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HerrschaftH. ist ein politisch-soziologischer Grundbegriff, der ein Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen Herrschenden und Beherrschten beschreibt, das als rechtmäßig (legitim) anerkannt wird und insofern institutionalisiert ist, als es auf Dauer angelegt und gewissen Regeln unterworfen ist. H. bietet damit den Herrschenden (z.B. über Befehle) die Möglichkeit, auf das Verhalten der Beherrschten (z.B. über Gehorsam) gezielt Einfluss zu nehmen. Nach Max Weber ist der Glaube an die Rechtmäßigkeit wesentliche Grundlage von H., die idealtypisch (d.h. in gedachter, reiner Form) drei Ursprünge haben kann: a) Charismatische H. beruht auf dem Glauben an die Besonderheit eines Herrschers (Kraft, Klugheit, Rhetorik etc.); b) traditionale H. beruht auf dem Glauben an die Heiligkeit von Traditionen, gegebenen Ordnungen und den damit verbundenen Autoritäten; c) legale H. beruht auf dem Glauben an eine sachgemäß und rechtmäßig geschaffene Ordnung und dem daraus folgenden Recht der Herrschenden, Gehorsam zu verlangen.In der politischen und historischen Realität besteht H. immer aus einer Mischform dieser Idealtypen. Durch Recht und Gesetz gesichert und als soziale Ordnung von Herrschenden und Beherrschten anerkannt, ist legale H. die Grundlage aller modernen Staaten. Sie ist mit dem Aufbau rechtmäßig handelnder Verwaltungen (Behörden) verbunden; die bürokratische Ausübung von H. ist zudem ein Modell für wirtschaftliche Unternehmungen und gesellschaftliche (Selbst-)Organisationen. Zu unterscheiden sind 1) nach der Anzahl der Herrschenden: monokratische H. (Monarch, Patriarch, Tyrann), oligarchische H. (Aristokratie, H. einer kleinen Gruppe, Clique, Elite), demokratische (oder Volks-) H.; 2) nach Ausübung der H.: staatliche, organisationale (Parteien, Verbände, Unternehmen etc.) und personale H. (z.B. Monarch, Unternehmer); 3) nach dem Umfang: unbeschränkte H. (Absolutismus), beschränkte H. (Gewaltenteilung), gemeinsame H. und verflochtene H. (z.B. im multinationalen System der EU). Anarchie/Anarchismus ![]() Gewaltenteilung ![]() Macht ![]() Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006. |
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