öffentliche und soziale Dienstleistungen im weiteren Sinne. Dagegen sind die - auch oder ausschließlich - unternehmensnahen Dienste heute einerseits stark der internationalen Konkurrenz ausgesetzt und können andererseits selber Auslandsmärkte besetzen oder mit ausländischen Partnern kooperieren. Oft ist die Globalisierung hier sogar extrem ausgeprägt. Elektronische Dienste sind überhaupt nicht mehr standortgebunden. Die großen Banken sind allgegenwärtig. Versicherungspolicen können europaweit vertrieben werden. Auch Unternehmen aus Drittländern können sich niederlassen und haben dann die gleichen Rechte.

Die großen Anwaltskanzleien, Steuer- und Unternehmensberatungsbüros sind in angelsächsischem wie in deutschem und französischem Recht gleichermaßen zu Hause. Allerdings handelt es sich hier vielfach um Aktivitäten, bei denen das Vertrauen der Kundschaft eine besondere Rolle spielt. Sie bevorzugt deshalb meist bewährte heimische Anbieter. Doch längst haben diese mit ausländischen Partnern Allianzen gebildet oder - mehr noch - ausländische Firmen übernommen, um deren standortgebundenes Vertrauenskapital zu nutzen. Diese Tendenz ist mittlerweile im Dienstleistungssektor ausgeprägter als in der Industrie und unter den Dienstleistungsbranchen besonders stark bei den Finanzdiensten und den unternehmensnahen Diensten.

Allerdings wird die Internationalisierung des Dienstleistungssektors noch vielfach durch staatliche Interventionen erheblich beeinträchtigt. Nicht Zölle und Quoten (Grenzschranken), wie in der Industrie, sondern Regulierungen im Inneren der Länder (Inlandsschranken) bilden im Dienstleistungssektor das Haupthindernis gegen mehr internationale Arbeitsteilung. Vorschriften, Auflagen und Beschränkungen unterschiedlichster Art erschweren hier den Marktzugang ausländischer Anbieter und diskriminieren diese gegenüber inländischen Unternehmen.

Verbreitet sind ebenfalls Diskriminierungen zwischen ausländischen Unternehmen aus verschiedenen Ländern. In der Uruguay-Runde des GATT wurde mit dem Allgemeinen Dienstleistungsabkommen (General Agreement on Trade in Services - GATS) die Grundlage für den Abbau der Zugangshindernisse und Diskriminierungen geschaffen, und in zwei sektoralen Abkommen (Telekommunikation und Finanzdienstleistungen) wurden bereits erste Liberalisierungserfolge erzielt.

Die laufende Doha-Runde der WTO soll das Regulierungsdickicht weiter lichten und mehr Marktzugang, Gleichbehandlung in- und ausländischer Unternehmen (National Treatment) und Meistbegünstigung (Gleichbehandlung ausländischer Anbieter) gewährleisten. Dabei wird es in einigen "sensiblen" Bereichen zu harten Auseinandersetzungen kommen, etwa im Bereich öffentlicher Versorgungsleistungen (Gesundheitswesen, soziale Dienstleistungen, Bildung) oder bei audiovisuellen Dienstleistungen.

Die Europäische Union will zum Beispiel, entgegen den Forderungen der USA, die Bevorzugung europäischer audiovisueller Produktionen (in Fernsehprogrammen und bei der Filmförderung) beibehalten und macht hier - im Verein mit mächtigen Interessengruppen - die "kulturelle Ausnahme" geltend. Danach würde das Gut "Wahrung kultureller Vielfalt" über das Gut "Freihandel" gestellt.

Von besonderem Interesse für Entwicklungsländer ist eine Liberalisierung bei der Freizügigkeit der Arbeitskräfte. Einige Industrieländer möchten diese verhindern, weil sie negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt fürchten, die eine "vorübergehende Einreise natürlicher Personen zur Erbringung von Dienstleistungen" haben könnte.


Finanzmärkte



Nirgendwo hat sich die Globalisierung so deutlich beschleunigt wie in der Finanzsphäre. Die Mobilisierungskosten sind hier besonders gering. Seit in der EU, in der OECD und auch weltweit nicht mehr oder kaum noch Kapitalverkehrsbeschränkungen existieren, können Anleger minutenschnell ihr Geldvermögen (Portefeuille) international umschichten oder ihr flüssiges Geld in den verschiedensten Währungen anlegen. Die Schwankungen der Devisenmärkte (Volatilität) waren ein Grund für die politisch Verantwortlichen, den Europäischen Binnenmarkt, zu dem wesentlich auch die Kapitalverkehrsfreiheit gehört, durch eine Währungsunion zu "krönen". Denn dadurch wird die durch Volatilität verursachte Unsicherheit bei grenzüberschreitenden Transaktionen in Europa ausgeschaltet. Auf der Grundlage wechselseitig verflochtener (integrierter) Märkte und sich angleichender (konvergenter) Wirtschaftspolitik wurden die nationalen Währungen durch die Einheitswährung "Euro" ersetzt.

Voraussetzung dafür war, dass die zwölf Teilnehmerländer - es fehlen Großbritannien, Dänemark und Schweden - die so genannten Konvergenzkriterien erfüllten: Sie mussten ihre Preise erfolgreich stabilisiert haben, ihr Zinsniveau durfte nicht wesentlich von dem der preisstabilsten Mitgliedstaaten abweichen, ihre laufende Staatsverschuldung durfte und darf künftig nicht die Marke von drei Prozent, die ihres gesamten öffentlichen Schuldenstandes nicht die Marke von 60 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes überschreiten.

Der Schritt zur Währungsunion bringt für die Mitglieder einige Vorteile mit sich, wie zum Beispiel die Verminderung von Unsicherheit und eine Vereinfachung ökonomischer Transaktionen. Er bedeutet für sie aber zugleich ein weiteres Stück Globalisierung bzw. Regionalisierung, da er alle anderen Systemelemente, vor allem die nationalen Löhne, unter verstärkten Anpassungsdruck setzt. Denn bei einer Einheitswährung kann sich ein beteiligtes Land dem Kostenwettbewerb nicht mehr einfach durch eine Währungsabwertung entziehen. Der Markt wird durchsichtiger und der Wettbewerb noch härter.

Der Handel an den Devisenmärkten konzentriert sich seit der Einführung des Euro auf das Währungsdreieck US-Dollar - Euro - Yen. Daneben haben auch das Britische Pfund und der Schweizer Franken erhebliches Gewicht. Hauptakteure sind neben den beteiligten Notenbanken die "institutionellen Anleger", also "Kapitalsammelstellen" wie Versicherungen, Pensions- und Investmentfonds. Sie geben die Richtung vor, an der sich die kleinen Anleger orientieren. Der Euro beeinflusst in hohem Maße das Marktverhalten der Anleger. In Europa zählt nun nicht mehr das Länderrisiko, sondern nur noch das Branchen- oder das individuelle Unternehmensrisiko.

Entkoppelung der Finanz- und Warenmärkte

Tagtäglich werden kaum vorstellbare Beträge an Finanzkapital "um den Globus gejagt". Ziel ist es, Ertragsdifferenzen - zum Beispiel Zinsunterschiede zwischen verschiedenen Währungsräumen - auszunutzen (Arbitrage). Solche Differenzen ergeben sich vor allem aus von den Marktteilnehmern erwarteten Wechselkursänderungen. Diese sind nach wie vor auch Ausdruck von Unterschieden in den so genannten Fundamentaldaten: Wenn die Preissteigerungsraten in den einzelnen Ländern, ausgedrückt in der jeweiligen Landeswährung, zu unterschiedlich sind, entsprechen die Umrechnungskurse bald nicht mehr der gegenseitigen "Kaufkraftparität" und müssen daher angepasst werden. Ähnliches gilt, wenn ein Land auf Dauer mehr Waren und Dienstleistungen importiert als exportiert und nicht länger in der Lage ist, zum Ausgleich ausländisches Kapital - zum Beispiel in Form von Aktien - anzuziehen. Dann wird zur Begleichung der entsprechenden Rechnungen die Währung dieses Landes am Devisenmarkt andauernd stark angeboten und schwach nachgefragt, so dass der Wechselkurs fällt. Diese Veränderung der "relativen Preise" im Außenhandel bremst den Importanstieg und fördert den Export des Landes und sorgt damit für einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage auch auf den Gütermärkten.

Eine Währungsabwertung gilt jedoch als Ausdruck wirtschaftlicher Schwäche eines Landes. Deshalb ist sie politisch oft nicht erwünscht. Hinzu kommt, dass ständige Kursschwankungen ein Unsicherheitsmoment in die internationalen Geschäftsbeziehungen hineintragen. Daher interveniert die Notenbank eines Landes oft mit Stützungskäufen bzw. -verkäufen am Devisenmarkt, oder sie erhöht das Zinsniveau, um Kapitalabflüsse größeren Ausmaßes zu verhindern. Das kann sie natürlich nur in engen Grenzen durchhalten, weil sich mit zunehmender Intervention ihre Devisenreserven erschöpfen und weil ein zu hoher Zins der Konjunktur im Lande schadet. Früher oder später muss der aufgestaute Anpassungsbedarf daher in eine Wechselkurskorrektur münden.

Bei einem Wechselkursregime der "Stufenflexibilität" wie im Europäischen Währungssystem (EWS) bildet sich der Wechselkurs nicht ausschließlich durch privates Devisenangebot und private Devisennachfrage. Vielmehr bestimmen auch Regierungsentscheidungen, an die die beteiligten Notenbanken in ihrem Devisenmarktverhalten gebunden sind, die Kursentwicklung. Durch Wechselkurskorrekturen wurden deshalb zuweilen enorme Ertragssprünge realisiert. Dies hat dazu geführt, dass zumindest auf kürzere Sicht immer weniger die zu Grunde liegenden Handelsgeschäfte und die Fundamentaldaten als vielmehr die davon abgelöste Spekulation oder Arbitrage den Kurs bestimmen und andere Devisenmarktteilnehmer verunsichern. Weil es in Anbetracht der immensen Transaktionssummen den Notenbanken kaum noch möglich war, die Spekulation durch Kursstützung zu entmutigen, wurde 1993 in der EU das EWS faktisch außer Kraft gesetzt, indem die vereinbarten höchstzulässigen wechselseitigen Kursschwankungen der Teilnahmewährungen von ±2,25 Prozent auf ±15 Prozent erweitert wurden.

Derivatenhandel

Die Schwankungen der Devisen- und Finanzmärkte haben seit den achtziger Jahren neue Finanzinstrumente hervorgebracht, die vom Basisgeschäft abgeleitet sind und deswegen Derivate heißen. Hierzu gehören in erster Linie Terminkontrakte (Futures, Forwards, Options). Diese beinhalten die Pflicht bzw. das Recht zum Kauf/ Verkauf beispielsweise von Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen. Dabei wird zum Beispiel für einen bestimmten Rohstoff, der erst später geliefert werden soll, schon zu Beginn des Geschäfts der Kaufpreis festgelegt. Das Geschäft wird also gegen Schwankungen des Preises für diesen Rohstoff zwischen Vertragsabschluss und Lieferung abgesichert. Mit Derivaten wird am Terminmarkt gehandelt.

Derivate bilden nicht per se eine Gefahr für das internationale Finanzsystem. Doch kann mit ihnen auch spekuliert werden. Die Volatilität der Devisen- und Finanzmärkte, die das Derivatgeschäft ja erst hervorgebracht hat, könnte hierdurch noch gesteigert und dadurch die Stabilität des internationalen Finanzsystems erschüttert werden.

Wenn sich Finanzinstitute verspekulieren und zusammenbrechen, kann es zu Kettenreaktionen kommen (Domino-Effekt), da die Institute häufig untereinander verschuldet sind oder ihr Geld gemeinsam in Großprojekte investiert haben. Dann nehmen auch die Einleger Schaden. Großes Aufsehen erregte im Februar 1995 in diesem Zusammenhang der Kollaps der 232 Jahre alten britischen Handelsbank Barings: Ein in Singapur tätiger Devisen- und Derivatenhändler von "Baring Futures Singapore" hatte unkontrolliert auf Kurssteigerungen für eine bestimmte Gruppe japanischer Aktien spekuliert. Doch die Kursentwicklung verlief anhaltend genau seinen Erwartungen entgegengesetzt, er musste sich zu den Fälligkeitsterminen jeweils teuer eindecken und verspielte fast 1,4 Milliarden Dollar. Nicht nur das Singapurer Tochterunternehmen, auch die britische Muttergesellschaft brach daraufhin zusammen.

Finanzinstitute und staatliche Aufsichtsbehörden sind deshalb nunmehr bemüht, dem Marktgeschehen und insbesondere dem Handel mit Derivaten Grenzen zu setzen. Eine Möglichkeit wäre, Devisengeschäfte durch eine Steuer wie zum Beispiel die Tobin-Steuer zu verteuern - dies träfe freilich auch die "normale" Risikoabsicherung. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, den Handlungsspielraum der Akteure dadurch einzuschränken, dass ihre Engagements an den Devisenmärkten strenger an die Ausstattung mit Eigenmitteln gebunden werden. Die Institute selber setzen mehr auf innere Transparenz und Professionalisierung des Risikomanagements. Die Entwicklung eines internationalen Ordnungsrahmens für die Finanzmärkte steckt noch in den Anfängen.

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